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„Ich glaub‘, es hakt“ in Deusen: Am Samstag ist Vernissage für eine Gemeinschaftsausstellung im kulturellen Niemandsland

„Ich glaub‘, es hakt“ heißt die Vernissage im kulturellen Niemandsland. Fotos: R.M.Schwalgin

„Ich glaub‘, es hakt“ heißt die Vernissage im kulturellen Niemandsland. Fotos: R.M.Schwalgin

Grübel, grübel, grübel… „Ich glaub‘, es hakt“, stöhnte leicht genervt Karla Christoph und das Thema für das Ausstellungsprojekt war geboren. Das war im Januar 2017. Fünf befreundete KünstlerInnen saßen im Atelier Frankemöller zusammen und planten ihre erste Gemeinschaftsausstellung.

Beim Aufbau sahen die Künstler, was die Anderen unter dem Satz verstanden

„Ich glaub‘, es hakt“ heißt die Vernissage im kulturellen Niemandsland. Fotos: R.M.SchwalginNicht gerade in einem kulturell verwöhnten Dortmunder Stadtteil. Hier werfen auch keine Windräder Schlagschatten – sondern die schier endlos scheinenden LKWs. Hier also? Fußläufig zum Hafen? Kunst umzingelt von Industrie? Direkt an der viel befahrenen Deusener Straße, in einem eher tristen städtebaulichen Raum?

Aber genau das war das Anliegen von Anke Frankemöller. Und so nahmen Gedanken und Assoziationen ihren Lauf. Keine Vorgaben, keine Absprachen – bis zuletzt. Erst beim Aufbau sahen erstmalig die Künstler, was die Anderen unter dem kurzen Satz verstanden. Das Ergebnis zeigt erstaunlich breit gefächerten Arbeiten:

Anke Frankemöller nimmt den Titel wörtlich, beschäftigte sich mit Haken, Ankern und Ankerchen. Auf einem Großformat von Farbe, vielschichtigem Materialmix hakt sogar ein robuster Reißverschluss. Sofort muss man selbst an nervenaufreibende Auseinandersetzung denken – fühlt sich dann aber beruhigt bei Betrachtung ihres Films am „stillen Ort“.

Die Ausstellungseröffnung am morgigen Samstag ab 16 Uhr in Deusen

„Ich glaub‘, es hakt“ heißt die Vernissage im kulturellen Niemandsland. Fotos: R.M.SchwalginKarla Christoph hat eine zweiteilige Arbeit mitgebracht. Auf sein Handy starrend sitzt ein Mann auf der Bank, daneben ein Mini-Video – vielleicht der zugehörige Film von Schienen ins Nirgendwo? Ruckelnd –hakend – stolpernd ihre Videosequenzen von einem stillen Örtchen, wo das Toilettenpapier der Schwerkraft folgt.

Ein ungewöhnliches 4-Gang-Menue kredenzt A. Diéga. Er schlägt buchstäblich DADAistische Kapriolen u. A. mit seinem Hakensalat. In kleinen Rahmen zeigt er kontrast- und variantenreich Zeichnungen von Haken und Ösen.

Passend zur unmittelbaren Umgebung, doch weich und einfühlsam wirkend im Raum zeigt Ulrike Harbach Landmarken des Reviers. Fotos plus Emulsionen auf Stahlplatten setzen Haken im/ins Gedächtnis, zeigen industriegeschichtliche Einschnitte: Förder-, Bier- (U-Turm) und Wasserturm stehen für den historisch dramatischen Umbruch. Danach hakte es auf dem Arbeitsmarkt, kam er ins stolpern.

Die Ausstellung ist vom 21. bis 27. Mai 2017 im Atelier Frankemöller zu sehen

„Ich glaub‘, es hakt“ heißt die Vernissage im kulturellen Niemandsland. Fotos: R.M.SchwalginRita-Maria Schwalgin erzählt – thematisch fein sortiert – vom abwechslungsreichen Berufsleben. Ihre eingeschweißten, konserviert und vakuumisierten Beispiele ihrer Serie „My work“ erzählen Geschichten. Ja es hakt, wenn Kalkulationen per spitzem Bleistift später pet „Rot-Strich“ zusammen gestrichen werden oder wenn der Computer installiert werden muss.

Am Samstag, den 20. Mai ab 16 Uhr können Neugierige das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Ideen sehen und sind herzlich eingeladen die eigene Gedanken zum Titel zu spinnen. Wer weiß, wo es dann hakt?

Die Ausstellung ist dann vom 21. bis 27. Mai 2017, jeweils 16 bis 19 Uhr, im Atelier Frankemöller, Deusener Str. 32, Dortmund-Deusen (fußläufig zum Hafen) zu sehen. Es werden jeweils KünstlerInnen anwesend sein. in.de

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