Nordstadtblogger

Ehrung für das Ehrenamt: Den „Engel der Nordstadt“ erhielten Kissa Utzelmann, Hassan Adzaj und die Initiative Velokitchen

Gruppenbild mit den neuen PreisträgerInnen und AkteurInnen zum Abschluss. Fotos: Wolf-Dieter Blank

Gruppenbild mit den neuen PreisträgerInnen und AkteurInnen zum Abschluss. Fotos: Wolf-Dieter Blank

Von Susanne Schulte

Kissa Utzelmann hat es fast vom Stuhl gehauen: Als sie am Samstag ihren Namen hörte, als eine von drei „Engeln der Nordstadt“ ausgezeichnet zu sein, konnte sie es kaum fassen. Die gebürtige Algerierin, seit Jahren aktiv in unzähligen Gruppen zwischen Dietrich-Keuning-Haus und Borsigplatz, wohnt zwar in Wickede, hat aber vor Jahren mal gesagt, „die Nordstadt ist mein Wohnzimmer“.

Namen der PreisträgerInnen bleiben bis zur Verleihung beim Neujahrsempfang geheim

Sie kümmert sich um MigrantInnen und SeniorInnen, bringt Projekte zum Laufen, beschafft Räume und Material und ReferentInnen, weiß, wo bei vielen Menschen der Schuh drückt.

„Eigentlich ist das von einer Person gar nicht zu schaffen“, lobte dann auch Christian Schmitt das Engagement von Utzelmann in seiner Laudatio. Auch Hassan Adzaj, ein Vermittler für die Roma-Kultur sowie die vier Mitglieder des Projekts VeloKitchen erfuhren erst am Samstag, dass sie Engel-Preisträger sind.

Seit 2005 wird diese Auszeichnung in der Nordstadt für ehrenamtliches Engagement verliehen, seit dem vergangenen Jahr im Rahmen eines Neujahrsempfangs im Dietrich-Keuning-Haus. Die Nordstädterinnen können Vorschläge machen, das Stadtbezirksmarketing trifft die Entscheidung. Vor der Preisverleihung bleiben die Namen geheim und werden erst während der Verleihung genannt. Diese Jury lag immer richtig. Die meisten der prämierten Initiativen und Menschen sind immer noch aktiv.

Roma-Kids-Club als wesentlichen Beitrag zum nachbarlichen Zusammenleben in der Nordstadt

Hassan Adzaj ist im Erwerbsleben Concierge, auf Deutsch Hausmeister, als Privatmann engagiert er sich für die Belange der Roma in Dortmund und Umgebung. Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder erzählte den rund 200 Gästen des Neujahrsempfangs, dass Adzaj wöchentlich für Kinder im Keuninghaus den Roma-Kids-Club organisiert, ein Lernförder-Angebot, das 50 Kinder und mehr regelmäßig nutzen.

Sein Wunsch als Vorsitzender des Vereins Romano Than sei es, ein Haus der Roma-Kultur in Dortmund auf die Beine zu stellen. Adzajs ehrenamtliche Arbeit trage wesentlich zur Integration der Roma in Dortmund und zum nachbarschaftlichen Zusammenleben in der Nordstadt bei.

Jeden Montagabend wird geschraubt und gekocht – Velokitchen finanziert sich nur aus Spenden

Das gilt auch für die Frauen und Männer der Velokitchen, einer Fahrradwerkstatt mit angeschlossener Küche. An der Bornstraße 138 wird jeden Montag ab 18 Uhr an Fahrrädern geschraubt und auf dem Herd gekocht – aber nur vegan. Seit 2011 besteht diese Initiative in Dortmund.

Wohnungsunternehmer und Engel-Stifter Christian Schmitt stellte den Ehrenamtlichen eine Einraumwohnung und eine Doppelgarage zur Verfügung. Wer das Fahrrad auf Vordermann bringen will oder ein warmes Essen möchte oder auch beides, ist an der genannten Adresse willkommen. Velokitchen finanziert sich ausschließlich aus Spenden, die die NutzerInnen fürs Essen und die Reparaturhilfe freiwillig geben.

Laudatorin Susanne Linnebach, Leiterin der Abteilung Quartiersentwicklung bei der Stadt, sagte, dass Velokitchen ein wichtiges Angebot darstelle, das vor allem soziale und gemeinschaftliche Ziele verfolge.

Die 200 Gäste erlebten ein Rahmenprogramm mit Tanz, Comedy und Zauberer

Der Kölner Comedian Sertac Mutlu.

Der Kölner Comedian Sertac Mutlu.

Die Preisverleihung war zwar der Programmpunkt, auf den alle warteten, aber das Vor- und Nachprogramm war auch nicht zu verachten. Der Kölner Comedian Sertac Mutlu, einigen Gäste schon aus Nightwash bekannt, spielte mit deutschen und türkischen Vorurteilen und ist ein unterhaltsamer Stimmenimitator.

Die Tanzgruppe des Keuninghauses, Kinder und Jugendliche, begeisterte mit ihren Breakdance-Aufführungen und der Zauberer Oliver Pilsner, genannt Piloso, ließ einen Zehn-Euro-Schein verschwinden und zauberte diesen anschließend wieder aus einer Orange hervor. Durch den Nachmittag führten die beiden Moderatorinnen Özge Cabirbey und Esther Festus.

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