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„Dortmunder Schwarzbräu – Selber Brauen“ bei Borsig11

Dortmunder Schwarzbraeu„Dortmunder Schwarzbräu – Selber Brauen“ heißt es am Sonntag, den 14. Dezember 2014, ab 11 Uhr auf dem kleinen Borsigplatz (Wambeler Straße/Dürener Straße) in der Dortmunder Nordstadt.

Selberbrauen statt Billigbier vom Discounter am Kleinen Borsigplatz

Beim “Dortmunder Schwarzbräu – Selber Brauen” wird auf dem kleinen Borsigplatz, dem Dortmunder Treffpunkt lokaler Billigbiertrinker, kein Alkohol ausgeschänkt. Stattdessen brauen wir einen Tag lang gemeinsam Bier. Nach dem notwendigen mehrwöchigen Gährprozess soll im neuen Jahr das “Abfüllfest” auf dem kleinen Borsigplatz gefeiert werden (Termin wird noch bekannt gegeben).

Die Anwohnerinnen und Anwohner des Quartiers können die Ersatzwährung "Chancen" bekommen und bei den Künstlern eintauschen.

Die Anwohner des Quartiers können die Ersatzwährung „Chancen“ bei den Künstlern eintauschen.

Möglicherweise kommt jemand aus der neu formierten Gemeinschaft auf die Idee, die begehrte Flüssigkeit zukünftig selbst zu brauen, anstatt sie tagtäglich vom Supermarkt nebenan zu beziehen.

“Selber machen erzeugt Selbstbewusstsein” ist die grundlegende These dieser Veranstaltung zur gemeinschaftlichen Herstellung des Brauerzeugnisses “Dortmunder Schwarzbräu” aus der Braustadt Dortmund, um die Weltmärkte (oder zumindest das lokale Umfeld) zukünftig mit selbstgebrautem Bier in Kleinstmengen aus der eigenen Küche zu versorgen.

Neben einer performativen Konsumkritik an Massenware und Massenproduktion ist die Aktion vor allem eine Chance, das an das Suchtmittel Alkohol abgegebene Terrain der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung gemeinschaftlich ein Stück weit zurück zu gewinnen.

Künstler Frank Bölter setzt auf Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner

Frank Bölter

Künstler Frank Bölter.

Im Rahmen von „Public Residence: Die Chance“ lebt und arbeitet Frank Bölter mit drei weiteren Künstlerinnen und Künstlern bei Borsig11 für ein Jahr am Dortmunder Borsigplatz und verwirklicht dort mit der Bevölkerung gemeinsame Kunstprojekte.

Seine jüngste Aktion: Im November hat er die 50 Meter lange Mauer, die ein Jugendhilfe-Zentrum vom Gehweg trennt, in lange Bahnen weißen Papiers gehüllt und die entstandene weiße Fläche gemeinsam mit Heimbewohnern wie Anwohnern mit Wünschen und Ideen für das Zusammenleben gefüllt.

 

Hintergrundinformationen:

Public Residence: Die Chance
Das Gemeinschaftsprojekt der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft und des Vereins Machbarschaft Borsig11 möchte mit den Mitteln der Kunst gesellschaftliche Teilhabe anregen, Kreativität freisetzen und die Bevölkerung in die Lage versetzen, bei der Gestaltung ihrer Umgebung aktiv mitzuwirken.

Mit einer Kunstwährung, den „Chancen“, die im Quartier verteilt werden, kann jeder Anwohner die Kunstprojekte fördern und sich durch aktives Beteiligen neue „Chancen“ verdienen. Mit unterschiedlichen Konzepten und Strategien sollen die Künstlerinnen und Künstler vor Ort eine möglichst breite Partizipation erreichen und nachhaltige Veränderungen bewirken. Voraussetzung und Ziel der Arbeit ist die Beteiligung der Menschen vor Ort.

Machbarschaft Borsig11
Machbarschaft Borsig11 e.V. wurde im Juni 2011 als Verein gegründet mit dem Ziel, am Dortmunder Borsigplatz eine lokale multikulturelle Bürgergesellschaft zu schaffen. Der Verein praktiziert und fördert interkulturellen Austausch und kreative Stadtentwicklung, erprobt partizipative Gesellschaftsformen, faire Wirtschafts- und nachhaltige Lebensformen im direkten nachbarschaftlichen Umfeld. Träger der Entwicklung ist die Bevölkerung vor Ort.

Das Wohn- und Arbeitsprojekt in der Dortmunder Nordstadt bietet günstigen Wohnraum und viel Freiraum zur kreativen Gestaltung. Borsig11 ist ein Labor für kulturelle, soziale und ökonomische Praktiken, das die Gegebenheiten vor Ort aufnimmt und neue Möglichkeiten sichtbar macht. Entstanden ist der Verein in der Nachfolge von „2-3 Straßen“, dem Autorenprojekt von Jochen Gerz zur europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010.

Das Dortmunder Schwarzbräu selber brauen ist eine Aktion von Frank Bölter
im Rahmen von PUBLIC RESIDENCE: DIE CHANCE
ein Projekt von Machbarschaft Borsig11
in Kooperation mit der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft

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