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In der Nordstadt hat Dogewo 50 Objekte im Fokus – Probleme bereiten die „privaten Amateurvermieter“

Die komplette Wohngemeinschaft aus dem Obergeschoss: (v. l.) Jennifer Zuber, Indra Paas und Jannik Pape.

In der Nettelbeckstraße gibt es mittlerweile ein inklusives Wohnprojekt der Lebenshilfe. Foto: K. Hartmann

Von Joachim vom Brocke

Insgesamt 1600 Wohnungen besitzt die Dogewo21 in der Nordstadt. „Allerdings nicht in den dortigen Brennpunkten“, sagt Geschäftsführer Klaus Graniki. Gleichwohl hält das kommunale Wohnungsunternehmen verstärkt die Augen auf.

Ehemalige Problemimmobilien werden nach der Renovierung erfolgreich vermietet

Dogewo investiert in der Nettelbeckstraße

Die Dogewo hat viel in ihre Immobilien investiert – so auch in der Nettelbeckstraße. Foto: A. Völkel

„Insgesamt 50 Objekte haben wir hier im Fokus“, hieß es aus der Zentrale an der Landgrafenstraße. Wenn Preis und Rahmenbedingungen stimmen, werde Dogewo diese Häuser nach und nach kaufen und renovieren.

Probleme bereiten im Brennpunkt Nordstadt vor allem die „privaten Amateurvermieter“.

Auf der Bilanzpressekonferenz von Dogewo 21 erinnerten die Geschäftsführer Klaus Graniki und Andreas Laske (Prokurist für Betriebswirtschaft)daran, dass das Unternehmen bereit im Jahr 2013 insgesamt 16 Problemimmobilien – auch in der Nordstadt – mit insgesamt 136 Wohnungen erworben habe.

Diese Häuser und Wohnungen wurden saniert und 2014 in den normalen Wohnungsmarkt zurückgeführt. Erfreuliches Fazit: „Alle Wohnungen sind inzwischen längst vermietet“.

„Unsere Wohnungen sind begehrt, Mieten bleiben bezahlbar“

Über die kontinuierlich erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens freut sich die Geschäftsführung: „Dogewo-21-Wohnungen sind begehrt. Die Mieten bleiben bezahlbar, sozial und fair“.

Im Detail: Die Zahl der Auszüge blieb im Vergleich zum Vorjahr annähernd stabil (2014 = 1497, 2013 = 1463). Die Zahl der neu abgeschlossenen Mietverträge wurde um 9,1 % gesteigert (2014 = 1619, 2013 = 1484).

Die Zahl der leer stehenden Wohnungen sank um 17,6 % auf nur noch 232 Wohnungen (2013 = 262). Lediglich 123 Wohnungen standen im Vorjahr vermietungsbedingt leer.

Am 30. Juni 2015, so Prokurist Laske, wurde „mit 88 Leerständen ein historischer Tiefstand erreicht“. Insgesamt besitzt Dogewo 21 in Dortmund 16 350 Wohnungen.

Dogewo21 steckt viel Geld in die Modernisierung ihrer Immobilien

Die Dogewo wird von der Stiftung Soziale Stadt das sanierte Haus in der Brunnenstraße 51 übernehmen.

Das ehemalige Problemhaus in der Brunnenstraße ist ein Schmuckstück geworden. Foto: A. Völkel

Mit einer Durchschnittsmiete von 4,97 Euro je Quadratmeter lagen die Mieten 2014 um 1,8 % höher als im Vorjahr (4,88 Euro). Neumieter zahlen im Schnitt 5,36 Euro je Quadratmeter.

Mehr als 50 Prozent der Mieteinnahmen werden in die Bestandserhaltung und -verbesserung investiert.

Etwa 19 Millionen Euro flossen in die Verbesserung (Groß- und Einzelmodernisierung), 17 Millionen Euro in die Erhaltung (Reparatur und Instandhaltung) der Bestände.

„Davon“, so Klaus Graniki, „profitiert auch das Dortmunder Handwerk in hohem Maße“. Denn fast alle Aufträge würden an Dortmunder Betriebe vergeben.

Auch Investitionen in Kindertagesstätten und die Nachbarschafts-Quartiere

Dogewo21-Chef Klaus Graniki und Prokurist Andreas Laske stellten den Bericht vor. Foto: J.v. Brocke

Dogewo21-Chef Klaus Graniki und Prokurist Andreas Laske stellten den Bericht vor. Foto: J.v. Brocke

In den Jahren 2013/2014 wurden neun Kindertagesstätten gebaut, ein Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro und 685 neue Kita-Plätze für die Kleinsten.

160 dieser Plätze helfen, den dringend benötigten Bedarf an Plätzen in der U3-Betreuung zu stillen. Übrigens: der älteste Kindergarten (mit einem Mietvertrag von 1930) feiert in diesem Jahr in Eving sein 85-jähriges Bestehen.

Stabile Nachbarschaften und Quartiere wurden im vergangenen Jahr mit rund 400 000 Euro gefördert. Neben den Aktivitäten der fünf Nachbarschaftsagenturen in den Beständen werden Mieterfeste und Aktivitäten für Kinder und Jugendliche organisiert und gefördert. Das Spielmobil bringt einmal pro Woche pädagogisch betreutes Spielangebot in einige Quartiere.

Für Neubauten mangelt es an Finanzhilfe durch den Bund

Für die Erstunterbringung von Flüchtlingen hat Dogewo 21 in Lütgendortmund zehn Häuser (121 Wohnungen) an die Stadt vermietet. Vier Häuser mit 33 Wohnungen sind als Globalvermietung an die Stadt vermietet. Dort werden Flüchtlinge nach der Erstaufnahme untergebracht.

„Mit der Stadt sind wir in Kontakt und werden personelle Unterstützung bei Neubau und Umbau von Flüchtlingsunterkünften leisten“, so Geschäftsführer Klaus Graniki. Wenn ein geklärter Aufenthaltsstatus vorliege, werde auch direkt an Flüchtlinge vermietet und sie „in die vorhandenen Nachbarschaften integriert“.

Neubauten seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwierig, da es an Zuschüssen mangele. „Finanzielle Unterstützung vom Bund ist eingefordert“.

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