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Wie ZauberschülerInnen zu IngenieurInnen von morgen werden: IT-Projekt an vier Grundschulen in Dortmund

Lehrer und SchülerInnen der Landgrafen-Grundschule während des projektbezogenen Unterrichts Foto: Leopold Achilles

LehrerInnen und SchülerInnen der Landgrafen-Grundschule im projektbezogenen Unterricht. Fotos: Leopold Achilles

Von Sascha Fijneman

Schon im Vorfeld war Schuldezernentin Daniela Schneckenburger vom Konzept des Projektes begeistert: „Das ist ein wunderbares Projekt: denn Digitalisierung bestimmt schon heute die Art, wie wir wirtschaften, leben, lernen.“ Um Kinder so früh wie möglich mit der fortschreitenden, technischen Entwicklung vertraut und die diesbezüglich oftmals abstrakten, komplexen Zusammenhänge verständlich zu machen, ist das Vier-Jahres-Projekt „Wir bewegen Zukunft-IT an Dortmunder Grundschulen“ ins Leben gerufen worden. Zu Beginn des neuen Schuljahres startete es an vier Grundschulen in Dortmund.

Karl-Kolle-Stiftung und KITZ.do fördern das Projekt als Partner der Schulen

Carlos Böck, Kommissarischer Schulleiter der Petri-Grundschule und Professor Winfried Pinninghoff, Kuratoriumsvorsitzender der Karl-Kolle-Stiftung Foto: Leopold Achilles

Carlos Böck, Kommissarischer Schulleiter der Petri-Grundschule und Prof. Winfried Pinninghoff, Kuratoriumsvorsitzender der Karl-Kolle-Stiftung.

Das Konzept für das Projekt wurde vom Kinder- und Jugendtechnologiezentrum Dortmund (KITZ.do) auf Anregung der Stadt Dortmund und der Karl-Kolle-Stiftung entwickelt. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, Bildungsprojekte für junge Menschen im In- und Ausland zu fördern. Hierbei geht es der Stiftung vor allem um eine besondere Nachhaltigkeit der jeweiligen Projekte.

„Wenn man sich mal vor Augen führt, wie viele IngenieurInnen heutzutage vonnöten sind, um Bauprojekte zu realisieren oder den Digitalisierungsausbau voranzutreiben, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es nur Sinn macht, den technischen Nachwuchs zu fördern“,sagt der Kuratoriumsvorsitzende der Karl-Kolle-Stiftung Professor Winfried Pinninghoff.

,,Das sind die IngenieurInnen von morgen.“ Mit dem KITZ.do habe die Stiftung den besten Partner im Sinne Kolles gefunden, um ein so lebensnahes Projekt fachlich kompetent umzusetzen. Durch das Projekt soll Kindern auf spielerische Art und Weise technisches und elektronisches Grundverständnis vermittelt werden. Begonnen wird hiermit in den dritten Klassen. Das erste Projektjahr ist inhaltlich auf den Fachbereich der Informatik ausgelegt.

Komplexe Materie soll für die SchülerInnen spielerisch verpackt werden

So machen die Kinder ihre ersten Erfahrungen mit den Unterschieden zwischen dem binären und dem dezimalen Zahlensystem und entdecken dabei, wie ein Computer Daten und Informationen in Zahlenfolgen codiert. Um das alles besser verstehen zu können, haben die SchülerInnen die Möglichkeit auf verschiedene technische Hilfsmittel wie etwa Tablet-PCs und andere Rechenmaschinen zuzugreifen.

Außerdem wird die komplexe Materie durch die Art und Weise der Aufgabenstellung aufgelockert, so dass es den Kindern sichtlich Spaß macht, sich mit den sonst doch eher trockenen Themen wie Mathematik und Physik auseinander zu setzen. Im zweiten Projektjahr verschiebt sich der Schwerpunkt dann auf technisches und mechanisches Grundwissen.

Schon zu Beginn des Programms, das zwei Wochenstunden im Stundenplan einnimmt, erhalten die SchülerInnen in bester Hogwarts-Manier einen Zauberausweis. Für jede neu erlernte Lektion gibt es einen Stempel als Belohnung.

Mit Aufgaben wie die „Türme von Hanoi“ wird das logische Denken geschult

Aufgaben, wie die "Türme von Hanoi" fördern das logische Denken Foto: Leopold Achilles

Aufgaben wie die „Türme von Hanoi“ fördern das logische Denken.

Viele Aufgaben vermitteln mathematisches Verständnis auf spannende Art und Weise anhand von Kartenspielen oder Aufgaben, die das logische Denken fördern, wie zum Beispiel die sogenannten „Türme von Hanoi“.

Hierbei geht es darum einen aus drei unterschiedlich großen runden Scheiben gebauten Turm auf einem Brett mit drei Stecksäulen von ganz links nach ganz rechts umzubauen.

Pro Zug darf nur eine Scheibe bewegt werden und es darf nie eine größere auf einer kleineren Scheibe liegen. Wem die Beschreibung zu abstrakt ist, der kann sich im Internet unter dem Suchbegriff „Türme von Hanoi“ selber ein Bild davon machen.

„Wenn man die Klassenräume mal während der Projektarbeitsstunden besucht, ist es merklich spürbar, dass die Kinder sehr viel Spaß an der Sache haben“, so die Schulleiterin der Landgrafen Grundschule Maria Prohl. Außer der ihren nehmen die Petri-, die Liebig- und die Offene Ganztagsschule der Fichte Grundschule am Projekt „Wir bewegen Zukunft-IT an Dortmunder Grundschulen“ teil.

Frau Dr. Ulrike Martin, Leiterin des KITZ.do betont die Vorteile des fächerübergreifenden, praxisbezogenen Arbeitens und die lange Laufzeit des Projektes. Hierdurch sei es möglich, besonders interessierte SchülerInnen in den vierten Klassen weiter zu fördern. Die in die Umsetzung des Programms involvierten Fachkräfte der Schulen würden durch studentische Hilfskräfte unterstützt.

Stadt der Zukunft“ als gemeinschaftliches Projektergebnis angestrebt

Frau Dr. Ulrike Martin erläutert Zielsetzung und Möglichkeiten des IT-Projektes Foto: Leopold Achilles

Dr. Ulrike Martin erläutert Zielsetzung und Möglichkeiten des IT-Projektes.

Im Zuge der zwei Projektjahre sollen die SchülerInnen die Möglichkeit haben, ihr erlerntes theoretisches Wissen auch wirklich in die Praxis umzusetzen. Es geht dabei darum, konkrete IT-Lösungen mit städtebaulichen und sozialen Anforderungen einer Stadt zu verknüpfen.

So soll ein plastisches Stadtmodell angefertigt werden. An diesem können die SchülerInnen ihre erworbenen Programmierkenntnisse und ihre mechanischen Fähigkeiten erproben und zusammenführen. Dafür ist es notwendig, dass sie die die Komplexität der Zusammenhänge zwischen Informationstechnologie, Städtebau und Umwelt so früh wie möglich erfassen.

Für das Modell wird jede Projektgruppe ein Teilgebiet, wie zum Beispiel ein Flughafen- oder Bahnhofsgelände entwickeln. Am Ende werden diese vier Einzelgebiete dann als „Stadt der Zukunft“ zusammengeführt.

Für Dezernentin Schneckenburger sei es für die Zukunft unerlässlich, dass schon Kinder verstünden, wie Informations- und Kommunikationstechnologie im Umfeld einer modernen Stadt funktioniere und wie man damit zielgerichtet und sinnvoll umgehe.

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