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Die evangelischen Kirchenmusiktage laden zwei Wochen lang zum Zuhören, Genießen, Mitmachen in Dortmund ein

Superintendent Ulf Schlüter, Kantorin Bettina Knorrek und Kreiskantor Wolfgang Meier-Barth. Foto: Stephan Schuetze/ KKDO

Superintendent Ulf Schlüter, Kantorin Bettina Knorrek und Kreiskantor Wolfgang Meier-Barth. Foto: S.Schuetze/ KKDO

Von Joachim vom Brocke

Konzerte, Workshops, musikalische Mittagspausen – in 15 evangelischen Kirchen und Gemeindehäusern (auch in Lünen) wird zu den Dortmunder Kirchenmusiktagen eingeladen. Vom 11. bis 26. November stehen zahlreiche Konzerte mit vielen hundert Mitwirkenden auf dem Programm. Die KantorInnen aus den einzelnen Gemeinden setzen dabei auf Vielfalt. Anlass sind einmal 500 Jahre Reformation und das 125-jährige Bestehen des Dortmunder Bachchores, eine weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte kirchenmusikalische Chorvereinigung.

Drei Kantore stellten Programm gemeinsam zusammen

Doch nicht nur Liebhaber großer kirchenmusikalischer Werke kommen auf ihre Kosten, ebenso Musikfreunde, die sich gerne selbst musikalische ausprobieren wollen. Für spontanes Hineingehören und erholsame Ruhepunkte im alltäglichen Stress schaffen die Kirchenmusiktage, die es seit 1992 gibt, vielfältige Anlässe in den Kirchen der Stadt und zwar zu unterschiedlichsten Tageszeiten.

„Wir laden alle DortmunderInnen ein zu erleben, wie tröstlich und freudvoll Kirchenmusik auch in grauen Novembertagen sein kann“, sagt Kirchenmusiker Wolfgang Meier-Barth. Der Kreiskantor im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund hat zusammen mit Kantorin Bettina Knorrek aus Aplerbeck und Reinoldi-Kantor Klaus Eldert Müller das Programm der Kirchenmusiktage zusammengestellt.

Musikalische Mittagspause täglich in der Marienkirche

Meier-Barth macht besonders auf ein kleines Mittagskonzert an den Werktagen aufmerksam, das es in den nächsten zwei Wochen geben wird. „Die Musikalische Mittagspause – montags bis freitags – möchten wir den Menschen in der Stadt als Energie-Tankstelle im Alltag besonders ans Herz legen“, so der Kreiskantor.

Jeweils um 12 Uhr öffnet dafür die Stadtkirche St. Marien in der Innenstadt. Zu hören sind an jedem Tag wechselnde Interpreten mit unterschiedlichen Stücken. Das Angebot reicht von Orgelspiel über Musik, Flöte oder Violine und Orgel bis hin zu kürzeren Chorwerken.

Pop meets a-capella und H-Moll-Messe von Bach

Die musikalische Bandbreite der Kirchenmusiktage reicht bis zu Angeboten von Pop- und Jazz-Musik. So lädt die Pauluskirche in der Nordstadt (Schützenstraße) am Samstag, 11. November, ab 18 Uhr zu „Pop meets a-capella“ ein. Mit dabei die Ensembles „Add one“, „Soundgarden“, Colours of Voices und „Singing Diamonds“.

Der Bezug zu Johann Sebastian Bach zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm der Kirchenmusiktage. Für ein besonderes musikalisches Highlight sorgt der Bachchor an St. Reinoldi zum 125. Geburtstags. In der Reinoldikirche wird am Samstag, 18. November, um 19.30 Uhr Bachs „H-Moll-Messe“, BWV 232, aufgeführt.

Mit dabei sind die Solisten Melanie Spitau, Sopran I, Luisa Kruppa, Sopran II, Maria Hilles, Alt, Thomas Iwe, Tenor, Matthias Horn, Bass und Orchester. Die Leitung hat Klaus Eldert Müller. Karten dafür sind bereits im Vorverkauf zu haben.

Workshops und Seminare für Musiker und Sänger

Viel Wert legen die Veranstalter auf die Gelegenheit zum Mitmachen. So werden Workshops und Seminare angeboten, etwa für junge Bläser oder Blockflötenspieler. Unterschiedliche Kantoreien laden unter dem Motto „Sing mit!“ zu Kurzkonzerten zum Mitsingen ein.

Dass Kirchenmusik nicht nur Erwachsene begeistert, zeigt unter anderem das Luther-Musical „Wenn einer fragt“. Es ist zu sehen und zu hören am Samstag, 25. November, in der Heliandkirche am Westfalendamm. Sängerinnen und Sänger sind die Mädchen und Jungen der Kinder- und Jugendkantorei an St. Reinoldi und der aCHORd-Kids Sölderholz.

Superintendent Ulf Schlüter: „Balsam für die Seele“

Nachwuchsprobleme lassen die Kirchenmusiker nur bedingt gelten. „Erfreulich aktiv sind zum Beispiel die Kinderchöre in den Gemeinden“, sagt Kantorin Bettina Knorrek, räumt allerdings schon Probleme in den gemeindlichen Kirchenchören ein: „Hier würden wir uns über etliche weitere aktive Sängerinnen und Sänger freuen. Aber vielleicht geben die Kirchenmusiktage einen Anstoß zum späteren eigenen Engagement“, hofft die Musikerin.

Über die musikalische Vielfalt und hohe Qualität der Dortmunder Kirchenmusiktage freut sich Superintendent Ulf Schlüter: „Musik öffnet die Sinne, lässt zur Ruhe kommen und tut einfach gut. Ich freue mich auf viele tolle Konzerte und lade die DortmunderInnen ein, sich ebenfalls diesen besonderen Balsam für die Seele zu gönnen“.

Mehr Informationen:

  • Alle Veranstaltungen, Termine und Aufführungsorte der Dortmunder Kirchenmusiktage 2017 sind zu finden unter: www.dortmunder-kirchenmusiktage.de
  • Bei den meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Konzerte mit Kartenvorverkauf sind in einem Flyer besonders gekennzeichnet. Karten dafür sind im reinoldiforum (an der Reinoldikirche) und an der Abendkasse zu haben.
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