Nordstadtblogger

Lob für die Verkehrsentlastung der Nordstadt – Aber auch Forderung nach Entlastung für Asseln und Wickede

BürgerInnen und SPD-Mitglieder haben in Asseln den Weiterbau gefordert.

BürgerInnen und SPD-Mitglieder haben in Asseln den Weiterbau der Landesstraße L663n gefordert.

Die Nordstadt wird von der Anbindung der Hoesch-Allee an die Brackeler Straße, die Landesstraße L663n (das „n“ steht für neu), deutlich profitieren. Der Verkehr der Gewerbeflächen auf der Westfalenhütte kann schneller fließen, gleichzeitig werden die Wohnquartiere entlastet.

Weiterbau in Asseln scheiterte an den Grünen – Hoffnung auf Änderung

„Das ist gut! Aber: Diese Straße endet in Asseln, ihr Weiterbau ist seit Jahren Zankapfel in Düsseldorf geblieben und wurde durch den grünen Koalitionspartner verhindert“, ärgert sich der Brackeler Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (SPD).

„Nun hoffen alle, dass die neue Landesregierung denlich alle Blockaden beseitigt. Denn wenn weiterer Verkehr auf die L663n geleitet wird, werden sich nicht alle zur B236 orientieren. Ein Teil der Fahrzeuge wird bis zum Ende fahren und sich dann durch die ohnehin hoch belasteten Ortskerne von Asseln und Wickede quälen“, glaubt der Kommunalpolitiker.

„Die Menschen, die am Hellweg wohnen, arbeiten, dort einkaufen, zur Schule gehen – sie sind es, die den Preis für den Nicht-Weiterbau zahlen“, betont Daniel Behnke, Vorsitzender des SPD-Stadtbezirks Brackel. Seit über einhundert Jahren plane man die Entlastungsstraße.

Vergebliche Hoffnung auf den Weiterbau der L663n durch Asseln und Wickede

Weil die Landesstraße L663n nicht weitergeführt wurde, hält sich der Verkehr durch Asselner Ortskern.

Weil die L663n nicht weitergeführt wurde, hält sich der Verkehr durch Asselner Ortskern.

Als 2001 Steinbrink- und Zeche-Norm-Straße in Wickede für den Flughafenausbau verschwenkt wurden, war es die L663n, die in den Köpfen der Planer den Verkehrskollaps in Wickede und Asseln verhindern sollte. „Weiter gebaut wurde sie aber nicht und darum erleben die Menschen das Chaos tagtäglich“, ärgert sich Behnke.

Jeden Tag, hauptsächlich morgens und abends, versinkt Asseln im Verkehr. Die vierspurige L663n geht hier wieder auf die alte Landesstraße 663 über – und das ist der Hellweg, mitten durch den Ort, mitten durchs Dorf.

„Es gibt Umwelt- und Naturschützer, die den Weiterbau kategorisch ablehnen. Sie wollen die Feldflur schützen, Flora und Fauna im Norden von Asseln und Wickede“, so Karl-Heinz Czierpka. „Für sie sind die Menschen anscheinend nicht Teil der Natur, für sie sind allein Fledermaus und Feldlerche schützenswerten Lebewesen. Wer diese Meinung vertritt, sollte sich einfach mal an die Straße stellen.“

Stadtbezirk Brackel hat vergeblich auf ein Zeichen der Solidarität aus der Nordstadt gewartet

Das haben SPD und BürgerInnen aus Asseln und dem Stadtbezirk Brackel getan. Gemeinsam mit der CDU hat die SPD in der Bezirksvertretung Brackel Rat und Verwaltung aufgefordert, nun endlich den Weiterbau zu forcieren und das Land aufzufordern, die Planungen voran zu treiben, gerade mit Blick auf die zusätzlichen Verkehre, die die Hoesch-Allee auf die L663n lenken wird.

„Was der Nordstadt gut tut, was ihr an Verkehr erspart bleibt, das finden wir hier am Asselner und Wickeder Hellweg wieder. Darum sind die Menschen im Osten auch enttäuscht, dass sich niemand aus der Nordstadt bei dem Termin blicken ließ. Hier hätten sich die Aktiven über ein bisschen Solidarität sehr gefreut.

 

Neue „Hoeschallee“ für die Nordstadt und Verlängerung der Stadtbahnlinie U44 auf das Westfalenhütten-Gelände

Anbindung des Logistikzentrums: Neues Nahverkehrsangebot an der Westfalenhütte startet gemeinsam mit Amazon 

Dicke Luft nicht nur am Borsigplatz: Grüne fordern einen ernsthaften Kampf gegen Stickoxide und Feinstaub

Print Friendly, PDF & Email

4 Gedanken über “Lob für die Verkehrsentlastung der Nordstadt – Aber auch Forderung nach Entlastung für Asseln und Wickede

  1. Hellweger...

    Der Asselner Hellweg und der Wickeder Hellweg versinken- wie der gesamte Hellweg bis in die Stadtmitte- im Verkehr.

    Allerdings -wer nutzt die Hellwegabschnitte in Asseln und Wickede?
    Sind es nicht hauptsächlich –
    neben dem Schwerlastverkehr, der vorwiegend die ortsansässigen Unternehmen beliefert- die Asselner und die Wickeder selbst?

    Der Durchgangsverkehr wird den Asselnern daher hauptsächlich von ihnen selbst und von den Wickedrn beschert. Alle anderen können von der Abfahrt der L663 vor Asseln in Richtung B1 fahren, ohne Assrln durchqueren zu müssen.

    Insofern stellt sich die Frage, ob die Asselner und Wickeder überhaupt eine nennenswerte Entlastung durch den Ausbau der L663 erfahren würden.

    Auf der anderen Seite würde durch den Ausbau der L663 in der Tat ein für den Osten wichtiges Naherholungs- und Naturschutzgebiet zerstört und durchschnitten, das von vielen Familien zum Spaziergang und von Joggern und Radlern zum Sport genutzt wird. Dies würde für die Menschen nach dem Wegfall von Natur durch den Flughafenausbau ein weiteres Stück Lebensqualitätseinbußen mit sich bringen.

    Das Leben am Hellwrg – nicht nur in Asseln und Wickede- ist belastend, es ist laut, es stinkt, man hat das Gefühl, die LKWs donnern durchs Schlafzimmer und die Straßenbahn bringt die Gemäuer zum Beben. Immerhin sind die Fußgängerwege jetzt breiter als früher, so dass man Kinder beim Einkaufen auch ohne Leine laufen lassen kann.

    Die Menschen, die direkt am Hellweg wohnen, brauchen Entlastung- aber, es ist fraglich, ob dies durch eine Verlängerung der L663 tatsächlich geschieht.

    Denn wer fährt morgens, mittags und abends auf dem Hellweg in Asseln ind Wickede? Die Unneraner? Bestimmt nicht.

    Anstatt noch mehr Grünflächen zuzubetonieren und damit noch mehr auch für den Menschen wichtige Natur zu zerstören, bedarf es eines deutlich attraktiveren ÖPNV. Die Straßenbahn von Wickede nach Dortmund braucht für 11 Kilometer fast vierzig Minuten, nach der Fahrt fühlt man sich, als ob man einmal durchgemangelt worden wäre. Die S-Bahn bringt es gerade Mal auf einen provinziellen 20-Minuten- Takt an Werktagen (an Wochenende 30-Minutentakt)
    Da wundert es nicht, dass viele das Auto nutzen, auch wenn es damit eigentlich aufgrund der Staus viel länger als mit der S-Bahn( * ca.12 Minuten) bis in die Stadt dauert.

    Ein verkürzter Takt – wie in nicht-provinziellen Großstädten üblich- würde einige Menschen zum Umstieg auf die Bahn bewegen.

    Aber- statt einen verbesserten Takt im ÖPNV zu fordern, soll ein Naherholungsgebiet platt gemacht werden, ohne aber, dass der Nutzen tatsächlich erkennbar ist, denn die in Wickede und Assrln wohnenden Menschen sind aller Wahrscheinlichkeit diejenigen, die den Hellwrg dort selbst am meisten nutzen und befahren, weil sie eben dort leben., arbeiten oder zur Arbeit fahren, einkaufen etc

    Und- ob Brackel nun- nachdem die L663 gebaut wurde-, tatsächlich eine geringere Belastung mit Verkehr hat?

    Wenn man in Brackel am Hellweg steht, kommen einem auch da Zweifel.

  2. Carsten Klink, Ratsmitglied DIE LINKE

    Letztlich nehmen die Weiterbau-Fans bei SPD und CDU ihre Ausbaudrohung selber wohl nicht mehr ganz ernst, obwohl die letzte rot-grüne Landesregierung den Weiterbau sogar auf die Prioritätenliste des Landes gesetzt hatte. Seit Jahrzehnten wird der Weiterbau angedroht, seit Jahrzehnten bei jeder Wahl versprochen, seit Jahrzehnten verantworten SPD & CDU in verschiedenen Konstellationen Verkehrspolitik in Stadt und Land und seit Jahrzehnten passiert glücklicherweise nichts, da man vermutlich nicht nur die fachliche, sondern auch die rechtliche Schwäche der eigenen Position erkannt hat.

    Wenn der Umwelt-und Naturschutz zu seinem Recht kommt, ist der Weiterbau nämlich erledigt, da auf der geplanten Betontrasse zahlreiche schützenswerte Tiere und Pflanzen leben. Zudem befindet sich direkt daneben ein extra vom Rat der Stadt Dortmund ausgewiesenes Gebiet für eine natürliche Waldentwicklung.
    Wenn noch mehr Verkehr nach Asseln und Wickede fließt werden die Menschen eben nicht entlastet. Somit ist Umweltschutz auch hier wieder Menschenschutz.

    Auf der geplanten autobahnähnlichen Betontrasse werden doppelt so viele Autos fahren wie heute schon auf dem Hellweg. Der Hellweg selbst würde durch den Bau der OWIIIA kaum entlastet. Denn der nicht gerade geringfügige Anliegerverkehr auf dem Hellweg gehört auch mit zur Wahrheit, den man auch nicht durch einen vierspurigen Weiterbau der OWIIIA mindert.

    Warum haben SPD und CDU bis heute kein LKW-Verbot für den Hellweg durchgesetzt? Würde diese Entscheidung nicht sofort den Leidensdruck der Anwohner mindern und die Verkehssituation entlasten?
    Warum schützen SPD und CDU nicht mit einfachen Mittel sofort die selben Menschen, von denen sie vorgeben, diese mit einem unsinnigen Weiterbau schützen zu wollen?

    Die SPD & CDU Politiker müssten die Aufbringung von weiterem Flüsterasphalt forcieren. Dann wäre es am Hellweg leiser. Auch die Einführung von Tempo 30, ein Rückbau der viel zu vielen Stop-and-go-Ampeln sowie eine Verbesserung des Radverkehrs sind Lösungsansätze, die effektiver und auch günstiger sind als eine neue Umgehungsstraße. Vor allem soll diese letztendlich gar nicht den Bewohnern im Osten dienen, sondern dem LKW-Verkehr, der aus Richtung Hafen nach Unna/Kamen und dort zur Autobahn abfließen soll.

    Von den Nordstadtbewohnern war keiner da, da diese bereits verstanden haben, dass noch mehr Verkehr vom Hafen quer durch die Nordstadt rollen wird, wenn diese vermeintliche Entlastungsstraße erst mal gebaut wurde.

  3. Hellweger

    Im Vergleich zur Nordstadt, in der es durchaus mit dem Fredenbaum-, dem Hoeschpark sowie kleineren Parkanlagen und etlichen Plätzen- von einer wachsenden Gastronomie und einer (fast-)Fussgängerzone in der Münsterstraße ganz zu schweigen-, würde es in Sachen Naherholung für die Wickeder und Asselner mit dem Bau der L663 ziemlich mau aussehen.

    Die grünen Felder um Asseln und Wickede, die einem Bau der L663 entweder vollständig zum Opfer fallen oder grünes Terrain mit Feldern, einem selbst entstandenen See und Waldgebiet zerschneiden würden, sind nahezu der verbliebene Rest vom einst grünen, landwirtschaftlich und dörflich geprägten Dortmunder Osten, der ansonsten für Jung und Alt und auch dazwischen außer noch ein bischen Natur nicht mehr viel zu bieten hat.

    Ob der Ausbau der L663 also wirklich dazu dient, die Verkehrsströme um Asseln und Wickede herumzuleiten, scheint ohnehin zweifelhaft, sicher ist aber, dass hierdurch die einstmals vorhandene Attraktivität dieser östlichsten Dortmunder Stadtteile weiter erheblich leiden würde.

    Die oben vom anderen Beitragskommentator gemachten Vorschläge scheinen da sinnvoller zu sein, denn eine Entlastung von Schwerlast- und Personenverkehr ist natürlich unbestritten unabdingbar und betrifft eigentlich den gesamten Hellweg.

    Ob das aber – durch welche Maßnahmen auch immer, z.B. Einschränkung des Schwerlastverkehrs und verbesserter ÖPNV- gelingen wird, ist fraglich.

  4. Utz Kowalewski (Linke und Piraten) Beitrags Autor

    Offener Brief von Utz Kowalewski (Fraktionsvorsitzender Linke und Piraten)

    Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Czierpka,

    mit Interesse haben wir die Aufforderung der Bezirksvertretung Brackel an den Dortmunder Rat zur Kenntnis genommen, wonach der Rat Schritte einleiten möge, um den Weiterbau der L 663n (OW III a) durch die östlichen Stadtteile Asseln und Wickede zu befördern.

    Wir möchten Ihnen an dieser Stelle noch einmal unsere Position als Ratsfraktion näher bringen.

    Die von den Mehrheitsfraktionen der Bezirksvertretung Brackel angeführte und erhoffte Entlastungswirkung für den Hellweg in Asseln und Wickede, die in alten Verkehrsgutachten mit einer Reduzierung von 18.000 auf 15.000 Fahrzeugbewegungen am Tag dargestellt wird, ist bereits eingetreten. Die aktuellen Verkehrszählungen sprechen nur noch von rund 12.000 Fahrzeugbewegungen auf diesem Abschnitt des Hellweges.

    Die ursprüngliche Argumentation, in der von einer Entlastung des Hellweges im Dortmunder Osten gesprochen wird, ist daher nicht mehr glaubwürdig.

    Wir verweisen stattdessen noch einmal auf unseren im Planungsausschuss eingebrachten Maßnahmenkatalog für den Hellweg, um den Verkehr – ohne ergänzende Schnellstraße – im diesem Bereich des Stadtgebiets zu verflüssigen (siehe Anhang).

    Eine Verlängerung der OW III a, verbunden mit einer Anbindung dieser Schnellstraße an die A1, führt zu der Befürchtung, dass ein ganz anderer Entlastungseffekt eintritt – nämlich für die A2 und die A44 zu Lasten des innerörtlichen Verkehrs in Asseln und Wickede.

    So sagt das Verkehrsgutachten für die neue Schnellstraße zusätzliche 25-30.000 Verkehrsbewegungen pro Tag für Asseln und Wickede voraus. Das kann nicht im Sinne der Anwohner sein.

    Auch liegen uns die Anwohner an der Wickeder Straße und an der Ebbinghausstraße mit immerhin drei Kitas in Wickede und nicht zuletzt auch die Anwohner der Wickeder Straße in Dortmund-Husen am Herzen, die über die geplante Ausfahrt an der Wickeder Straße allesamt mit massiven zusätzlichen Verkehrsbelastungen konfrontiert würden.

    Wir möchten auch darauf hinweisen, dass eine Schnellstraße keine geeignete Arrondierungsmaßnahme für einen Ortsrand darstellt. Stattdessen halten wir den Schutz des Wickeder Ostholzes als bereits ausgewiesenes Naturschutzgebiet sowie die Einhaltung des Dortmunder Lärmaktionsplanes, der den gedachten Trassenverlauf der OW III a ausdrücklich als erhaltenswertes ruhiges Gebiet ausweist, hier für zielführender.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.