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FOTOSTRECKE Ostermarsch Rhein-Ruhr beendet: Drei Tage im Zeichen des Friedens und des Antifaschismus

Der dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr endete am Montag in Dortmund.

Von Leopold Achilles und Alexander Völkel

Im Wichernhaus in der Nordstadt ist der tradtionelle Ostermarsch Rhein-Ruhr zu Ende gegangen. Drei Tage lang zogen friedensbewegte Menschen durch das Ruhrgebiet. Auf Dortmunder Stadtgebiet fanden neben der Abschlussveranstaltung auch Kundgebungen in Marten und Dorstfeld statt.

Kritik an deutscher Politik: „Am Hindukusch wird keine Demokratie verteidigt“

Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß sprach auf dem Wilhelmplatz.

Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß sprach auf dem Wilhelmplatz.

Auf dem Wilhelmplatz hatte der Ostermarsch – anders als bei den anderen Stationen – einen ausdrücklich antifaschistischen Schwerpunkt.  Thema hier: „Es reicht – rechte Gewalt stoppen!“

Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß sprach zu den TeilnehmerInnen des Ostermarschs sowie den Menschen, die gezielt gekommen waren, um ein Zeichen gegen rechtsextreme Gewalt zu setzen.

Der Grünen-Politiker erinnerte daran, dass er selbst in den 1980er Jahren an vielen Ostermärschen am Frauenfriedensmarsch von Dorstfeld nach Brüssel teilgenommen habe. Heute hätten die Waffen einen anderen Namen. „Aber sind noch schrecklicher geworden als in den 80er Jahren“, so Fuß.

„Jede neue Waffe birgt eine andere Gegenwaffe in sich, nur das Abrüsten sichert Frieden. Abrüsten aller Angriffswaffen wäre die Lösung so Fuß. „Am Hindukusch wird keine Demokratie verteidigt – und schon gar nicht unsere“, stellte er die Motive der Militäreinsätze in Frage.

Mit menschenverachtenden Idealen und Vorstellungen kann man keinen Diskurs führen

Doch auf dem Wilhelmplatz trete „das übergeordnete Ziele des Friedensschaffens – das wichtigste ohne Zweifel – in Dorstfeld etwas hinter der politischen Realität zurück“, so Fuß. Hier finde kein politischer Diskurs statt. „Er kann nicht stattfinden, denn mit menschenverachtenden Idealen und Vorstellungen kann man keinen Diskurs führen“, betonte der Dorstfelder Bezirksbürgermeister.

„Dorstfeld ist kein Nazikiez, wie es die Rechten gerne kolportieren, es ist eine gute demokratisch bürgerliche Gesellschaft, die Dorstfeld prägt“, so Fuß. „Am deutlichsten wird dies immer wieder am Wahltag. Die Rechten haben es nicht erreicht, in die Bezirksvertretung gewählt zu werden.“

Mit den politische Zielen setzte sich auch Daniel Kehl, Jugendvertreter der Sozialistischen Alternative Voran, auseinander. Nur vordergründig würden sich die Neonazis gegen steigende Mieten, sinkende Löhne, hohe Arbeitslosigkeit und Renten, die nicht zum Leben reichten, einsetzen.

„Die Nazis und die Rechten waren und sind immer die dummen Büttel der Reichen“

Daniel Kehl, Jugendvertreter der Sozialistischen Alternative Voran, sprach in Dorstfeld.

Daniel Kehl, Jugendvertreter der Sozialistischen Alternative Voran, sprach in Dorstfeld.

„Die Nazis und die Rechten waren und sind immer die dummen Büttel der Reichen, der Bosse der Banken und Konzerne, des Kapitals“, so Kehl.

„Die Profite der deutschen Banken und Konzernen sind zwischen 1928 und 1938 um 300 Prozent gestiegen, während die Löhne der Industriearbeiter und ihr Anteil am Volkseinkommen massiv gesunken ist. Das ist die Politik der Nazis. Sie sind Feinde der einfachen Bevölkerung, sie spalten uns, sie dumpfen Schläger der Reichen“, rief der SAV-Vetreter den ebenfalls am Friedensplatz vertretenen Neonazis zu.

Anders als in den Vorjahren blieben die großen Provokationen der Neonazis rund um den Wilhelmplatz aus, auch wenn es erneut gezielte Filmereien gegen AntifaschistInnen und Friedensbewegte gab und sich Michael Brück und andere Kameraden beinahe unter die Ostermarschierer mischten.

Abschlusskundgebung fand im Wichernhaus in der Nordstadt statt

Anschließend führte die Demonstration über die Rheinische Straße in die Innenstadt. Am U dann auf den Wall, vorbei am Hauptbahnhof, dann über die Heiligegarten- und Bornstraße führte die Route des Ostermarsches bis zum Nordmarkt und damit direkt ins Herz der Dortmunder Nordstadt. Das Abschlussfest fand ab 16 Uhr im Wichern Kulturzentrum an der Stollenstraße in Dortmund statt. Dort gab es viele kulturelle Beiträge.

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