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FOTOSTRECKE Zwischen Kulinarischem und Live-Acts: Der 7. Hafenspaziergang in Dortmund bietet 70 Veranstaltungen

Auch zum Schlemmen lud der Hafenspaziergang ein.

Auch zum Schlemmen lud der Hafenspaziergang in der Dortmunder Nordstadt ein.

Von Leonie Krzistetzko

Ein Streetfood-Festival gab es im Rahmen des Hafenspaziergangs. Foto: Leonie Krzistetzko

Ein Streetfood-Festival gab es im Rahmen des Hafenspaziergangs. Foto: Leonie Krzistetzko

Am Samstag (2. September 2017) lud der Hafenspaziergang wieder von 13 bis 24 Uhr dazu ein, die Nordstadt zu erkunden. Das kostenlose Event fand in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt. Aus insgesamt 70 Veranstaltungen an 42 Orten konnten sich die BesucherInnen ihren eigenen Hafen-Spaziergang zusammenstellen.

Das Programm war vielfältig gemischt. Auf dem Streetfood-Markt am Hafen gab es Kulinarisches aus der ganzen Welt. Die BesucherInnen konnten unter anderem zwischen Leckereien aus Eritrea, Israel und Korea auswählen.

Während die BesucherInnen hier schlemmten, versank das alte Hafenamt in Seifenblasen. Diese konnten Kinder in einem Workshop selbst herstellen. Die Locations waren allesamt fußläufig zu erreichen. Zusätzlich gab es einen Shuttle-Bus, der alle 20 Minuten zwischen neun Locations hin- und herpendelte.

Die Schnittstelle von Musik und Kunst: Künstlerhaus zeigt experimentelles Konzert

Vor dem Alten Hafenamt gab es ein ungewöhnliches Fotomotiv.

Vor dem Alten Hafenamt gab es ein ungewöhnliches Fotomotiv.

Im Keller des Künstlerhauses wurde es elektronisch. Im dunklen Raum erzeugte die Installation der Künstlerin Anja Erdmann ein wirres Schattenspiel an der Wand. Das Exponat der Weimarerin zeigt mehrere Motoren, die zusammen Laute erzeugen. Diese Töne wurden nun Live von Erdmann gesteuert und mit einer DJ-Performance vom Klangkünstler Marcus Beuter unterlegt. Es entstand ein experimentelles Stück, das die BesucherInnen in die Welt der Geräusche eintauchen lassen sollte.

Das Werk von Anja Erdmann ist Teil der Ausstellung „blind spot“, die noch bis zum achten September im Künstlerhaus zu sehen sein wird. Für den Hafenspaziergang wurde das Exponat in ein Konzert eingebunden. Dieses fand im Rahmen der mex-Konzertreihe statt. Mex steht für multimediale, experimentelle Musikprojekte, erzählte Geschäftsführer Achim Zepezauer. Die experimentelle Konzertreihe wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Im Rahmen des Hafenspaziergang fand zum zweiten Mal ein mex-Konzert statt.

„Unsere Konzerte sind oftmals sehr konträr. Generell zeigen wir aber Projekte die sich auf der Schnittstelle zwischen Kunst und Musik bewegen“, erzählte Zepezauer. Der Musiker freute sich über die Möglichkeit Anja Erdmann und Marcus Beuter zusammen auftreten zu lassen. „Das besondere ist, dass wir die Installation mitbespielen konnten. So können die Zuschauer die Installation einmal im ‚aktiven´ und einmal im ,passiven´ Modus sehen“, erzählte er.

Dortmunder Musiker Achim Zepezauer stellt eigenes Exponat vor

Musiker Achim Zepezauer stellte im Künstlerhaus sein Exponat vor. Foto: Leonie Krzistetzko

Musiker Achim Zepezauer stellte im Künstlerhaus sein Exponat vor. Foto: Leonie Krzistetzko

Auch Zepezauer ist Teil der Ausstellung „blind spot“. Nach der Sound-Performance stellte der Musiker sein Exponat vor: Einen selbstgemachten Phonographen, auf dem sich selbstaufgenommenes abspielen lässt. Dem Publikum erklärte er seine Arbeitsweise und forderte einen Zuschauer auf selbst ein Tonstück aufzunehmen. Anschließend demonstrierte Zepezauer wie man die fertiggestellte CD auf dem Phonographen abspielen kann.

Auch von außerhalb kamen BesucherInnen, die sich das Konzert ansehen wollten. So auch Xuan aus Hannover. Die Besucherin macht selbst Musik und ist über das Internet auf die Veranstaltung im Künstlerhaus gestoßen. Zuvor hat sie dort einen Workshop zum Thema „Hören“ von Marcus Beuter besucht. „Der Workshop war toll, ich habe gelernt verschiedene Geräusche wahrzunehmen“, so Xuan.

Indie-Festival Halleluyeah lässt acht Dortmunder Bands in der Pauluskirche spielen

The Blomquist aus Dortmund spielten zum zweiten Mal beim Halleluyeah-Festival. Foto: Leonie Krzistetzko

The Blomquist aus Dortmund spielten zum zweiten Mal beim Halleluyeah-Festival. Foto: Leonie Krzistetzko

Nur wenige Straßen entfernt wurde es laut. Mit dem siebten Hafenspaziergang ging auch das siebte Halleluyeah-Festival an den Start. Das Indie-Festival zeigte Konzerte von acht Dortmunder Rock-Bands. Geplant und Organisiert wurde es auch in diesem Jahr von Kay Berthold.

Zu den diesjährigen Wiederholungstätern gehörte die Band The Blomquist. Sie überzeugten das Publikum mit Indie-Rock und authentischen deutschen Texten. The Blomquist gibt es seit 2001, vor sieben Jahren waren sie beim ersten Halleluyeah-Festival zu Gast.

Frontmann Grobilyn Marlowe ist selbst jedes Jahr Gast des Halleluyeah-Festivals und von der Location begeistert. „Die Pauluskirche ist in Dortmund für mich die geilste, weil sie so etwas macht. Der Pfarrer Friedrich Laker hat es richtiggemacht, das Haus zu öffnen. Er weiß wie es funktioniert, dass Menschen zusammenkommen und Spaß haben“, erzählte er.

Platzregen tat der guten Stimmung keinen Abbruch

Pfarrer Friedrich Laker freut sich über die 7. Ausgabe des Halleluyeah-Festivals - Foto Leonie Krzistetzko

Pfarrer Friedrich Laker freut sich über die 7. Ausgabe des Halleluyeah-Festivals – Foto Leonie Krzistetzko

Obwohl das Wetter am Samstag von starkem Regen geprägt war, feierten die BesucherInnen zur Musik, die von Balkan Ska bis hin zu Folk reichte.

„Es war das erste Mal, dass es bei einem Halleluyeah geregnet hat, was der Stimmung hier aber keinen Abbruch geleistet hat“, erzählte Friedrich Laker. Der Pfarrer der Pauluskirche freut sich seit Jahren über die positiven Rückmeldungen, die er wegen des Halleluyeah-Festivals bekommt.

„Die Leute sind oftmals überrascht darüber, was alles in einer Kirche stattfinden kann“, erklärte Laker. „Das Festival ist ein Signal dafür, dass Kirche anders sein kann. Kirche kann sich in den Stadtteil einbringen und für viele unterschiedliche Menschen da sein“, ergänzte er.

Kultur und Kirche zusammenzubringen: Pink Floyd auf der Pfeifenorgel

Viele Menschen zog es ans, auf das und über das Wasser.

Viele Menschen zog es an das, auf das und über das Wasser.

Laker setzt sich dafür ein, Kultur und Kirche zusammenzubringen. So gehört zu den nächsten Terminen in der Pauluskirche unter anderem ein Pink Floyd-Kulturgottesdienst am 17. September, bei dem die großen Klassiker auf der Pfeifenorgel gespielt werden. Auch wird die Pauluskirche wieder Spielstätte der Dortmunder Museumsnacht und des überregional-bekannten Indie-Festivals Way Back When sein.

Bevor am Sonntagmorgen pünktlich um zehn Uhr der Gottesdienst begann, gab es noch einen gebührenden Abschluss des Festivals mit der Indie-Band Coconut Green.

Die BesucherInnen konnten den Abend im Subrosa und Herr Walter ausklingen lassen. Nun müssen sie noch ein Jahr warten, bis der Hafenspaziergang zum achten Mal zum Erkunden einlädt.

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  1. Hafen AG

    Flaschenpost-Fund im Hafen: Brautpaar darf sich auf eine Überraschung freuen

    Wer eine Nachricht übermitteln will, greift heute zu E-Mail, Facebook-Messenger oder WhatsApp. Im digitalen Alltag auf eine Flaschenpost zu stoßen, ist dagegen ein echter Glücksfall. Einen solchen erlebte am Samstag Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG.

    „Als Teilnehmer des Hafenspaziergangs sah ich eine Flasche durch das Hafenbecken treiben. Das darin eingedrehte Papier machte mich stutzig. War das etwa eine Flaschenpost?“, berichtet Büscher. Bei der Beantwortung dieser Frage half das anwesende Team von Technischem Hilfswerk und Arbeiter-Samariter-Bund und fischte die Flasche per Boot aus dem Wasser.

    Die Begutachtung ergab: Der Hafen-Chef hatte tatsächlich eine Flaschenpost entdeckt. Absender ist der Bruder einer künftigen Braut, der die Flasche am Rande eines Junggesellenabschieds auf die Reise schickte. Über den Inhalt sei nur so viel verraten: Im Mittelpunkt stehen von Herzen kommende Wünsche für das Brautpaar und die Bitte an den Finder, diese rechtzeitig zu übermitteln.

    Das lässt sich Uwe Büscher nicht zweimal sagen. Die Flaschenpost ist samt einer Überraschung so gut wie unterwegs zum Dortmunder Hochzeitspaar, das noch in diesem Monat das Bündnis fürs Leben schließt.

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