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Statt „exklusivem“ Wohnen am Phoenixsee investiert Dogewo in „inklusives“ Wohnen im Hafenquartier

Dogewo investiert in der Nettelbeckstraße

Rund drei Millionen Euro investiert die Dogewo21  in die zehn Häuser in der Nettelbeckstraße. Fotos: Alex Völkel

Dogewo investiert in der Nettelbeckstraße

Die kommunale Wohnungsgesellschaft  hat zehn Gebäude mit 77 Wohnungen vom einem Finanzinvestor übernommen.

„Das wird unser junges Hafenviertel“, sagt Volker Ruiters und blickt auf die Gebäudezeile zwischen Künstlerhaus und Scharnhorststraße. Fast den kompletten Straßenzug hat die Dogewo21 gekauft. Rund drei Millionen Euro wird sie an dieser Stelle der Nordstadt investieren.

Zehn Mehrfamilienhäuser mit 77 Wohnungen hat das kommunale Wohnungsunternehmen zum 1. Februar erworben. Keine vermüllten Problemhäuser, sondern vernachlässigter Wohnungsbestand einer Finanzigesellschaft. „Die Finanzinvestoren sind das größte Übel der Nordstadt“, betont Dogewo-Geschäftsführer Klaus Graniki beim Ortstermin. Sie haben über Jahre nichts investiert und die Bestände vernachlässigt. Die Folge: Der Leerstand stieg, die wirtschaftliche Situation wird immer schwieriger.

Sanierungsarbeiten sind im vollen Gang
Das ändert sich nun mit dem Engagement der Dogewo21: Die Sanierungs- und Umbauarbeiten sind im vollen Gang. Zum 1. November und 1. Dezember sollen die ersten beiden Gebäude fertig sein. In der Nettelbeckstraße 4 und 4a wird es ein besonderes Projekt geben: Statt „exklusivem“ Wohnen am Phoenixsee wird es ein „inklusives“ Wohnen in Hafennähe geben. DOGEWO21 und Lebenshilfe e.V. haben einen Mietvertrag für künftig zehn Wohnungen geschlossen.

Lebenshilfe setzt auf Wohnen für Menschen mit und ohne Behinderungen

Lebenshilfe mietet bei der Dogewo in der Nettelbeckstraße

Die Lebenshilfe mietet ab Mai zwei Häuser.

Wohnen für Behinderte, aber auch für Nicht-Behinderte stellt sich die Lebenshilfe vor. „Wir sind gespannt, wie das angenommen wird“, betont Andreas Schwohnke, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Sie hoffen auf ein interessantes Umfeld – gerade auch, weil gegenüber studentisches Wohnen geplant ist. Prinzipiell wird das auch in den Räumen der Lebenshilfe möglich sein.
Vier Wohnungen im Erdgeschoss werden speziell für die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern hergerichtet. Dazu gibt es eine Erschließung mit einem Hubpodest von der Gartenseite. Im Obergeschoss gibt es auch größere Wohnungen – für Wohngemeinschaften oder auch Familien. Obwohl der Sanierungsaufwand wegen der geplanten Barrierefreiheit und Erschließung für Rollstuhlfahrer investiert die Dogewo21 rund 1100 Euro pro Quadratmeter – üblich sind 900 Euro. Dennoch wird es Mieten „auf grundsicherungskompatiblen Niveau“ geben, verspricht Schwohnke. Alle Wohnungen bekommen dort auch Balkone.

Angebote für Bewohner und Wohngemeinschaften jeden Alters

Lebenshilfe mietet bei der Dogewo in der Nettelbeckstraße

Vertrag unterzeichnet: Andreas Schwohnke, Bernd Wortmeyer, Gabi Hennig-Gruber und Klaus Graniki.

Dadurch sollen ab kommenden Jahr Menschen aus den von der Lebenshilfe unterstützten Zielgruppen (zum Beispiel Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen mit körperlicher/mehrfacher Behinderung) wohnen und in den jeweils geeigneten Wohnungen als Einzelpersonen, Paare oder Familien und Wohngemeinschaften ein neues, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Zuhause finden. Aber das Wohnangebot der Lebenshilfe e.V. richtet sich auch an ältere Menschen, an Menschen mit Interesse an inklusiven Wohnformen und Studierende, sodass eine gemischte Bewohnerstruktur entsteht.
Es ist geplant, eine der Wohnungen als Service-Wohnung der Lebenshilfe (Büro, Nachtbereitschaft, Gemeinschaftsraum, zeitweise besetzte Beratungsstell etc.) zu nutzen.

Umfangreiche Sanierung läuft bis Juli 2014
Bis zum geplanten Fertigstellungstermin am 1. Mai 2014 führt Dogewo21 noch verschiedene bauliche Maßnahmen durch. Die Dämmung der Keller- und obersten Geschossdecke ist dabei ebenso vorgesehen wie der Einbau neuer Fenster, die Gestaltung der Fassaden und die Erneuerung der Treppenhäuser. Zum Teil werden für die Wohngemeinschaften Grundrissänderungen durchgeführt.

Aber auch in die restlichen acht Häuser wird die kommunale Gesellschaft investieren: Hier sind umfangreiche Modernisierungsarbeiten geplant. So sollen in der Nettelbeckstraße 2, wo die Arbeiten bereits begonnen haben, schon zum 1. November dieses Jahres neue Mieter einziehen. Die Arbeiten in den Häusern werden sukzessive durchgeführt. Die Fertigstellung des letzten Hauses an der Nettelbeckstraße/Scharnhorststraße ist für den 1. Juli 2014 geplant.

Studentisches Wohnen im Hafenquartier geplant

Dogewo investiert in der Nettelbeckstraße

Die Meerjungfrau – Symbol für das „junge Hafenquartier“.

Zielgruppe sind hier vor allem Studenten und andere junge Menschen, denen Dogewo21 hier mit den vorwiegend kleineren Wohnungen in attraktives, bezahlbares Wohnen in der Nordstadt bietet. „Wir haben da Wohnungen mit zwei annäherend gleichgroßen Zimmern und einer großen Wohnküche. Das eignet sich gut für studentisches Wohnen“, erklärt Bernd Wortmeyer, Prokurist der Dogewo21. Deshalb hätten sie auch das Studentenwerk angesprochen. „Doch das Studentenwerk hat kein Interesse an Studentenwohnungen. Aber wir glauben, dass hier ein Markt ist“, ergänzt Graniki. „Wenn das Studentenwerk nicht will, machen wir es selbst. Wir halten es für wichtig für eine soziale Mischung in der Nordstadt.“

 

 

Ein Gedanke zu “Statt „exklusivem“ Wohnen am Phoenixsee investiert Dogewo in „inklusives“ Wohnen im Hafenquartier

  1. Aufklärer

    Der Vermieter (Lebenshilfe Dortmund Wohnen gGmbH) ist ein Generalmieter der DOGEWO21 (Referenz: http://www.lebenshilfe-dortmund.de/newsartikel.php?id=212) und bindet ihre inserierte WGs (Referenz: http://www.wg-gesucht.de/wg-zimmer-in-Dortmund-Mitte.3593923.html) an Arbeitsverträge! Dabei handele es sich um ein „soziales“ Wohnprojekt für Menschen mit Beeinträchtigung, wofür sie eigentlich Staatliche Sozialleistungen (Referenz: http://www.lebenshilfe-dortmund.de/bitv/wohnen/auw.php; Zitat: „Finanziert wird das AUW in der Regel über das SGB XII.“) bekommen. Trotzdem wird von künftigen WG-Bewohnern, die sich zu einer/m Sozialen Arbeit(-svertrag) verpflichten müssen, ein urealistischer Gesamtmietpreis i.H.v. 295 € (Hinweis: Inserat wurde korrigiert; Anfangs: 190 €) für ca. 15qm verlangt. Dieser Mietpreis muss pro Person bezahlt werden. Bei 3 WG-Bewohner ergibt sich eine Summe von 885€. Somit handelt es sich hierbei um ein wirtschaftliches Projekt, wodurch die Mieter „kapitalistisch“ ausgebeutet werden!

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