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Kinder und Medien: Das Gesundheitsamt in Dortmund bietet Willkommensklassen Programm zur Medienkompetenz 

Gesundheitsförderung ist sich in den Willkommensklassen der Oesterholzgrundschule ein Thema.

Gesundheitsförderung ist sich in den Willkommensklassen der Oesterholzgrundschule ein Thema.

Neu zugewanderten Kindern verständlich und mit Spaß vermitteln, was gesund ist und gesund macht – das ist das Ziel des Programms „Gesundheitsförderung in Willkommensklassen“. In diesem Schuljahr wird das Projekt des Dortmunder Gesundheitsamtes als Pilot vom Gesundheitsministerium NRW gefördert.

Programm läuft in 15 Willkommensklassen für geflüchtete und neuzugewanderte Kinder

Gesundheitsförderung ist sich in den Willkommensklassen der Oesterholzgrundschule ein Thema.Es läuft seit Februar 2017 in 15 Willkommensklassen für geflüchtete und neuzugewanderte Kinder an 13 Grundschulen in der Innenstadt-Nord, in Eving, Scharnhorst, Lütgendortmund, Huckarde und Dorstfeld. Umgesetzt wird es von qualifizierten Honorarkräften des Gesundheitsamtes.

Neu in diesem Schuljahr ist die Unterrichtseinheit „Auch Superhelden brauchen Pausen!“ zur Mediennutzung. Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat die Entwicklung dieser Unterrichtseinheit und die Qualifizierung der Honorarkräfte gefördert.

Das städtische Medienzentrum sorgte für die technische Ausstattung und Aufnahmegeräte. Ziel ist es, dass Kinder ihren Medienkonsum reflektieren, Alternativen kennen und dazu angeregt werden, Medien aktiv-kreativ zu nutzen.

Die Oesterholz-Grundschule ist bereits seit der Konzept-Phase vor zwei Jahren dabei

Gesundheitsförderung ist sich in den Willkommensklassen der Oesterholzgrundschule ein Thema.Die Oesterholz-Grundschule ist mit ihren beiden Willkommensklassen bereits seit der Konzept-Phase vor zwei Jahren mit dabei. In der Unterrichtsstunde stellen die Kinder ihre Medienhelden vor. Sie lernen die Vielfalt der Medien kennen und erfahren, dass diese vor allem im Sitzen und Liegen genutzt werden.

Sie suchen nach Alternativen zu einem rein passiven Medienkonsum und sammeln Freizeitaktivitäten, die ihnen außerdem noch Spaß machen. Im praktischen Teil der Unterrichtsstunde erstellen die Kinder ein Hör-Memory mit Geräuschen aus ihrer Schule. Sie lernen so, ihren Hörsinn zu schärfen und elektronische Medien aktiv und kreativ einzusetzen.

„Das Grundschulalter ist eine wichtige Phase, um Kinder mit Gesundheitsthemen vertraut zu machen und insbesondere das Thema Medien fachlich angemessen zu begleiten“, so Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner. Nach der aktuellen „KIM“-Studie (Kinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest von 2016 nutzen 77 Prozent aller Sechs- bis 13-Jährigen nach eigener Angabe zumindest selten einen Computer oder Laptop.

Die Computernutzung in der Schule liegt nur bei die 40 Prozent

Gesundheitsförderung ist sich in den Willkommensklassen der Oesterholzgrundschule ein Thema.Nur 40 Prozent nutzen Computer in der Schule. Zur Wissensvermittlung werden Computer und Internet eher zuhause als in der Schule genutzt. Die Unterrichtseinheit für die Willkommensklassen soll auch den Schulen einen Einstieg bieten, sich weiter und intensiver mit kindlicher Mediennutzung auseinanderzusetzen und Kindern eine wichtige, kompetente Unterstützung geben.

Das Gesundheitsamt hat in einer umfassenden und reichlich bebilderten Broschüre die insgesamt sieben Unterrichtskonzepte zusammengestellt. Sie stehen im Internet auf den Seiten des Gesundheitsamtes zum Download bereit (www.gesundheitsamt.dortmund.de, direkter Link: http://bit.ly/2qNXmC1).

So sollen auch andere Kommunen die Möglichkeit haben, Gesundheitsthemen und Mediennutzung im Unterricht der Willkommensklassen behandeln zu können. Die Stunden sind so detailliert aufbereitet, dass sie leicht von Lehrkräften, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern übernommen werden können.

Bewegung, Ernährung, Zähneputzen und Sicherheit im Straßenverkehr

In weiteren Einheiten des Unterrichtsprogramms lernen die Kinder u.a., was gesunde Ernährung bedeutet, wie wichtig Bewegung ist, wie man sich richtig die Zähne putzt und sich sicher im Straßenverkehr bewegt. Auch das richtige Verhalten bei Husten und Niesen gehört zu den Themen. Zu jeder Einheit gibt es einen praktischen Mitmach-Teil: Die Kinder stellen Seifen und Zahnpasta her, belegen lustige Brotgesichter oder basteln Entspannungsbälle.

Mit dem Pilotprojekt für geflüchtete und zugewanderte Kinder erprobt das Gesundheitsamt, wie Gesundheit und Gesundheitsförderung frühzeitig in den Blick genommen werden können und macht diese Erkenntnisse auch für andere Kommunen nutzbar.

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