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Die Do-Bo-Villa ist mehr als ein Club: Die Pächter wollen das Haus zum Treffpunkt für Hoeschpark-BesucherInnen machen

Die DoBo-Villa liegt mitten im Hoeschpark in der Nordstadt. Fotos: Oliver Schaper

Der Musikclub DoBo-Villa liegt mitten im Hoeschpark in der Nordstadt. Fotos: Oliver Schaper

Von Susanne Schulte

Die einen träumen vom eigenen Haus, Marcus Schmälter träumte vom eigenen Club. Mit der Do-Bo-Villa im Hoeschpark hat er ihn sich erfüllt. Freitags und samstags steht er als DJ hinter den Plattenspielern auf seinem Podest im Keller des ehemaligen Sportlertreffs, dort, wo einst die Kegelbahn war, und bringt die Gäste ab 23 Uhr in Bewegung. Das ist sein Hobby. Hauptberuflich arbeitet er in der Behindertenwerkstatt der Awo. Immer an seiner Seite: Ehefrau Klaudia Schmälter und ein befreundetes Ehepaar.

Ein Jugendtraum wird Wirklichkeit – Marcus Schmälter legt im eigenen Club auf

„Mein Mann hat als Jugendlicher schon aufgelegt“, erzählt Klaudia Schmälter, während ihr Mann noch am Umbau des bald repräsentablen Raumes im Erdgeschoss werkelt. „Er hat mit zwei Plattenspielern die Runde gemacht, von Party zu Party.“

Sie hatte ein Taxiunternehmen. In die Werkstatt ihres Betriebes luden sie sich zu Weihnachten oder Halloween oder zum 1. April Gäste ein, räumten alles raus, die Plattenspieler rein, kauften Getränke und los ging’s. „Die Parties waren immer kostenlos, auch an den Getränken haben wir nix verdient.“ Als dann vor gut zwei Jahren der vorherige Pächter des Hauses, der den Mad Club führte, Knall auf Fall aufhörte und einen Nachfolger suchte, war Marcus Schmälter zur Stelle.

„Es hat dann aber noch ein halbes Jahr gedauert“, so seine Frau. Sie verkaufte ihr Taxiunternehmen, man gründete eine GmbH und machte sich an den Umbau des Hauses. Sie ist diejenige, die sich hauptberuflich im die Do-Bo-Villa kümmert, die Buchführung erledigt, die Einkäufe macht.

Umbau und Ausbau kostet viel Geld und Zeit – Die Gäste danken es mit ihrer Treue

Da gab es viel zu tun. Container um Container füllte sich mit Müll, dann wollte vor einem Jahr der Revierpark, der den Hoeschpark nun unter seiner Regie hat, den Club dicht machen wegen der mangelhaften technischen Anlagen. Doch dann hat entschied man im Revierpark anders.

„Die haben selbst Geld in die Hand genommen und neue Leitungen verlegt und die Technik verbessert.“ 80 bis 100 Menschen tanzen freitags und samstags ab. „Unsere Gäste sind wesentlich älter als der Durchschnitt von Clubbesuchern“, sagt Marcus Schmälter, der nun dazu gekommen ist. „Ab 30 aufwärts.“

Das führt er auf die Musik zurück. Er mische gerne alte, bekannte Songs mit Techno, spielt nur Platten. „Mittlerweile werden auch neue Techno-Platten produziert.“ Er legt nicht alleine auf. „Wir haben ein festes DJ-Team.“

Jetzt geht’s an die Planung für den ehemaligen Gastraum – Platz für Versammlungen und Konzerte

Klaudia Schmälter (rechts) führt den Club mit ihrem Mann Marcus.

Klaudia Schmälter (rechts) führt den Club mit ihrem Mann Marcus – sie erfüllen sich damit einen Jugendtraum.

Jetzt soll der große ebenerdige Raum auf Vordermann gebracht werden. Der einst als Speisesaal diente, als Tagungsort für Betriebsräte und Vereinsversammlung, wo Geburtstage und Hochzeiten gefeiert wurden. „Konzerte und Puppentheater oder Tanzabend wie Flamencao – ich bin da total offen“, sagt Klaudia Schmälter.

Der Raum bliebe aber „total nackt“, eben ein Mehrzweckraum. Die elektrischen Leitungen sind neu verlegt, ein neuer Boden fehlt noch. Hier könnten auch die im Hoeschpark trainierenden Vereine einen Treffpunkt bekommen für Abteilungsversammlungen. Aber dann müsse auch für das Team der Do-Bo-Villa etwas rausspringen.

„Wir hatten mal die Elternversammlung eines Vereins hier, 40, 50 Leute. Die brachten ihr eigenes Essen mit und kauften bei mir nur zwei Wasser.“ Klaudia Schmälter hatte für den Abend eine Bedienung engagiert. Wenn es nicht über den Umsatz läuft, denkt sie an eine Raummiete.

Die Außengastronomie soll in die Gänge kommen – Hinterm Haus ist ein schöner Garten

Auch die Außengastronomie soll in die Gänge kommen. Mit Eis und Kaffee klappte das an einzelnen Tagen im vergangenen Jahr schon ganz gut. „Das muss sich rumsprechen.“ Auch der Garten unter Bäumen hinterm Haus bietet sich an, dort nett zu sitzen – nicht nur als Raucherrefugium für die Clubgäste.

Die Schmälters wollen die Do-Bo-Villa (Do für Dortmund, Bo für Borsigplatz) gerne zu einem Treffpunkt im Hoeschpark machen, am Tag genauso wie in der Nacht.

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