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Lions Club Dortmund spendet einen Bronze-Stadtplan zum (Be-) Greifen: Historisches Wallring-Modell im Maßstab 1:800

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Bronzerelief. Es zeigt die City im Maßstab 1:800. Das Modell ist 1 Meter mal 1,50 Meter groß.

Ein Ausschnitt aus dem Bronzerelief. Es zeigt die City im Maßstab 1:800. Das Modell ist 1 x 1,50 Meter groß.

Von Joachim vom Brocke

„Wir haben eine City zum Anfassen“, freute sich Planungsdezernent Ludger Wilde, „ein historisches Wallring-Modell für alle“. An der unteren Kleppingstraße, beim Durchgang zum Marienkirchhof, steht ein Relief-Stadtplan im Maßstab 1:800, der es Blinden, Sehbehinderten aber auch sehenden BürgerInnen sowie Besuchern der Stadt erleichtert, sich in der City zu orientieren.

Graue Patina wird sich in gold-glänzend verändern

Das etwa ein Meter mal 1,50 Meter große Bronzemodell ist ein Geschenk vom Lions Club Dortmund an die Stadt und den BürgerInnen, der im Jahr 2014 sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Das jetzt noch graue Aussehen des bronzenen Stadtreliefs werde sich im Laufe der Jahre verändern. Davon ist Ludger Wilde überzeugt, wenn erst viele Interessierte die  City-Kirchen und Häuser anfassen und sich dann gold-glänzend präsentieren.

Besondere Glückwünsche gingen an den freischaffenden Bildhauer und Objektdesigner Egbert Broerken aus Welver für seine „sehr detailgetreue Arbeit“. Ebenso beeindruckt einige Mitglieder der Bezirksvertretung Innenstadt-West mit Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß und Stellvertreter Ralf Stoltze an der Spitze.

Applaus für den Künstler Egbert Broerken

Friedrich Fuß („mein Lieblingsobjekt in der City ist die Stadt- und Landesbibliothek“) zeigte sich ebenfalls beeindruckt und forderte die Besuchergruppe zum Applaus für den Künstler auf.

Peter Schulten vom Lions Club Dortmund machte deutlich, dass der Club aus Anlass des 60-jährigen Bestehens „etwas Bleibendes“ spenden wollte: „Der Platz dafür ist sehr gut gewählt“.

Unter dem Titel seines Projektes „Stadtmodell zum Sehen, Fühlen und Begreifen“ hat der Künstler Egbert Broerken bereits zahlreiche ähnliche Arbeiten im In- und Ausland verwirklicht.

Ab sofort ist die Dortmunder City mit den Fingerkuppen zu ertasten

Die City zum Anfassen: Auf der Kleppingstraße steht ein detailgetreues Modell - eine Schenkung des Lions Clubs Dortmund. Fotos: Joachim vom Brocke

Die City zum Anfassen: Auf der Kleppingstraße steht ein detailgetreues Modell. Fotos: Joachim vom Brocke

Die City im Jahr 2015 erlaubt es Blinden und Sehbehinderten, mit Hilfe der Fingerkuppen die City zu ertasten, zu erkunden, zu begreifen und sinnlich nachzuvollziehen.

Dem sehenden Betrachter vermittelt es aus neuen Blickwinkeln und ungewöhnlichen Perspektiven einen erleichterten Zugang zu den Strukturen der Stadt, der Architektur und der Stadtbild prägenden räumlichen Zusammenhänge. Ergänzende Informationen zu besonders markanten Gebäuden, Kirchen, Straßen und Plätzen sowohl in Braille- als auch in Normalschrift unterstützen die Orientierung.

Als sichtbaren Beitrag zur Integration und barrierefreien Umgestaltung der City wird dieses künstlerische Objekt eine Bereicherung der Stadtkultur und eine sinnvolle Ergänzung zum bereits existierenden virtuellen Stadtmodell und den Stadtmodellen im Rathaus darstellen.

Standortfindung hat eine Weile gedauert

Bis zur Realisierung hat es eine Weile gedauert. Da war zunächst die Standortfindung. Unter Beteiligung der Vertreter des Lions-Club Dortmund, des Künstlers sowie Vertretern der Verwaltung und es behinderten-politischen Netzwerkes gab es eine City-Begehung.

Die Verwaltung hatte im Hinblick auf gestalterische, bauordnungs- und ordnungsrechtliche Fragen eine Vorprüfung vorgenommen und den Standort Untere Kleppingstraße/Durchgang zum Marienkirchhof favorisiert.

Ende November 2016 beschloss die zuständige Bezirksvertretung Innenstadt-West, dem Vorschlag zu folgen. Die Standortkriterien umfassten Beleuchtung, soziale Kontrolle, verkehrsberuhigter Bereich, Fußgängerfrequenz, Nähe zum ÖPNV, ganzjährige Zugänglichkeit, ausreichender Aufenthalts- und Bewegungsraum sowie die Nähe zu einem markanten Gebäude. Vom behinderten-politischen Netzwerk, so machte es ein Sprecher bei der Übergabe deutlich, war ein Standort auf der Katharinenstraße favorisiert worden.

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