Nordstadtblogger

„Deutscher Pflegetag on tour“ in Dortmund: Am 18. und 19. Oktober dreht sich im Depot alles rund um das Thema Pflege

Der erste „Deutsche Pflegetag on tour“ findet am 18. und 19. Oktober in Dortmund  statt. Foto: Meike Kenn

Der erste „Deutsche Pflegetag on tour“ findet am 18. und 19. Oktober in Dortmund  statt. Foto: Meike Kenn

Von Sascha Fijneman

Der erste „Deutsche Pflegetag on tour“ findet am 18. und 19. Oktober in Dortmund  statt. Im Depot in der Immermannstraße in der Nordstadt haben Betroffene und Interessierte an diesen beiden Tagen jeweils in der Zeit von 9 bis 18 Uhr die Möglichkeit, sich eingehend und intensiv besonders über das Thema Altenpflege zu informieren. Schwerpunkt wird der Bereich der häuslichen Pflege sein. Der Eintritt ist kostenfrei.

Angebot richtet sich sowohl an Bedürftige als auch an pflegende Angehörige

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Birgit Jörder, startet der „Deutsche Pflegetag on tour“ als Pilotprojekt in Dortmund. „Ich freue mich sehr, dass die Tour bei uns in Dortmund startet und die Pflegebedürftigen und deren Angehörige von diesem einmaligen Beratungsangebot profitieren können“, erklärt Jörder.

Dortmund verfüge bereits über ein breites Beratungs- und Informationsspektrum und mit Seniorenbüros in allen zwölf Stadtbezirken sei die Stadt sehr gut aufgestellt. „Es geht uns um die Vermittlung der Möglichkeiten“, so Jörder weiter. Das Angebot richtet sich zu gleichen Teilen an Pflegebedürftige, als auch deren PflegerInnen, denn die Entlastung der pflegenden Angehörigen ist ein Schwerpunktthema der Veranstaltung.

Die OrganisatorInnen hoffen sowohl pflegende Angehörige als auch möglichst viele Pflegebedürftige begrüßen zu können. Zu diesem Zweck stehen zur Unterstützung der Besucher Pflegehostessen zur Verfügung.

Depot ist auch für den Besuch von Pflegebedürftigen gut vorbereitet

Laden ein: Reinhard Strüwe (AWO), Sven Kuschel (AOK), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Klaus Steenweg (Sparkasse), Susann Buglass (Schlütersche) und Jörg Jockisch (AOK). Foto: Sascha Fijneman

Als VeranstalterInnen haben sich der Deutsche Pflegerat e.V. und die Schlütersche Verlagsgesellschaft ganz bewusst für diese Art der Wanderveranstaltung entschieden, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Das Projekt wird in enger Partnerschaft mit der AOK NordWest, dem AWO – Bezirksverband Westliches Westfalen und der Sparkassen Finanzgruppe realisiert.

„Wir wollen auf die Leute zugehen. Eine zentrale Veranstaltung würde durch den Planungsaufwand nur Interessierte und Betroffene abschrecken“, erläutert Susann Buglass von der Schlüterschen Verlagsgesellschaft. „Uns geht es darum, bei dieser Veranstaltung für die Betroffenen möglichst ortsnahe Kontaktpunkte zu schaffen und die gegenseitige Vernetzung zu stärken.“

Alle Beteiligten freuen sich darüber, das Depot in der Dortmunder Nordstadt als Partner gewonnen zu haben. Denn auf über 800 Quadratmetern werden hier zahlreiche AusstellerInnen ein umfangreiches Programm rund um das Thema Pflege präsentieren können.

BesucherInnen können ihre Fahrzeuge kostenfrei auf den BesucherInnenparkplätzen des Depots abstellen. Der Zugang ist weitgehend barrierefrei und behindertengerechte Toiletten sind vorhanden. Für das leibliche Wohl ist in der „Depothek“ Gastronomie bestens gesorgt.

BesucherInnen erwartet umfangreiches, informatives aber auch unterhaltsames Programm

Neben Beratungs- und Informationsangeboten wird es eine Vielzahl von spannenden Aktionen wie Expertenvorträge, Erste Hilfe Kurse, eine Filmvorführung oder ein von der AWO entwickeltes Spiel mit Fragen zu Pflegemodalitäten geben, welches selbst Experten über den Paragraphendschungel in der Altenpflege staunen lässt.

Die AOK wird einen digitalen Pflegenavigator vorstellen mit dessen Hilfe man Pflegedienste in seiner unmittelbaren Umgebung finden kann und Interessierte bei dessen Bedienung anleiten. Außerdem werden AOK – Berater mit jahrelanger Praxiserfahrung und Kenntnis über die vorhandenen Leistungsanbieterstrukturen für Gespräche zur Verfügung stehen.

„Wir können dabei helfen, Hilfebedarfe zu erfassen, individuelle Versorgungspläne zu erstellen und zu koordinieren oder aber auch über Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen aufklären“, so Sven Kuschel, Pressesprecher der AOK – NordWest.

Spiegel – Bestseller Autorin Martina Rosenberg wird zu Gast sein

Auch über das Thema Demenz wird in mehreren Programmpunkten eingehend aufgeklärt werden. Als besonderes Highlight wird die Autorin des Spiegel – Bestsellers „Mutter, wann stirbst du endlich“, Martina Rosenberg, an einem der Tage zu Gast sein und über ihre Erfahrungen und Empfindungen während der Pflegezeit ihrer Mutter berichten.

Zusätzlich werden einige Aussteller sanitäre Produkte und Hilfsmittel, teilweise mit der Möglichkeit zum Ausprobieren vorstellen. Neben dem Schwerpunktthema Altenpflege wird es aber auch informative Programmpunkte zum Beispiel im Bereich der Pflege von bedürftigen Kindern geben.

Junge Menschen möglichst früh an das Thema „Älterwerden“ heranführen

Interessante Einblicke in die Ausbildung, den Arbeitsalltag und die beruflichen Perspektiven von Pflegekräften bietet der 9. Berufsinformationstag zur Altenpflegeausbildung in Dortmund.

Eine Stärkung und Ausweitung der Altenpflegeausbildung kommt große Bedeutung zu. (Foto: Archiv)

Die demographische Entwicklung zeigt, dass Altenpflege ein immer wichtigerer Bestandteil unserer Sozialgesellschaft ist und wird. Von bundesweit circa 2,9 Millionen Pflegebedürftigen leben rund 650. 000 in NRW und 500.000 davon werden zu Hause von Angehörigen versorgt. In Dortmund liegt die Zahl der Pflegebedürftigen bei rund 19.000 Personen.

Das Älterwerden sollte nach Meinung von Reinhard Strüwe, stellvertretender Geschäftsführer des AWO – Bezirksverbandes Westliches Westfalen zum Bestandteil des Bildungsauftrags werden. Man müsse junge Menschen möglichst früh mit dem Thema konfrontieren. Für viele Betroffene käme die Situation, einen Angehörigen pflegen zu müssen oftmals sehr überraschend und sei erst einmal ein Schock.

Wer dann nicht richtig mit der Situation umgehen kann, ist oftmals schnell am Ende seiner Kräfte. Dieser Ratlosigkeit will man nun durch den „Deutschen Pflegetag on tour“ Abhilfe verschaffen. Denn die Versorgung der Patienten sei insgesamt gut, aber bei der für die Pflegenden bestehe akuter Nachholbedarf.

Sparkasse will über Vorsorgemaßnahmen informieren

In unserer alternden Gesellschaft sieht auch der Bereichsleiter Kommunikation der Sparkasse Dortmund Klaus Steenweg die Notwendigkeit junge Menschen schon früh mit dem Thema zu konfrontieren und Möglichkeiten der Vorsorge aufzuzeigen und zu erläutern. Er betont die diesbezügliche Eigenverantwortung der Bürger.

Denn in Zukunft wird für die Pflege immer weniger Geld aus den Solidarkassen zur Verfügung stehen während die Zahl der Pflegebedürftigen weiter ansteigen wird. Die diesbezügliche Aufklärung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der sich die Sparkasse ihren Kunden gegenüber verpflichtet fühle und die sie unter anderem mit der Unterstützung der Veranstaltung angehen wolle.

Der Deutsche Pflegetag on tour macht im nächsten Jahr in Nürnberg und in Kiel Station.

Print Friendly, PDF & Email

Ein Gedanke zu “„Deutscher Pflegetag on tour“ in Dortmund: Am 18. und 19. Oktober dreht sich im Depot alles rund um das Thema Pflege

  1. Diakonie Dortmund

    Vortrag über Medikamente in der Demenzbehandlung
    Infoveranstaltung in Eving für Angehörige, Interessierte und Pflegekräfte

    Über die Bedeutung und den Einsatz von Medikamenten in der Demenzbehandlung klärt der Apotheker Christian Esters in einer Infoveranstaltung in Eving auf. Am Mittwoch, 18. Oktober 2017, lädt die Diakonische Pflege Dortmund Interessierte, Angehörige und Pflegekräfte von 17 bis 18.30 Uhr in den Pavillon am Sonnenhof, Bergstraße 10a, ein.

    Der Dortmunder Apotheker informiert zu wirkungsvollen Medikamenten, Vorbeugung und möglichen Linderungen, um den Krankheitsverlauf rund um demenzielle Erkrankungen zu verlangsamen. Information und Anmeldung über die Diakonische Pflege Dortmund gGmbH, Petra Wendt, Tel. (0231) 85 74 14 oder die Apotheke am Westfalenhaus, Tel. (0231) 52 90 43.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.