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Hafen AG: Containerumschlag auf Rekordniveau – HSP-Schließung sorgt für geringeren Güterumschlag

Luftaufnahme des Dortmunder Hafens aus 2013: Unterhalb der Hafenbecken ist der Autobahnzubringer OWIIIa, am oberen Rand ist im Hintergrund das IKEA-Europalager zu erkennen. Foto: Hafen AG

Der Hafen 2013: Unten ist der Autobahnzubringer OWIIIa, oben das IKEA-Europalager. Foto: Hafen AG

Die Dortmunder Hafen AG ist auf Erfolgskurs: Das Containerterminal Dortmund (CTD) hat im vergangenen Jahr erstmals die 200.000er Marke beim Umschlag von Containern gerissen – sie liegt damit schon über der Kapazitätsgrenze des Komplexes an der Kanalstraße. Entlastung liefert die neue Anlage für Kombinierten Verkehr (KV-Anlage). Der Hafenbahnhof läuft gut an – genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Jahresergebnis ein großer Erfolg – das erste Quartal liegt 17 Prozent über den Planungen

Das Container-Terminal Dortmund (CTD) platzt aus allen Nähten. Der Hafenbahnhof soll Entlastung bringen.

Das Container-Terminal (CTD) platzt aus allen Nähten. Der Hafenbahnhof bringt Entlastung.

Vorliegt allerdings der Jahresabschluss der Dortmunder Hafen AG: „Das zweitbeste Ergebnis seit der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 ist für uns ein großer Erfolg. Das Jahr 2016 läuft bisher gut an. Wir haben einen höheren Güterumschlag als erwartet“, erklärt Markus Bangen, Generalbevollmächtigter der Dortmunder Hafen AG. 17 Prozent über den ambitionierten Planungen liege das erste Quartal.

Die Dortmunder Hafen AG weist als Mitglied der Unternehmensgruppe der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) mit einem Überschuss von rund 1,1 Millionen Euro ein überaus gutes Jahresergebnis für 2015 auf – wie auch schon 2014.

Als Treuhänder für die Verwaltung der Grundstücke der Stadt Dortmund überweist die Dortmunder Hafen AG 4,3 Millionen Euro für städtische Aufgaben und damit für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dortmund.

„Trotz des leichten Rückgangs liegen wir im Bereich Schiffsgüterumschlag inklusive Containern um 125.000 Tonnen über unserem geplanten Ergebnis. Im Hinblick auf die Wirtschaftslage und den milden Winter sind wir mit den Umschlag- und Transportmengen für 2015 zufrieden“, erklärt Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG.

HSP-Schließung wirkt sich auch negativ auf den Güterumschlag im Hafen aus

Die mit Schiff und Eisenbahn umgeschlagene und transportierte Gütermenge belief sich 2015 auf insgesamt 5,44 Millionen Tonnen (Vorjahr: 5,83 Millionen Tonnen). Damit sinkt die Umschlag- und Transportmenge im Vergleich zum Vorjahr um 390.000 Tonnen bzw. 6,7 Prozent.

Bestens aufgestellt für die Anforderungen des kombinierten Verkehrs – hier zum Beispiel bei einem Container-Transport der Dortmunder Eisenbahn für IKEA. Foto: Dortmunder Hafen AG / Jürgen Appelhans

Bestens aufgestellt für die Anforderungen des kombinierten Verkehrs. Foto: Jürgen Appelhans/ Hafen AG

2,84 Millionen Tonnen entfielen 2015 auf den Schiffsgüterumschlag inklusive beladener Container. Im Vergleich zu 2014 ist der Schiffsgüterumschlag im Jahr 2015 um 96.000 Tonnen bzw. rund 3 Prozent  gesunken.

Das Ergebnis für 2015 liegt dennoch im oberen Bereich, wie Uwe Büscher erläutert: „Der Schiffsgüterumschlag inklusive beladener Container für 2015 ist seit der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 unser zweitbestes Ergebnis. Unsere Anstrengungen haben sich ausgezahlt.“

Die Eisenbahntransporte lagen 2015 bei 2,6 Millionen Tonnen – damit rund 300.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Die Schließung der Hoesch Spundwand und Profil GmbH in Dortmund und die generelle Stahlkrise haben den Rückgang stark beeinflusst, so der Hafenchef.

Bereits im letzten Quartal 2015 sanken die Eisenbahntransporte zu und von HSP im Dortmunder Hafengebiet. „Die Schließung von HSP ist ein schmerzlicher Verlust für die Stadt Dortmund und selbstverständlich insbesondere für die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich hoffe, dass sich in naher Zukunft Lösungen für sie finden lassen“, sagt Uwe Büscher.

Deutlich mehr Container im Dortmunder Hafen – Baustoffumschlag geht zurück

Im Bereich der Gütergruppen stehen die Container wieder an erster Stelle: „Mit 985.000 Tonnen haben wir den Containerumschlag wieder gesteigert und auch das Jahr 2014 um 44.000 Tonnen überboten. Im Zuge der neuen KV-Anlage wird sich die Erfolgsserie weiter schreiben lassen. Da bin ich mir sicher“, sagt Hafenchef Uwe Büscher.

Ein Schubschiff wird mit Wasserbausteinen zum Ausbau von Wasserstraßen beladen. Foto: Dortmunder Hafen AG / Jürgen Appelhans

Ein Schubschiff wird mit Wasserbausteinen zum Ausbau von Wasserstraßen beladen. Foto: Jürgen Appelhans/Hafen AG

Prozentual ist der Containerumschlag im Jahr 2015 um 5 Prozent gestiegen und entspricht damit 35 Prozent aller umgeschlagenen Güter.

An zweiter Stelle der umschlagsstärksten Güter 2015 stehen die Baustoffe mit 557.000 Tonnen (- 14,9 Prozent). Der sinkende Export von Splitt ist ein ausschlaggebender Grund für die Umschlagsverringerung. Dicht gefolgt an dritter Stelle der Gütergruppen sind die Mineralöle mit 544.000 Tonnen (- 11,8 Prozent). Der milde Winter hat diesen Rückgang beeinflusst.

Die Gütergruppe Schrott, an vierter Stelle, hat sich im Vergleich zu 2014 etwas erhöht – im Jahr 2015 wurden 336.000 Tonnen im Dortmunder Hafen umgeschlagen, 5.000 Tonnen mehr als 2014.

Ebenso wurden Eisen und Stahl im vergangen Jahr mehr umgeschlagen – im Jahr 2015 insgesamt 283.000 Tonnen (+ 21 Prozent). Importkohle wurde mit 104.000 Tonnen im Hafen umgeschlagen – ein konjunkturbedingter Rückgang von 15,5 Prozent.

Schleuse Henrichenburg: Forderung nach einem Ausbau des Nadelöhrs

Um eine höhere Betriebssicherheit der Schleuse Henrichenburg – dem Nadelöhr zum Dortmunder Hafen – zu gewährleisten, fordert Uwe Büscher: „Die wasserseitige Anbindung des Dortmunder Hafens muss sichergestellt sein. Kürzere Reaktionszeiten bei technischen Störungen durch die Vorhaltung von Ersatzteilen würden eine wesentliche Verbesserung bedeuten. Hier muss etwas passieren.“

Außerdem plant die Dortmunder Hafen AG, die Zusammenarbeit mit deutschen und anderen europäischen Seehäfen zu intensivieren. Die Containerzugverbindungen mit den deutschen Nordseehäfen sollen weiterentwickelt werden. Das Ziel ist, Verlagerungspotenziale zu nutzen und die Waren von der Straße auf umweltschonende Verkehrsträger zu bringen.

In die Zukunft schaut Uwe Büscher optimistisch: „Wenn wir auf das schwierige Jahr 2013 zurückblicken, in dem Reparaturausfälle und Streiks unseren wirtschaftlichen Erfolg wesentlich gemindert haben, sehe ich als Vorstand der Dortmunder Hafen AG allen Grund, optimistisch in den weiteren Verlauf des Jahres 2016 und die Folgejahre zu sehen. Die Ergebnisse der ersten Monate sind erfolgversprechend. Fest steht, dass wir stark an der Seite der Stadt Dortmund und der DSW21 weiterarbeiten werden.“

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