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Die zweiteilige Ausstellung „Onkel Hasan“ zeigt die Lebensgeschichte der Gastarbeiter und ihrer Enkel

Michael Dückershoff, Kurator des Hoesch-Museums, vor einer Wand mit Fotos der Familie Kosan.

Michael Dückershoff, Kurator des Hoesch-Museums, vor einer Wand mit Fotos der Familie Kosan.

Hasan Kosan, der 1964 nach Deutschland kam und im Dezember 2012 in seinem Geburtsort starb.

Hasan Kosan, der 1964 nach Deutschland kam und im Dezember 2012 in seinem Geburtsort starb.

Von Susanne Schulte

Wenn Ümit Kosan am kommenden Sonntag mit den Gästen der Ausstellungseröffnung an den einzelnen Stationen im Hoesch-Museum vorbei geht, geht er einen Teil seiner Familiengeschichte ab: Hasan Kosan, Namensgeber der Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“, war sein Onkel.

„Eine wirklich außergewöhnliche Ausstellung, die gut in die heutige Zeit passt“

Dieser kam 1964 nach Deutschland, arbeitete im Federnwerk Hoesch-Hohenlimburg und starb in seinem Geburtsort.

Neffe Ümit Kosan hatte zusammen mit Dr. Wilfried Kruse, den er seit Jahren kennt, während einer Reise nach Anatolien zum Grab des Onkels die Idee, den Lebensweg des Verwandten und der Familie öffentlich nachzuerzählen. Als Beispiel für die Schicksale vieler Gastarbeiter.

Doch Ausstellungen über Gastarbeiter gab es rund die runden Jahrestage der Anwerbeabkommen viele und so überlegten die beiden, das Thema zu erweitern auf die Zuwanderung bis heute.

Herausgekommen ist eine „wirklich außergewöhnliche Ausstellung, die gut in die heutige Zeit passt“, meinte dann auch am Donnerstagmorgen Petra Schrader von der Pressestelle der Stadt beim Vorstellungstermin mit den MedienvertreterInnen.

Persönlich und politisch: Biographien decken 60 Jahre ab

Ümit Kosan, Neffe des Namensgebers der Ausstellung.

Ümit Kosan, Neffe des Namensgebers der Ausstellung. Fotos: SuS

Kein Wunder, sind die beiden Männer doch von Berufs wegen an Menschen und ihren Lebensumständen interessiert. Kruse ist Sozialwissenschaftler und Kosan Geschäftsführer des Vereins VMDO, dem Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine Dortmund.

So stellten sie die Ausstellung derart zusammen, dass die BesucherInnen nicht nur gucken und hören können, sondern auch gleich zum Nachdenken.

An allen Stationen werden die jeweiligen Abschnitte aus Hasan Kosans Leben aus verschiedenen Perspektiven dargestellt, immer in einen politischen Kontext gestellt.

So wurde auch mit dem zweiten Teil der Ausstellung verfahren, die im Haus der Vielfalt an der Beuthstraße im Dortmunder Westen nahe des ehemaligen Hoeschwerks Union zu sehen ist.

Ebenfalls an zehn Stationen kommen die Enkel der Einwanderer zu Wort, der Einwanderer aus Sri Lanka und der Türkei, aus Palästina und Nigeria. Rassismus und Geschlechterrollen, Bildung und Beruf, Religion und Heimat – über kein Thema wird geschwiegen.

Hasan Kosans Sohn kommt mit Günter Wallraff zu einer Lesung

Götz Kalthoff, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Hoesch-Museum im Gespräch mit Ausstellungskurator Wilfried Kruse.

Vereins-Vize Götz Kalthoff  im Gespräch mit Ausstellungskurator Dr. Wilfried Kruse.

Mit extra für diese Ausstellung gedrehten Filmen, mit Interviews und Musik erfahren die BesucherInnen vieles über das Leben der Frauen und Männer, die nach Dortmund gekommen sind, hier aufwuchsen, ihre Familien gründeten und die Stadt als zweite, wenn nicht sogar erste Heimat ansehen.

Michael Dückershoff, wie Kruse Kurator dieser Ausstellung, wies auf das umfangreiche Begleitprogramm hin. Und auch hier gibt es die verwandtschaftliche Bindung zur Familie Kosan.

Wenn am 10. November Günter Wallraff aus seinem Buch „Ganz unten“ liest, ist auch Ali Kosan dabei, ein Sohn des Namensgebers der Ausstellung.

Ali Kosan ist Sekretär der IG BAU und weiß, wie es heute um die Arbeitsbedingungen in diesen Branchen aussieht.

Landesarbeitsminister Guntram Schneider spricht zur Eröffnung 

Lebenslauf von Hasan Kosan

Lebenslauf von Hasan Kosan

Am Sonntag, 16. August, ist jetzt erst einmal die Eröffnung. Um 10.30 Uhr geht es im Hoesch-Museum an der Eberhardstraße 12 los. Landesarbeitsminister Guntram Schneider wird ein Grußwort sprechen.

Ziemlich zügig ist dann der Ortswechsel geplant. Mit der Straßenbahn Linie 44 geht’s ohne umzusteigen von der Westfalenhütte zum Werk Union und noch ein kleines Stück zu Fuß in die Beuthstraße 21. Hier spricht um 12.15 Uhr Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

INFO:

  • Die beiden Ausstellungsorte sind bis Februar 2016 dienstags und mittwochs von 13 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr.
  • Der Eintritt kostet 2,50 Euro, ermäßigt 1,25 Euro.
  • Das Begleitprogramm steht auf der Internetseite www.onkel-hasan.de
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16 Gedanken über “Die zweiteilige Ausstellung „Onkel Hasan“ zeigt die Lebensgeschichte der Gastarbeiter und ihrer Enkel

  1. VMDO

    Rama­nathan Yogaraj im Haus der Vielfalt

    Schon die Eröffnung der Ausstellung „Onkel Hasan und die Enkel“ im Hoesch-Museum und im Haus der Vielfalt war am 16. August mit gut 300 Besucherinnen und Besuchern ein Fest der Begegnungen. Das umfangreiche Begleitprogramm startet jetzt, es ergänzt und vertieft die Ausstellung und lädt an beiden Ausstellungsorten zu vielen Begegnungen zwischen den Kulturen und Generationen ein.

    Den Auftakt macht Dienstag, 25. August um 18 Uhr im Haus der Vielfalt, Beuthstraße 21,der Musiker und Musiklehrer Rama­nathan Yogaraj mit seinem Programm: Indian Drums auf Hasans Reise

    Dieses Konzert ist eine Art Hommage an „Onkel Hasan“ und die Arbeitsmigranten: eine musikalische Reise, die von Südindien über den Iran nach Deutschland und in die Türkei führt. Die dramatisch – indische Musikrichtung verändert sich mit der Reise durch die Länder, zu persischer, westlich-europäischer und türkischer Musik.

    Als Gäste für diese musikalische Reise hat Ramanathan Yogaraj dabei: Kioomars Musayyebi (Santoor/Santur), Mehmet Suna (Gesang und Baglama/Saz), Rajeetharen Sanmugarajah (Violine) und Prathees Premdas (Keyboard)

    Rama­nathan Yogaraj besucht Jahr für Jahr Dortmund und unterrichtet musikalisch Kinder und Jugendliche aus dem Tamilischen Kulturverein. Hinweise auf die tamilische Migration finden sich in der Ausstellung; zur Lage des Volkes der Tamilen in Sri Lanka findet unter der Überschrift „Niemand geht ohne Grund: Sri Lanka“ eine weitere Begleitveranstaltung statt.

    Rama­nathan Yogaraj wird auch auf dem Sommerfest „zusammen hier“ am Samstag, den 5. September im Hof „Haus der Vielfalt“ auftreten.

    Er lernte schon als kleines Kind von seinem Vater Mru­dangam zu spielen – eine süd­in­dische Trommel. Während seiner Stu­di­enzeit kamen noch andere ein­hei­mische Schlag­in­strumente hinzu, wie Tabla, Kanjira – eine kleine Trommel, ähnlich wie ein Tam­bourin, Ghatam – eine Art Tontopf — und Mosring, eine tra­di­tionelle süd­in­dische Mundharfe und viele andere. Er begleitete u.a. Yehudi Menuhin und Stephan Grapelli und spielte zusammen mit dem London Phil­hormonic Orchestra.

    Die Veranstaltung findet in Zusam­men­arbeit mit dem Tami­lischen Kul­tur­verein e.V. Dortmund, Mitglied im VMDO statt.

    Alle Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm auf:
    http://www.onkel-hasan.de

  2. Hoeschmuseum

    Lesung „Die Ungehaltenen“ zur Ausstellung im Hoeschmuseum

    Die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ fragt auch nach der 2. Generation, also nach den Söhnen und Töchtern der ersten Arbeitsmigranten. Hierzu hat Deniz Utlu seinen Debütroman „Die Ungehaltenen“ geschrieben, der seit seinem Erscheinen vor einem Jahr große Aufmerksamkeit gefunden hat.

    Deniz Utlu liest aus seinem Roman und nimmt an einer Gesprächsrunde zu den Erfahrungen der 2. Generation teil. Termin: Dienstag, den 1. September 2015 18:30 Uhr, Hoesch-Museum, Eberhardstraße, Nordstadt.

    „Die Ungehaltenen“ — der Titel von Deniz Utlus Roman ist doppelsinnig. „Es sind beide Bedeutungen: Ungehaltensein einmal im Sinne von Wut, Verärgerung, aber auch Haltlosigkeit, nicht gehalten werden von der Gesellschaft, nicht gehalten werden vom Leben und nach Halt suchen“, erklärt der Autor und Publizist in einem Gespräch.

    Deniz Utlu wurde in Hannover geboren, lebt in Berlin, arbeitet im Deutschen Institut für Menschenrechte im Bereich Wirtschaft & Menschenrechte und schreibt.

  3. Hoeschmuseum

    Wolfsburg — „das größte ita­lie­nische Dorf jenseits der Alpen“
    Ein Vortrag von 
Rocco Artale und Dr. Anne von Oswald

    Dienstag, 3. November 2015 — 18 Uhr im Hoesch-Museum: Eber­hard­straße 12, 44145 Dortmund

    Mehr als 35.000 ita­lie­nische Arbeiter, zusammen mit ihren Familien rund 60.000 Menschen, kamen ins­gesamt seit 1962 in die Stadt. Heute haben noch etwa 6.500 Ein­wohner einen ita­lie­nischen Pass. Die Volkswagen AG prak­ti­zierte ein „Rota­ti­ons­modell“: die „Gast­ar­beiter“ wurden nur für eine begrenzte Dauer, meist für in Jahr beschäftigt, und dann durch weitere Ange­worbene ersetzt. Viele blieben aber auch nach dem Anwer­bestopp in Wolfsburg.

    Der Referent und die Referentin:

    1. Rocco Artale war einer der ersten, die aus Italien ange­worben wurden. Rocco Artale war Gewerk­schafts­se­kretär der IG Metall in Wolfsburg. Später war er Ratsherr und heute auch Ehren­bürger der Stadt Wolfsburg.

    2. Anne von Oswald ist His­to­rikerin und Sozi­al­wis­sen­schaftlerin und war und ist for­schend oder beratend aktiv im Feld der Teilhabe von Migran­tinnen und Migranten. Von 1994 bis 1998 erforschte sie im Rahmen eines Projekts „Die Ent­wicklung und Bedeutung von Arbeits­mi­granten in der BRD am Beispiel des Volks­wa­gen­werkes“. Ver­öf­fent­li­chungen von Artikeln und Bro­schüren und die Mit­ge­staltung einer Aus­stellung der IG Metall Wolfsburg zum Thema folgten.

  4. Hoeschmuseum

    Onkel Hasans Enkel lesen im Hoesch-Museum

    Noch bis Ende Februar 2016 läuft die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“, die im Hoesch-Museum und im „Haus der Vielfalt“ von der ersten Generation türkischer Arbeitsmigranten und von ihren Enkeln erzählt. In einer Lesung am Dienstag, 17. November, 18 Uhr kommen die Enkel zu Wort: Autorin Lütfiye Güzel und Poetry Slammer „2-Seiten“ sind zu Gast im Hoesch-Museum an der Eberhardstraße 12. Der Eintritt ist frei.

    Die Duisburger Lyrikerin und Autorin Lütfiye Güzel (Jahrgang 1972) hat schon mehrere Gedichtbände veröffentlicht. Im Mai 2014 wurde sie mit dem Fakir Baykurt Kulturpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet. Der Dorstener Rapper „2-Seiten“ ist als Poetry Slammer mit seinen anspruchsvollen Texten in ganz Deutschland unterwegs.

    Die Lesung findet statt in Zusammenarbeit mit dem literaturhaus.dortmund.

  5. Hoesch-Museum

    Gesprächsrunde im Hoesch-Museum zur Erinnerung an Prof. Dr. Peter Kühne

    „Früh an der Seite von Migranten und Flüchtlingen“ ist eine Gesprächsrunde überschrieben, mit der das Hoesch-Museum am Freitag, 20. November, 17 Uhr an den Hochschullehrer Prof. Dr. Peter Kühne (1935 – 2015) erinnert. Kühne wirkte von 1975 bis 1997 an der Sozialakademie. Sein Kollege und Freund Nihat Öztürk, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, führt durch das Gespräch.

    Themen sind die Arbeitsfelder und das Engagement von Peter Kühne: die Arbeit mit und für Migrantinnen und Migranten in den Gewerkschaften, das Eintreten für Geflüchtete, das Engagement gegen Diskriminierung und Rassismus, aber auch Peter Kühne als Lehrer.

    Die Gesprächsrunde gehört zum Begleitprogramm der aktuellen Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“, die im Hoesch-Museum an der Eberhardstraße 12 sowie im Haus der Vielfalt an der Beuthstraße zu sehen ist. Prof. Dr. Peter Kühne ist in der Ausstellung eine Säule gewidmet. Sie wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt und vertieft.

    Um eine Anmeldung wird gebeten unter kruse@sfs-dortmund.de .

    Alle Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm auf: http://www.onkel-hasan.de

  6. Hoesch-Museum

    „Zigeuner-Boxer“: Theaterstück über Sinti-Ausgrenzung im Haus der Vielfalt

    „Zigeuner-Boxer“ ist der Titel eines Theaterstücks über Ausgrenzung, Verfolgung und Courage, das im Begleitprogramm der Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ zu sehen ist. Schauspieler Folkert Dücker gibt den „Zigeuner-Boxer“ am Dienstag, 24. November, 18 Uhr im „Haus der Vielfalt“ an der Beuthstr. 21. Der Eintritt ist frei.

    Das Stück von Rike Reiniger (Inszenierung von: Annette Dorothea Weber) beruht auf einer wahren Geschichte: Der sinto-deutsche Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann wurde 1933 Deutscher Meister im Halbschwergewicht und war ein Ausnahmetalent des deutschen Boxsports. Aufgrund seiner Wurzeln wurden ihm jedoch im Nationalsozialismus Erfolg und sozialer Aufstieg verwehrt. Er wurde 1944 im KZ Wittenberge ermordet.

    Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm:
 http://www.onkel-hasan.de

  7. VMDO

    „Zigeunerboxer“. Ein Theaterstück über Ausgrenzung, Verfolgung und Courage

    Am Dienstag, 24. November 2015, um 18 Uhr im Haus der Vielfalt, Beuthstr. 21 (U-Bahn-Station Ofenstr.)
    Der Eintritt ist frei.

    In diesem Stück geht es auf den ersten Blick nicht um Migration. Johann Wilhelm Trollmann – der „Zigeunerboxer“ gehört zu den Sinti, die seit Jahrhunderten in Deutschland leben. Auf den zweiten Blick allerdings geht es auch darum, und zwar immer dann, wenn Menschen, die kommen, zu Fremden gemacht und ausgegrenzt werden. Das Stück wendet sich vor allem, aber keineswegs nicht nur an junge Leute.

    Das Theaterstück „Zigeuner-Boxer“ von Rike Reiniger beruht auf einer wahren Geschichte: Der Sinto-deutsche Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann wurde 1933 Deutscher Meister im Halbschwergewicht und war ein Ausnahmetalent des deutschen Boxsports. Aufgrund seiner Wurzeln wurden ihm jedoch als sogenannten „undeutsch boxenden Zigeuner“ im Nationalsozialismus Erfolg und sozialer Aufstieg verwehrt. Er wurde 1944 im KZ Wittenberge ermordet.

    Es spielt: Folkert Dücker in einer Inszenierung von: Annette Dorothea Weber COMMUNITY art CENTER Mannheim

  8. Hoeschmuseum

    „Fernweh – Heimweh: Deutsche Sehnsüchte von damals“

    Am Dienstag, 1. Dezember 2015 um 18 Uhr gibt das Guido Schlösser Trio feat. Rose L. im Hoesch-Museum ein Konzert mit Songs aus den 50er und 60er Jahren zum Thema „Fernweh – Heimweh: Deutsche Sehnsüchte von damals“.

    Lass uns träumen am Lago Maggiore, Ganz Paris träumt von der Liebe, Paradiso, Frag den Abendwind, Der weiße Mond von Maratonga, Wo meine Sonne scheint, Marina, Ramona: Oldies, Ohrwürmer. Sie alle atmen – in Text oder Sound oder durch die damaligen Interpreten – Fernweh, sind Ausdruck und auch Impuls für die erste große Tourismuswelle. Dann setzt die Anwerbung von Arbeitsmigranten ein: ihre Herkunftsländer sind die Fernwehorte der Deutschen. Im Lied „Zwei kleine Italiener“ von Conny Froboes früh zusammen gebracht, in einer verkitscht-mitleidigen Geste.

    Dieser Abend erinnert auf unterhaltsame Weise an die Fernwehlieder der Deutschen. Eine Art Kontrastprogramm also. Der Eintritt ist frei.

  9. VMDO

    Anti-Rassismus als kommunale Aufgabe – Erfahrungsaustausch und Diskussion im „Haus der Vielfalt“

    „Anti-Rassismus als kommunale Aufgabe – aber wie?“ ist der Titel einer Veranstaltung am Donnerstag, 3. Dezember, 18 Uhr im Haus der Vielfalt an der Beuthstraße 21. In mehreren Gesprächsrunden geht es um Erfahrungen, die Kommunen, Vertreter kommunaler Integrationszentren und Migrantenorganisationen bei der Anti-Rassismus-Arbeit machen.

    Hartmut Anders-Hoepken, der Sonderbeauftragte des Dortmunder Oberbürgermeisters für Vielfalt, Toleranz und Demokratie wird über die Erfahrungen und Konzepte in Dortmund berichten. Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (FH Münster) beleuchtet den Kontext aus wissenschaftlicher Sicht. Das Gespräch führt Christiane Bainsky, Leiterin der Landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren. Der Eintritt ist frei.

    Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“, die im Hoesch-Museum und im Haus der Vielfalt zu sehen ist.

  10. VMMDO

    Palästina: Flucht in die Fremde – Ankunft ungewiss

    Im Rahmen des vielfältigen Begleitprogramms zur Ausstellung gibt es eine kleine Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel „Niemand geht ohne Grund“. Sie richten sich an jene, die mehr über die jeweiligen Herkunftsländer wissen wollen und vor allem darüber, welches die Gründe waren und sind, von dort wegzugehen. Wir starten die Reihe am Freitag, den 4. Dezember 2015, um 18 Uhr im Haus der Vielfalt mit Palästina.

    Mitglieder der Palästinensischen Gemeinde Dortmund im VMDO berichten. Außerdem haben sie Hakam Abdel-Hadi eingeladen, der einen Vortrag zum historischen Hintergrund und zur aktuellen Situation halten wird.

    Hakam Abdel-Hadi wurde 1939 in Jenin, im Norden Palästinas, geboren und wanderte 1958 nach Deutschland aus. Er war über vierzig Jahre als Journalist tätig, u.a. bei der Deutschen Welle in Köln, wo er für Nahost und die arabische Welt zuständig war. Als Medienfachmann hat er nach 1994 die palästinensischen Medien in Ramallah mit aufbauen geholfen. Heute lehrt er als Dozent an der Universität Birzeit im Westjordanland.

    Eine Veranstaltung gemeinsam mit der Palästinensischen Gemeinde Dortmund

  11. AWO

    Theaterstück „Wahre Lüge“ von und mit Jubril Sulaimon

    Die AWO Dortmund lädt am 12.01.2016 um 18 Uhr im Rahmen des Begleitprogrammes der Ausstellung Onkel Hasan und die Generation der Enkel, zum Theaterstück Wahre Lüge in das Haus der Vielfalt Beuthstraße 21 in 44147 Dortmund herzlich ein.

    Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch die AWO Vorsitzende Gerda Kieninger MdL, präsentiert Jubril Sulaimon sein circa einstündiges Theaterstück „Wahre Lüge“ .

    Zum Inhalt:
    Ein Mann zwischen zwei Identitäten, zwischen Wahrheiten, zwischen Arm und Reich und vor allem zwischen Leben und Tod. Er weiß, wer er ist, aber kann nicht sein, wer er will. „Ich lebe, also fliehe ich. Ich fliehe, also bin ich. Nett, mich ich hier zu sehen.“

    Mit viel Glück in Europa angekommen, erwartet ihn die EU-Passkontrolle – dargestellt als Streitgespräch der zwei Pässe / Identitäten, die er sich notgedrungen zugelegt hat. Er will nicht mit der falschen Identiät weiterleben. Wenn er aber seinen echten Pass beansprucht, so wird sein Asylantrag abgelehnt und er muss wieder zurück in das Horror-Szenario seiner Heimat.

    Sehnsuchts- und angstvolle Rückblicke in die verlorene Heimat, Bemühungen um Integration in der neuen Umgebung – so erleben wir ein Theaterstück über einen Mann, der seine katastrophale Heimat als verlorenes Paradies bezeichnet .

    Jubril Sulaimon verkörpert mit spielerischer Leichtigkeit verschiedene Charaktere und schafft durch groteske Überzeichnung humorvolle Elemente. Die ihm eigene poetische Sprache wird durch Yoruba-Songs und Tanz bereichert.

    Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird unter der Rufnummer 0231/ 99 34 0 gebeten.

  12. VMDO

    Am Dienstag, den 26. Januar 2016 um 15 Uhr gibt es das Karibuni-Regenwaldkonzert im Haus der Vielfalt - der Eintritt ist frei.

    KARIBUNI bedeutet »Willkommen« in der afrikanischen Sprache Kiswahili. Genauso nannten Josephine Kronfli & Pit Budde ihre Gruppe, mit der in Deutschland erstmals das Konzept einer »Weltmusik für Kinder« realisiert wurde. KARIBUNI Mit- machkonzerte wenden sich an die ganze Familie, sind lebendig, fordern Kinder und Eltern auf mitzumachen, zu singen, zu tanzen.

    Spielerisch tauchen nicht nur die Kinder in fremde Welten und Kulturen ein. Ein Mar- kenzeichen der Gruppe: die Lieder werden in den Originalsprachen und ihren deutschen Übertragungen gesungen; an jedem Programm sind MusikerInnen der entsprechenden Kulturen beteiligt. Die Musik bildet eine lebendige Mischung aus authentischen Klängen und Melodien, so aufgearbeitet, dass die Kinder spielerisch Aspekte »fremder« Kulturen lernen und in der Lage sind »fremde« Lieder in der eigenen Sprache zu singen.

    Die Gruppe KARIBUNI hat für ihr neues Programm Lieder und Klänge aus den Regenwäldern dieser Erde gesammelt und mit heimischen Instrumenten wie Gitarre und Flöte verbunden. So ist eine Musik entstanden, die es den Kindern ermöglicht Melodien und Lieder aufzunehmen, selbst zu singen und zu tanzen. Es sind Tier- lieder, Spiellieder und Tänze aus so verschiedenen Regionen der Welt wie Latein- amerika, West-Kanada, Zentralafrika und Äthiopien. Entstanden ist ein Mitmach- konzert für Kleine und Große, das spielerisch in die Welt der Regenwälder entführt.

  13. VMDO

    „Ich und Onkel Hasan“: Kinder und Jugendliche führen durch die Ausstellung

    Die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ im Hoeschmuseum und im „Haus der Vielfalt“ handelt von der Einwanderung nach Dortmund. Nun gibt es die Gelegenheit, sich die Schau aus Sicht von Kindern und Jugendlichen präsentieren zu lassen.

    Unter dem Motto „Ich und Onkel Hasan“ bieten sie am Samstag, 30. Januar zwischen 15 und 18 Uhr Kurzführungen durch die Ausstellung im Haus der Vielfalt an der Beuthstraße und zeigen einen eigens getexteten und gefilmten Rap-Song über die Schau. Die Kinder und Jugendlichen wurden seit September 2015 zu Museumsführern ausgebildet. Das Programm wurde vom Deutschen Museumsbund in Berlin gefördert. Bei leckerem Essen können die Besucherinnen und Besucher mit den jungen Experten ins Gespräch kommen.

    Die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ läuft noch bis zum 28. Februar im Hoeschmuseum und im „Haus der Vielfalt“ an der Beuthstraße. Die letzten öffentlichen Führungen sind am 28. Februar, 12 Uhr im Hoesch Museum und um 14 Uhr im Haus der Vielfalt. Anmeldung unter Tel. 862 59 17.

  14. VMDO

    AYKU präsentiert die SONGS OF GASTARBEITER

    Am Dienstag, 9. Februar um 18:00 Uhr gibt es eine besondere Disco-Show im Haus der Vielfalt:
    AYKU präsentiert die SONGS OF GASTARBEITER.

    Der Berliner Autor Imran Ayata und Münchner Künstler Bülent Kullukcu sind AYKU. Sie wühlen in Archiven, durchforsten Musiksammlungen ihrer Eltern und Bekannten, nerven Freunde und Fremde, um Songs der ersten Einwanderergeneration zu finden.

    Das Ergebnis: Über hundert Lieder ‚Made in Almanya‘, eine musikalische Reise, die von den ersten Jahrzehnten der Einwanderung in Deutschland handelt. Die SONGS OF GASTARBEITER.

    Es sind Lieder vom Heimweh, Am-Rande-Stehen, Niemals-Ankommen. Viele GastarbeiterInnen haben in den 70ern und 80ern mit ihren Liedern den Deutschen den Spiegel vorgehalten. Doch die haben nicht zugehört. Bis jetzt.

    „Ich türkisch Mann / Nix deutsch sprechen kann“, singt ein gewisser Yusuf auf einer Decca-Single aus dem Jahr 1977. „Kümmel, Paprika, Knoblauch ess ich auch / Mir sagen Leute: Du nix Knoblauch heute!“
    AYKU lieben kommentiertes Auflegen und DJ-Sets. Und das machen sie auch bei uns im Haus der Vielfalt.

    Pressezitate:
    Der Tagesspiegel: “Die musikalische Mischung auf diesem überraschenden, irren Album ist genauso heiß wie die inhaltliche.”

    intro: “Popmusikarchäologische Sensation des Jahres!”

    Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: ” “Es ist ein Schatz, vielleicht der größte, der seit langem in Deutschland gehoben wurde, musikalisch, da man bei den meisten Liedern sofort lostanzen will, aber auch, was die deutsche Einwanderungsgeschichte angeht.”

    AYKU auf Youtube: https://youtu.be/nWngsDwHcqc

  15. VMDO

    Hatice Akyün: Was ist Heimat & Einmal Hans mit scharfer Soße

    Am Samstag, 13. Februar um 17 Uhr findet im Haus der Vielfalt eine Lesung mit der bekannten Journalistin und Autorin Hatice Akyün statt.

    Sie liest aus Essays und aus ihren Büchern, es gibt eine Gesprächsrunde und es werden Ausschnitte aus der Verfilmung (2013) ihres Romans „Einmal Hans mit scharfer Soße“ gezeigt.

    Hatice Akyün – geboren 1969 in einem kleinen anatolischen Dorf südöstlich von Ankara und mit ihren Eltern 1972 nach Duisburg-Marxloh gekommen – ist eine der sehr bekannten deutschen Journalistinnen türkischer Herkunft. Von 2011 bis 2014 schrieb sie im Berliner „Tagesspiegel“ jeden Montag eine Kolumne, die „Meine Heimat“ hieß. Sie schreibt Bücher und Romane, die alle Bestseller wurden: Ali zum Dessert, Ich küss dich, Kismet… Ihr erster Roman Einmal Hans mit scharfer Soße, wurde 2014 verfilmt. 2014 erschien auch ihr Buch Verfluchte anatolische Bergziegenkacke. Oder wie mein Vater sagen würde: Wenn die Wut kommt, geht der Verstand.

    Wir freuen uns, dass Hatice Akyün auf ein Nachmittagsgespräch zu uns kommt. Sie liest aus Essays und aus ihren Büchern, es gibt eine Gesprächsrunde und es werden Ausschnitte aus der Verfilmung (2013) ihres Romans „Einmal Hans mit scharfer Soße“ gezeigt.

    Hatice Akyün kommt auch in unserer Ausstellung vor. Auf der Tafel zu Sprache im „Haus der Vielfalt“ wird sie so zitiert: „Die Sprache ist die wichtigste Voraussetzung für ein selbstbestimmtes unabhängiges Leben. Sie ist der Schlüssel dafür, dass wir alle in diesem Land glücklich zusammen leben können. So sehr ich die türkische Sprache, ihren Klang und ihre blumigen Beschreibungen liebe, so liebe ich auch die deutsche Sprache, ihre Präzision und sogar die grammatikalischen Ausnahmen.“

    http://www.akyuen.de

  16. VMDO

    Am 28. Februar 2016 geht die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ nach etwas mehr als sechs Monaten zu Ende: Vorläufig? Endgültig? Jedenfalls an diesen beiden Standorten und in dieser Form.

    Ein langer Abend soll Rückblick und Ausblick verbinden und mit einem Weltmusikkonzert die Serie der Begleitveranstaltungen beschließen. Denjenigen, die dabei mitgewirkt haben, dass die Ausstellung entstehen und von vielen Menschen besucht werden konnte, soll gedankt werden. Und für alle dann ein fröhlicher und fetziger musikalischer Ausklang.

    Der Lange „Wie weiter?“ Abend Musik – Dank – Klangvolle Ausklänge
    Sonntag, den 28. Februar 2016 ab 17 Uhr
    Haus der Vielfalt Beuthstr. 21, 44147 Dortmund U-Bahn: Ofenstraße
    Eintritt frei
    Alle, die sich auf die eine oder andere Weise mit der Ausstellung verbunden fühlen – als interessierte Besucher, als Förderer, als Mitwirkende – sind herzlich eingeladen.

    Das Programm:
    17.00 Uhr
    Wie es war und ob es weiter geht: Einwanderung als Teil der gemeinsamen städtischen Erzählung. – Die Ausstellung im Gespräch
    Ein Rückblick der AusstellungsmacherInnen. Eine Gesprächsrunde, u.a. mit Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Migrationsforscher Dr. Rainer Ohliger (Berlin), Dietmar Osses, Arbeitskreis Migration des Deutschen Museumsbunds, und Sandra Vacca, Domid und Universität Köln.

    18.30 Uhr
    Weltmusik: Kapelsky & Marina
    Kapelsky & Marina, das sind: Gregor Hengesbach ( Gitarre), Jan-Sebastian Weichsel (Geige, Mandoline, Bratsche),Michael Ashauer ( Kontrabass, Percussion), Marina Frenk (Gesang) und diesmal auch: Miroslav Nisic am Akkordeon

    Die Stilrichtung von Kapelsky nennt sich „Ostperanto-Folkjazz“. Bandsound und Repertoire verbinden stilistische Komponenten verschiedenster europäischer Gypsi-Musik und begegnen diesen mit einer „jazzigen“ Experimentierfreude ohne Rücksicht auf Traditionsdogmen.
    In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Dortmund
    
    19.30 Uhr
    Ein kleiner Empfang. Mit Büffet, Dank und Gesprächen

    20.30 Uhr
    Ausklänge mit dem Trans Orient Orchestra
    Andreas Heuser und das Trans Orient Orchestra aus dem domicil sind in Dortmund und weit darüber hinaus ein Begriff. Unter dem Motto „Der Orient beginnt im Ruhrgebiet“ nimmt das Transorient Orchestra – die interkulturell besetzte Weltmusik-Bigband aus dem Großraum Ruhrgebiet – seine Zuhörer mit auf eine spannende musikalische Reise zwischen Orient und Okzident.

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