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Frühjahrsbelebung setzt sich kräftig fort: Die Arbeitslosenquote in Dortmund sinkt im Mai auf 11,1 Prozent

 

Im Vorjahrresvergleich ist die Zahl der Arbeitslosen in Dortmund um 2000 gesunken.

Im Vorjahrresvergleich ist die Zahl der Arbeitslosen in Dortmund um rund 2000 gesunken.

Steigende Beschäftigung und sinkende Arbeitslosigkeit – der positive Trend auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt setzt sich auch im Mai fort. „Ein Plus von über 8.000 Beschäftigungsverhältnissen zum Vorjahr ist ein starkes Signal. Wir zählen zudem gut 600 Arbeitslose weniger als im April“, freut sich die neue Dortmunder Arbeitsagenturchefin Martina Würker.

Gute Chancen für Fachkräfte auf dem heimischen Arbeitsmarkt

Der junge Flüchtling macht bei Viet Metallbau seine Ausbildung.

Qualifikation ist der Schlüssel – Umschulungen können Perspektiven ermöglichen.

Vor allem Fachkräfte haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Qualifizierung und Weiterbildung von Menschen bekommt eine immer größere Bedeutung. „Arbeitslosen Menschen ohne ausreichende Qualifikation möchten wir die Chance geben, wieder Fuß am Arbeitsmarkt zu fassen“, erklärt sie die Herausforderung.

„Unsere Aufgabe ist es, die Anforderungen der Unternehmen mit den vorhandenen Fähigkeiten der Bewerber abzugleichen und gegebenenfalls mittels einer Qualifizierung beide Seiten besser zueinander zu bringen. Auch Arbeitgeber können mit Unterstützung der Agentur für Arbeit ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne ausreichende Qualifikation weiterbilden“, so Würker.

Von der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung profitierten vor allem die Frischausgebildeten. Sie kämen gut im Markt unter und fänden Anschlussverträge. Zum ersten Mal seit fünf Jahren liegt die Jugendarbeitslosenquote im Mai unter der „magischen“ Zehn-Prozent-Marke.

„Darüber dürfen wir uns freuen. Dennoch: Die Jugendarbeitslosigkeit in Dortmund ist immer noch zu hoch. 2.968 junge Menschen brauchen weiterhin unsere volle Unterstützung und Engagement auf ihrem Weg in Ausbildung und Arbeit“, so Würker.

Im Vorjahresvergleich sind mehr als 2000 Menschen weniger arbeitslos

Martina Würker, Chefin der Agentur für Arbeit in Dortmund.

Martina Würker, Chefin der Agentur für Arbeit in Dortmund. Fotos: Alex Völkel

Im Mai waren 34.222 Menschen in Dortmund arbeitslos gemeldet – davon 7.422 Personen bei der Arbeitsagentur und 26.800 Menschen beim Jobcenter Dortmund. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 637 Personen oder 1,8 Prozentpunkte gesunken.

Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit deutlich um 2.031 Personen oder 5,6 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sank im Mai um 0,3 Prozent auf 11,1 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 11,9 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur lag bei 2,4 Prozent und für das Jobcenter bei 8,7 Prozent.

„Die Arbeitslosen profitieren, dass ist für uns das entscheidende. Über 2000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Nicht durch Statistikänderung, sondern weniger gemeldet“, betont Würker.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Im Mai waren 26.800 Personen arbeitslos gemeldet, das sind im Vergleich zum Vormonat 439 Personen oder 1,6 Prozentpunkte weniger, unter Berücksichtigung möglicher saisonaler Schwankungen im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar 3.161 Menschen weniger.

Niedrigste Stand der Langzeitsarbeitslosen seit Bestehen des Jobcenters

Frank Neukirchen-Füsers (Geschäftsführer Jobcenter Dortmund)

Frank Neukirchen-Füsers (Geschäftsführer Jobcenter Dortmund)

„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und die stabile Arbeitskräftenachfrage setzen sich auch im Mai weiterhin fort. Im Vergleich zum Vormonat sind 439 Menschen weniger im Jobcenter gemeldet“, erklärt der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Nach wie vor könnten auch langzeitarbeitslose Menschen von der guten Entwicklung profitieren. Im Mai waren 1.623 Menschen weniger langzeitarbeitslos als im gleichen Monat des Vorjahres.

Daher konnte mit 13.242 Menschen erneut der niedrigste Bestand an Langzeitarbeitslosen in Dortmund seit Bestehen des Jobcenters erreicht werden.

Zunahme der Zuwanderung zeigt sich deutlich in der Arbeitsmarktstatistik

Arbeitsagentur, Jobcenter und Sozialamt haben den Integration Point für Flüchtlinge gestartet, der beim Start in Ausbildung und Beruf helfen soll.

Arbeitsagentur, Jobcenter und Sozialamt haben den Integration Point für Flüchtlinge gestartet.

Der Zustrom geflüchteter Menschen nach Dortmund zeigt sich auch zunehmend in der Arbeitsmarktstatistik. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtarbeitslosigkeit stieg in den vergangenen zwei Jahren um 4,3 Prozentpunkte auf aktuell 34,8 Prozent an. Damit sind nun 11.902 AusländerInnen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter Dortmund arbeitslos gemeldet.

10.173 ausländische Mitbürger werden durch das Jobcenter Dortmund und 1.729 Personen von der Agentur für Arbeit betreut. Der größte Anteil der Arbeitslosen mit ausländischem Pass entfällt auf Zugänge aus Asylzugangsländern; 3.873 Personen waren im Mai arbeitslos gemeldet. Das ist ein Plus von 9,8 Prozent oder 343 Menschen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Syrien bilden hier die größte Gruppe; aktuell sind 1.604 Syrerinnen und Syrer arbeitslos gemeldet, das sind 305 mehr als im Mai 2016 und 1.094 mehr als vor zwei Jahren.

3000 junge Dortmunder sind arbeitslos – 2000 suchen einen Ausbildungsplatz

Stadt, Arbeitsagentur und Jobcenter arbeiten beim Jugendberufshaus Hand in Hand.

Stadt, Arbeitsagentur und Jobcenter arbeiten beim Jugendberufshaus Hand in Hand.

Rechtkreisübergreifend liegt die Jugendarbeitslosenquote bei aktuell 9,3 Prozent oder 2.968 jungen Menschen. Das ist ein Rückgang um 125 Personen oder 4,0 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat als auch ein Rückgang zum Vorjahr um 8,6 Prozent oder 281 jungen Menschen.

Wie schon im Vormonat gilt auch für den Mai: Junge Menschen, die sich nach Abschluss ihrer zwei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen zunächst arbeitslos melden mussten, haben schnell eine Anschlussperspektive erhalten und konnten wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Seit Oktober 2016 meldeten sich 4.070 Jugendliche bei der Berufsberatung als BewerberInnen. Das sind 122 Jugendliche oder 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon haben gut 2.000 bereits ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch 1.980 ohne Zusage. Weitere 443 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an Ausbildung interessiert.

Mehr Informationen gibt es hier als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport_Mai 2017

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