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„Im Westen was Neues“: Das siebte Denkmalheft befasst sich mit dem neuen Boulevard Kampstraße in Dortmund

Präsentierten das neue Heft: Margarete Bonnenberg, Dr. Henriette Brink-Kloke (Archäologin), Uwe Wendel (Amt für Stadterneuerung) Dr. Stephan Strauß (Autor), Walter Nickisch (Leiter Stadtplanungs- und Bauordnungsamt). Foto: Joachim vom Brocke

Präsentierten das Heft: Margarete Bonnenberg, Dr. Henriette Brink-Kloke (Archäologin), Uwe Wendel (Stadterneuerung) Dr. Stephan Strauß (Autor), Walter Nickisch (Stadtplanungs- und Bauordnungsamt). Foto: J.v.Brocke

Von Joachim vom Brocke

„Das ist alles wunderbar zu Lesen“, freute sich Walter Nickisch, Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes. Druckfrisch liegt das neue Exemplar der Dortmunder Denkmalhefte – Bausteine und Fundstücke vor. Es ist bereits die siebte Ausgabe. Thema diesmal: „Im Westen was Neues – Der Boulevard Kampstraße zwischen Petrikirche und Westentor“.

Bürgerinnen und Bürger konnten 2007 das Straßenpflaster auswählen

Auf 32 reich bebilderten Seiten wird ein Teilstück der Kampstraße vorgestellt wie sie früher mal war und welche Wege zur heutigen Ausbaustufe führten. Das Heft, so Walter Nickisch, sei nicht die letzte Ausgabe: „Wir werden weitermachen mit der Ausbaustufe von Petri- bis Reinoldikirche“.

Margarete Bonnenberg, Architektin und Stadtplanerin bei der Stadt Dortmund, erinnert sich noch an den kalten 23. Oktober 2007: „Mit einem Kollegen und einem Praktikanten stand ich an der Reinoldikirche. Hier lagen die Musterplatten für den neuen Boulevard Kampstraße aus. Die Dortmunder sollen auswählen. Viele sind überrascht und erfreut, ihre Meinung äußern zu können“, sagt sie. Margarete Bonnenberg ist eine von vielen Wegbegleitern der Kampstraße.

Noch vor wenigen Jahren war die Kampstraße eine autogerechte Schneise

Früheres Gründerzeit-Eckhaus an der vorderen Kampstraße/ Ecke Hubertgasse, heute Kampstraße 93.

Früheres Gründerzeit-Eckhaus an der vorderen Kampstraße/ Ecke Hubertgasse, heute Kampstraße 93.

Bis vor wenigen Jahren war die Kampstraße eine breite, autogerechte Schneise, die die Dortmunder City in Norden und Süden trennte. Seit einigen Jahren wird aus grauem Asphalt ein vielfältiger Boulevard, der zum Flanieren, zum Verweilen und zum städtischen Erleben einlädt. Mit dem Umbau wurde 2008 im Abschnitt zwischen der Petrikirche und dem Westentor begonnen.

Kein leichtes Unterfangen, prägen doch großmaßstäbliche und hohe Bauten der Nachkriegszeit die Straßenseiten. Sorgfältige Planung und das Wissen um die historischen Entwicklungen schufen aus diesem Straßenraum wieder einen Lebensraum.

So wurde im 19. und 20. Jahrhundert alles anders

Im Westen was Neues – intensive Kenntnisse der Stadtentwicklung, Forschungen der Stadtarchäologie, die sozialtopografische Auswertung der industriezeitlichen Gebäude und ein Rückblick auf die von vielen Dortmundern noch miterlebte letzten Jahrzehnte, bilden die Grundlage für die Schaffung des ersten Boulevardabschnitts zwischen Petrikirche und Westentor.

Was die Kampstraße hier einmal war, was es mit der 2. Kampstraße und dem Westentor auf sich hat, wie im 19. und 20. Jahrhundert alles anders wurde – und warum es wiederum notwendig werden konnte, dieser Straße einen neuen Maßstab und eine neue Gestaltung zu geben – dies alles wird in der neue Broschüre berichtet.

Exil-Dortmunder Stephan Strauß als Autor gewonnen

Mit Dr.-Ing. Stephan Strauß, einem Ex-Dortmunder, der jetzt in Krefeld lebt und arbeitet, an der TU in Dortmund Architektur studierte, wurde ein Autor mit einem besonderen Fokus auf die historische städtebauliche Entwicklung gewonnen. Strauß berichtet kenntnisreich, zum Teil aus eigener Erfahrung und hat all diese Elemente in einer inhaltsreichen und unterhaltsamen Veröffentlichung zusammengetragen.

„Es sollte angenehm zu lesen sein“, sagte der Autor bei der Vorstellung des Heftes. Stephan Strauß kann sich selbst noch gut an die Zeit erinnern, als noch Autos über die Kampstraße rollten. Beeindruckt ist der Architekt stets vom markanten Gebäude der ehemaligen WestLB (heute Ärztezentrum) und der Dresdner Bank: „Architekt Harald Deilmann hat 1972 hier ein Bauwerk wie eine große Skulptur geschaffen“.

Mehr Informationen:

  • Das siebte Heft der Reihe „Bausteine und Fundstücke – Dortmunder Denkmalhefte“ ist ab sofort kostenlos zu haben: bei der Denkmalbehörde im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, aber auch im Museum für Kunst und Kulturgeschichte sowie im Stadtarchiv.
  • Alle älteren, inzwischen neu aufgelegten Hefte stehen ebenfalls wieder kostenlos zur Verfügung.
  • Darüber hinaus können alle Hefte auf der Internetseite www.denkmalbehoerde.dortmund.de kostenlos heruntergeladen werden.

Mehr zur Reihe auf nordstadtblogger.de:

Die sechste Ausgabe der „Dortmunder Denkmalhefte“ gibt interessante Einblicke in das Alltagsleben des 19. Jahrhunderts

Brüderweg: Vom „grauen Bruder“ zur Flaniermeile – Denkmalheft beschäftigt sich mit der Geschichte

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