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Die Nordstadt-Bezirksvertretung beschließt die Sanierung der völlig maroden Toilettenanlage am Nordmarkt

Auch die Toiletten auf dem Nordmarkt sind mit "Anti-Junkie-Beleuchtung" ausgestattet.

Die Toilettenanlagen auf dem Nordmarkt sollen nach dem Willen der Nordstadt-Bezirksvertretung saniert werden.

Die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord hat im Rahmen der Haushaltsplanberatungen der Stadt Dortmund für 2018 beschlossen, die Sanierung der Toilettenanlage auf dem Nordmarkt voranzubringen. Alle Parteien votierten dafür – nur die Nordstadt-CDU enthielt sich der Stimme.

Öffentliche Toilettenanlagen sind in der Nordstadt regelrecht Mangelware

„Öffentlich zugängliche Toiletten sind in ganz Dortmund Mangelware. Krasser ist die Situation noch in der Nordstadt, hier gibt es sie eigentlich gar nicht“, begründete Cornelia Wimmer, Vorsitzende der Fraktion „Die Linke und Piraten“ in der Nordstadt-BV den Antrag.

Denn das Dietrich-Keuning-Haus liege eher am Rand der Nordstadt und sei keinesfalls immer zugänglich. Damit blieben nur die Toilettenanlage am Nordmarkt. Und die ist trotz der Bemühungen von Mitarbeitern der Diakonie in einem unbeschreiblich desolaten Zustand: Heruntergekommene Kabinen, Türen voller Rost und Schlagstellen, Kachelfugen, aus  denen der Siff der Jahrzehnte nicht mehr zu entfernen ist, alte Rohre und Dichtungen.

„Entsprechend sieht es aus und entsprechend riecht es. Nur Hartgesottene benutzen diesen Ort, die meisten drehen resigniert ab und wenden sich hilfesuchend an die kleinen Gastronomen auf dem und um den Nordmarkt. Doch die haben auch anderes zu tun“, so Wimmer.

Eine funktionierende Toiletten-Anlage wird nicht nur an Marktagen benötigt

Nicht nur an den beiden Markttagen werde die Toilettenanlage dringend von Händlern und Kunden benötigt, argumentiert sie. Zudem gebe es in der Nordstadt immer mehr Obdachlose: Sie hätten zum Teil Zuflucht gesucht in den sogenannten Schrottimmobilien.

Die allerdings würden zunehmend saniert und Untergeschlüpfte müssten weichen – was die Politikerin allerdings nicht als Kritik an der notwendigen und richtigen Sanierung der Häuser verstanden wissen wollte. Wer allerdings keine Wohnung habe, habe auch keine Dusche und keine Toilette. Als letztes müsse dann der Öffentliche Raum herhalten.

Somit hat die Nordstadt neuerdings verstärkt ein unappetitliches Problem: Der Öffentliche Raum ist zum Teil mit Fäkalien verschmutzt. Eine ordentliche, wartungsfreundliche, am besten durchgehend geöffnete Toilette muss also her“, so Wimmer.

Kritik an den NutzerInnen – Sanierung schütze vor Vandalismus nicht

Toilette Nordmarkt Dortmund

Foto: Leopold Achilles

Nicht wenige KommunalpolitikerInnen machten sich allerdings Sorgen, dass sich auch nach einer Sanierung die Zustände nicht ändern werden. „Die maroden Toiletten sind ja nicht so installiert worden“, betonte Dorian Marius Vornweg (CDU).

Die Schäden seien durch unsachgemäße Benutzung und Vandalismus entstanden. Daher sah der CDU-Fraktionschef in einer Sanierung keine Lösung des Problems. „Ich habe aber auch keine Lösung.“ Daher enthielt sich die CDU.

Anders als AfD-Vertreter Andreas Urbanek: „Ich kann zwar die Annahme des Haushalts nicht empfehlen, aber dem Antrag zustimmen.“ Denn man müsse nicht erst in den Toiletten Feldforschung betreiben, um die Probleme zu sehen. Schon vor der Toilettenanalage seien die Probleme im Inneren durch die Geruchsbelästigungen um das Gebäude herum massiv wahrnehmbar.

Wimmer plädierte daher für eine robuste und vandalismussichere Ausführung wie bei Autobahn-Toilettenanlagen. Sie forderte, auch eine Lösung für den Bedarf von Waschgelegenheiten zu finden. Doch Brigitte Jülich (SPD) wollte die Überlegungen für einen möglichen „Waschsalon“ nicht mit der Entscheidung über die Sanierung vermischen. „Das Thema müssen wir gesondert betrachten.“

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