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Frühstückscafé im Familienzentrum an der Stollenstraße ist Selbstläufer. Angebot für Eltern aus der Nordstadt

Elternfrühstück im FABIDO Familienzentrum Stollenstraße in der Nordstadt

Elternfrühstück im FABIDO Familienzentrum Stollenstraße in der Nordstadt

Sehr lecker sieht das aus, was da auf den Tischen im FABIDO Familienzentrum in der Stollenstraße zusammengetragen worden ist. Spezialitäten aus aller Herren, in diesem Falle, aller Damen Länder. Gut zwanzig Frauen sitzen an den Tischen und frühstücken. Die Speisen haben die Frauen selbst mitgebracht Man hat Freude an der Gemeinsamkeit.

Heute ist Sozialdezernentin Waltraud Bonekamp zu Gast. Die möchte sich ein Bild von dem Elternfrühstück und der Einrichtung in der Dortmunder Nordstadt machen. „Das ist schon eine besondere Einrichtung hier“, findet sie. 105 Einrichtungen dieser Art unterhält FABIDO in Dortmund. „Jede hat eine andere Strategie, abgestimmt auf die örtlichen Bedingungen um die Eltern zu erreichen“, ergänzt die Dezernentin. „Das Frühstück ist ein gelungenes Beispiel um die Mütter in der Nordstadt zum Treff im Familienzentrum einzuladen“, erklärt Waltraud Bonekamp.

Eltern kommen wegen der Beratung oder einfach nur um gemeinsam zu plaudern

Elternfrühstück im FABIDO Familienzentrum Stollenstraße in der Nordstadt. 3. v. rechts: Dezernentin Waltraud Bonekamp

Dezernentin Waltraud Bonekamp macht sich ein Bild vom Familienzentrum

Ein Mal im Monat findet das Elternfrühstück statt. „So voll wie heute ist es immer, das Frühstück ist ein Selbstläufer“, freut sich Einrichtungsleiterin Gabrielle Braß. Aber es wird nicht nur gegessen und geplaudert. Immer finden Beratungsgespräche statt und Unterstützungsangebote werden bekannt gemacht. Thema des heutigen Frühstücks ist Arbeit und Ausbildung.

An anderen Tagen referieren Vertreter der Kooperationspartner des Zentrum zu anderen Fragen und Problemen. Mal ist eine Ärztin des Gesundheitsamtes, eine Mitarbeiterin der Erziehungsberatungstelle Westhoffstraße oder jemand von der Bundesagentur für Arbeit zu Besuch.“Wichtig ist uns die Vernetzung mit allen Dienstleistern in der Stadt“ betont Gabriele Braß. Eine Hebamme war auch schon da oder eine Finanzberaterin.

Plötzlich wird es eng, drei junge Männer führen ein Gruppe Kinder in BvB-Trikots an den Tischen vorbei ins Freie. Die jungen Borussinnen und Borussen wollen draußen Fußballspielen. „Ansonsten haben wir Platz genug. Die Räumlichkeiten sind ideal“, lobt Leiterin Gabriele Braß die baulichen Bedingungen an der Stollenstraße. „Wir haben hier auch eine Kaffeeecke, da können Eltern sitzen, eine Beratung suchen oder einfach nur einen Kaffee oder Tee trinken, solange bis die Einrichtung am späten Nachmittag geschlossen wird. „Und das wird angenommen“ erzählt Braß. Nebenan ist eine kleine Tauschbörse mit Kinderkleidung aufgebaut.

Mütter von Kindern aus dem Familienzentrum organisieren Frühstück und Tauschbörse

Elternfrühstück im FABIDO Familienzentrum Stollenstraße in der Nordstadt. Dilayan Saba Instanbul und Barbara Hajdaroski sind Elternbegleiterin

Organisieren das Elternfrühstück. Dilayan Saba Instanbul und Barbara Hajdaroski v. l.

Organisiert werden Frühstück und Tauschbörse vom Elternrat und den beiden Elternbegleiterinnen Barbara Hajdaroski und Dilaygan Saba Istanbul. Die beiden Mütter von zwei Kindern sind vor gut einem Jahr angesprochen worden ob sie sich so eine ehrenamtliche Aufgabe vorstellen könnten.

Seit letzten Sommer sind sie nun aktiv. Zuvor haben sie eine dreimonatige Ausbildung beim Gesundheitsamt durchlaufen. Auf dem Unterrichtsplan standen die Fächer: Ernährung, Gesundheit, Erziehung. Welche Hilfen es gibt und wo man sie in Anspruch nehmen kann gehörten ebenfalls zum Ausbildungsprogramm. „Zu Beginn war ich sehr schüchtern, das hat sich geändert“, zieht Barbara Hajdaroski auch einen persönlichen Gewinn aus der Arbeit im Zentrum.

Seit acht Jahren lebt die junge Frau aus Mazedonien in Dortmund. „Anfänglich war ich sehr allein in der Stadt, nur mit meinem Mann. Nun habe ich sehr viele Frauen kennengelernt und  viele Freundschaften geschlossen“ blickt sie auf ihre Partnerin Dilaygan Saba Istanbul. Die lebt schon seit zwanzig Jahren in der Dortmunder Nordstadt. Ihre Kinder gehen nicht mehr in die KiTa an der Stollenstraße sondern zu Schule.

Trotzdem besucht sie weiterhin die Einrichtung so wie auch viele ehemalige Mütter oder Großmütter von Kindern, die die Tagesstätte besuchen oder besucht haben. „An der Schule passiert es mir öfter das ich von Eltern anderen Kinder um Rat gefragt werde“, erzählt sie. „Viele Frauen stellen beim Frühstück fest das andere Mütter die gleichen Probleme haben und sie mit ihren Sorgen nicht alleine stehen“, haben die beiden Frauen erkannt. Auch außerhalb der Räumlichkeiten des Familienzentrums entstehen so selbst organisierte Netzwerke.

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