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Forum gegen Rassismus an der TU Dortmund startet Reihe: Around NSU – Zehn Jahre nach dem Mord an Mehmet Kubaşık

NSU-Opfer-Familien haben den Tatort in der Mallinckrodtstraße und das Mahnmal an der Auslandsgesellschaft besucht.

Ein zentrales Mahnmal für die NSU-Opfer gibt vor der Auslandsgesellschaft am Hauptbahnhof.

Anlässlich des zehnten Jahrestages der Ermordung Mehmet Kubaşıks hat das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund eine Veranstaltungsreihe organisiert, die den NSU-Komplex aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

NSU-Mord an Mehmet Kubaşık am 4. April 2006 in der Dortmunder Nordstadt

Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubasik in seinem Kiosk in der Mallinckrodtstraße ermordet. Archivfoto: Alex Völkel

Mehmet Kubasik wurde am 4. April 2006 in seinem Kiosk in der Mallinckrodtstraße ermordet.

Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubaşık in der Mallinckrodtstraße in der Dortmunder Nordstadt ermordet.

Erst fünf Jahre später wurde öffentlich, dass Neonazis für den Mord an ihm sowie acht weiteren Geschäftsleuten und an einer Polizistin, zwei Mord- und mindestens zwei Bombenanschläge und 15 Bank- und Raubüberfälle verantwortlich waren, dass ihre Motive rassistisch waren – und dass Sicherheitsbehörden jahrelang in die falsche Richtung ermittelt hatten, in Dortmund und an allen anderen Tatorten.

In drei Veranstaltungen blickt die Reihe sowohl auf den aktuellen Stand im Münchener Prozess gegen die mutmaßlichen NSU-TäterInnen und HelferInnen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, Carsten Schulze, André Eminger und Holger Gerlach als auch auf die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses im NRW-Landtag, der sich seit Januar 2016 mit dem Mord in Dortmund beschäftigt.

Reihe mit Schwerpunkt auf strukturellem und institutionellem Rassismus

NSU-Gedenkstein in der Mallinckrodtstraße für Mehmet Kubasik.

NSU-Gedenkstein in der Mallinckrodtstraße für Mehmet Kubasik. Fotos: Alex Völkel

Ein Schwerpunkt soll dabei auf strukturellem und institutionellem Rassismus liegen, der nicht nur die gegen die Opfer und Angehörigen gerichtete Polizeiarbeit prägte, sondern auch dafür sorgte, dass ein rassistisches Motiv gar nicht erst erkannt wurde.

Auch die Frage, unter welchen gesellschaftlichen Vorzeichen sich der NSU entwickeln konnte – und wieviel 90er in der Gegenwart stecken, in der Hass und Gewalt gegen geflüchtete Menschen und MigrantInnen in allen Bereichen der Gesellschaft offen zu Tage treten, während politische EntscheiderInnen diesen bürgerlichen Rassismus in Gesetze gießen – soll diskutiert werden.

Mit der Reihe ergänzt das Forum gegen Rassismus die von unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Gruppen und Institutionen organisierten Veranstaltungen anlässlich des 4. Tags der Solidarität zum Gedenken an alle Opfer des NSU-Terrors. Weitere Infos online unter fgr.blogsport.de.

Die Termine im Einzelnen:

  • Untersuchen und aufklären? Vortrag und Diskussion mit NSUwatch NRW zum NRW-Untersuchungsausschuss 16. März 2016, 19 Uhr, Taranta Babu
  • Von Brandstiftern und Biedermännern – Film und Diskussion. 12. April 2016, 18 Uhr, AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50, Campus Nord, TU Dortmund
  • NSU: Blick in den Abgrund – Vortrag und Diskussion mit Friedrich Burschel (Radio Lotte Weimar, NSU-Watch, Rosa Luxemburg Stiftung Berlin), 29. April 2016, 17 Uhr, AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50, Campus Nord, TU Dortmund

 

Ein Gedanke zu “Forum gegen Rassismus an der TU Dortmund startet Reihe: Around NSU – Zehn Jahre nach dem Mord an Mehmet Kubaşık
  1. Forum gegen Rassismus Beitrags Autor

    „Blick in den Abgrund“ – Berichte aus dem NSU-Prozess

    Am kommenden Freitag, 29. April, beenden wir unsere Reihe „Around NSU“: Zu Gast haben wir Friedrich Burschel, Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung, der den Prozess für Radio Lotte Weimar und NSUwatch beobachtet. Wir freuen uns, wenn Sie vorbeikommen und es weitersagen:

    „Blick in den Abgrund“ – Berichte aus dem NSU-Prozess Vortrag und Diskussion mit Friedrich Burschel, Radio Lotte Weimar, NSU-Watch, Rosa Luxemburg Stiftung am 29. April 2016, 17 Uhr, AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50, Campus Nord, TU Dortmund Mehr Infos unter fgr.blogsport.de Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/229364810752239/

    Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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