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FOTOSTRECKE „Ultimate Frisbee“ in der Nordstadt: Torpedo Phoenix e.V. feiert mit einem Turnier seinen 10. Geburtstag

Ein Ultimate Frisbee-Turnier mit 12 Teams organisierte Torpedo Phoenix Dortmund.

Ein Ultimate Frisbee-Turnier mit 12 Teams organisierte Torpedo Phoenix Dortmund.

Von Alexander Völkel

Wer glaubt, beim „Ultimate Frisbee“-Spielen kommt es nur auf das Werfen an, sieht sich schnell getäuscht. Es ist ein Laufsport – ein intensiver. Davon konnten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer am Wochenende in der Mendesportanlage überzeugen. Der Verein Torpedo Phoenix Dortmund e.V. hatte anlässlich seines zehnjährigen Bestehens zwölf Vereine aus Deutschland und Holland zu einem Turnier in der Dortmunder Nordstadt zu Gast.

In Dortmund gibt es nur einen „Ultimate Frisbee“-Verein

Seit zehn Jahren gibt es den Verein Torpedo Phoenix. Fotos: Alex Völkel

Seit zehn Jahren gibt es den Verein Torpedo Phoenix in Dortmund – das wurde gefeiert. Fotos: Alex Völkel

Torpedo Phoenix e.V. ist der einzige Dortmunder „Ultimate Frisbee“-Verein. Worum geht es bei dem Sport? Ultimate ist ein Teamsport mit einer Wurfscheibe, bei dem trotz enorm hoher athletischer Leistungen selbst in Bundesligen und auf Weltmeisterschaften keine Schiedsrichter benötigt werden.

Der Sport bringt Elemente aus dem Football und dem Basketball mit und zeichnet sich durch hohe Anforderungen aus, die er seinen Spielern abverlangt: Kondition, Sprintstärke, Wurftechnik, taktisches Denken und das Treffen richtiger Entscheidungen im richtigen Moment.

Ultimate ist ein Laufspiel, bei dem sich zwei Teams mit jeweils sieben Spielern gegenüberstehen. Gespielt wird in Deutschland in der Regel auf einem Feld von der Länge und der halben Breite eines Fußballfeldes. An den langen Enden des Spielfeldes befinden sich wie beim American Football zwei 15 bis 20 Meter tiefe Endzonen.

Ziel des Spieles ist es, durch Zupassen, ohne mit der Scheibe in der Hand zu laufen, sie in der gegnerischen Endzone zu fangen und damit einen Punkt zu erzielen.

Sport erfreut sich zunehmender Beliebtheit – Ursprung im Hochschulsport

Ultimate Frisbee-Turnier von Torpedo Phoenix Dortmund _3679a - NSBDer Sport erfreut sich immer größerer Beliebtheit – so auch in Dortmund. Entstanden ist er an der Uni – auch heute noch ist das Ultimate-Training Bestandteil des Hochschulsport-Angebotes. Doch nicht nur Studierende sind im Team.

„Jede und Jeder ist willkommen – ob Anfänger oder Profi. Das wird bei uns nicht unterschieden“, sagt Matthias Gawron. Viele schätzen Ultimate, weil es ein sehr fairer Sport ist – so auch Lukas Rask: „Es gleicht mehr einem Spiel unter Freunden als unter Gegnern. Es gibt keinen Körperkontakt und gespielt wird ohne Schiri.“

„Der Spirit ist sehr hoch. Dafür gibt es eine eigene Wertung. Es geht um Respekt, Fairplay, Gruppendynamik und Regelkenntnis“, erklärt Ulrike Frank. Der Gegner bewertet, ob es ein Foul war. Alles wird besprochen und ausdiskutiert. Am Ende des Spiels gibt es sogar einen „Spirit-Kreis“.

Ist Ultimate also ein Spiel für Sozialpädagogen? Entschiedenes Kopfschütteln. „Wir haben Chemiker, Physiker, Informatiker“ werfen Spieler ein. Aber nicht nur – machen die Spielerinnen und Spieler deutlich, um nicht in die „Nerd“-Ecke gestellt zu werden. Ganz abgesehen davon, dass auch viele Frauen im Team sind.

Gemischte Teams sind die Regel bei dem kontaktlosen Sport

Das wird auch bei den Turnieren deutlich: Gespielt wird in drei Variationen: „Frauen, offen und gemischt“, erklärt Maria Ahlers. „Offen“ meint dabei ein Männer-Turnier, bei dem auch Frauen teilnehmen können, wenn sie wollen.

Ultimate Frisbee-Turnier von Torpedo Phoenix Dortmund _3438 - NSBBeim Geburtstagsturnier von „Torpedo Phoenix“ in Dortmund gab es eine klare Vorgabe: Mindestens zwei Frauen müssen bei jedem Siebener-Team auf dem Platz stehen.

Woher kommt eigentlich der Name? „Torpedo“ stand auf einem Aufkleber auf der Bank im Tremoniapark, wo sich die SpielerInnen zum Training getroffen haben, erklärt Frank Hommes. Der Aufkleber ist zwar verschwunden – der Name aber geblieben.

Das „Phoenix“ soll für das Lokalkolorit sorgen – spätestens seit es den See in Hörde gibt, muss man das niemanden mehr erklären. Auf den Trikots ist allerdings nicht der See, sondern Elemente der Stahlwerkskulisse von Phoenix-West zu sehen.

„42 Mitglieder zählt der Verein. Doch nicht alle SpielerInnen sind Mitglied“, erklärt der 1. Vorsitzende Robert Witter. Neue Interessierte sind willkommen. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Trainingsarten: Den Hochschulsport, den Verein und die freie Spielzeit. Mehr dazu gibt es auf der Seite des Vereins: http://www.ultimate-dortmund.de/training

Ultimate Frisbee-Turnier von Torpedo Phoenix Dortmund _Collage 02 - NSB

Mehr zum Ultimate-Regelwerk: (Quelle: Frisbeesportverband)

Ultimate Frisbee-Turnier von Torpedo Phoenix Dortmund _Collage 01 - NSBDie Person in Scheibenbesitz hat zehn Sekunden Zeit weiterzuspielen, für sie ist dabei nur ein Sternschritt erlaubt. Alle anderen Spieler dürfen sich frei bewegen. Landet ein Pass auf dem Boden, im Aus oder wird von der gegnerischen Mannschaft abgefangen, wechselt der Scheibenbesitz („Turnover“), und das andere Team greift sofort an. Je nach Turnier wird auf 13, 15 oder 17 Punkte oder auf eine vorher bestimmte Zeit gespielt. Nach jedem Punkt dürfen beliebig viele Spieler auswechseln.

Was Ultimate zu einem besonderen Sport macht, ist die Selbstverwaltung der Spieler. Prinzipiell ist es ein körperloser Sport, das heißt Tackling wie beim Football ist nicht erlaubt. Natürlich kommt es trotzdem gelegentlich zu Karambolagen oder Fouls.

Ein Schiedsrichter wird jedoch nicht benötigt, da der gefoulte Spieler einfach selbst „Foul“ ruft. Dabei wird der Spielfluss eingefroren („Freeze“), alle Spieler müssen stehen bleiben. Wenn der unmittelbar beteiligte Gegenspieler das Foul anerkennt, behält der gefoulte Spieler die Scheibe, bestreitet sein Gegenspieler ein Foulspiel („Contest“), geht die Scheibe zum Werfer zurück.

Das Spiel geht dann von dort weiter. In jedem Fall wird das „Freeze“ durch einen „Check“ aufgehoben und die Scheibe damit wieder freigegeben.

Auch, ob eine Scheibe im Aus gefangen wurde oder ob ein „Travelling“ wie beim Basketball stattfand, obliegt der Entscheidung der Spieler. Das fördert die Fairness und es funktioniert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit.

Zudem macht sich kein Spieler beliebt, wenn er wegen einer Kleinigkeit „Foul“ ruft oder jedes echte Foul contestet. Dieses faire Verhalten auf dem Feld spiegelt auch ein Zitat aus den Statuten des Weltverbandes wieder.

Es gilt für alle Discsportarten:

„Der Flugscheibensport hat seit seiner Entstehung stets auf den Sportsgeist des Einzelnen vertraut. Trotz des hohen kämpferischen Einsatzes stehen der gegenseitige Respekt und die Freude am Spiel im Vordergrund. Es wird davon ausgegangen, dass kein Spieler die vorher vereinbarten Regeln absichtlich verletzt. Kontrolle oder Sanktionen sind daher unnötig.“

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