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Der Hoeschpark ist wieder trocken gelegt – Firma Wilo baute neue Pumpe ein – Parkpfleger dankt den vielen Helfern

Überschwemmung in Brügmanns Hölzchen im Hoeschpark ist beseitigt. Mitarbeiter von Wilo Pumpen installiert die neue Pumpe im Schacht

Mitarbeiter von Wilo Pumpen installieren ehrenamtlich die neue Pumpe im Schacht im Hoeschpark.

Von Susanne Schulte

Den Begriff „geregelte Arbeitszeit“ haben Hendrik Berndsen und Melanie Schroeder seit Anfang der Woche aus ihrem Wortschatz gestrichen: Gestern waren er und seine Mitarbeiterin noch abends um halb acht damit beschäftigt, die alte Pumpe auseinander zu nehmen, die von einer Männerunterhose außer Betrieb gesetzt wurde. Heute morgen waren sie erneut um 6 Uhr an ihrem Arbeitsplatz im Hoeschpark, um beim Einbau der neuen Pumpe zu helfen.

„Die Überschwemmung des Wäldchens lag aber nicht allein am Ausfall der Pumpe“, sagt Berndsen, der den Hoeschpark kennt, seit er ein Kind ist. Schon sein Vater pflegte den Park. Seine Überzeugung sieht er durch die Wassermenge bestätigt, die die Feuerwehr aus dem Wäldchen abpumpte. „Pro Minute waren das 6500 Liter.“ Und die Pumpen der Feuerwehr seien fast 24 Stunden gelaufen. Die Überschwemmung liegt für ihn auch an den geänderten Verhältnissen.

Sumpflandschaft: Alte Rohrleitungen dienten unabsichtlich als Drainage

Überschwemmung in Brügmanns Hölzchen im Hoeschpark ist beseitigt. Hendrik Berndsen

Hendrik Berndsen freut sich über die vielen Helfer bei der Entwässerung.

Der Hoeschpark ist ein Sumpfgebiet. Der Grundwasserspiegel wurde, wie überall im Ruhrgebiet, durch Pumpen niedrig gehalten, damit Industrieansiedlungen und Zechenanlagen nicht untergingen.

Vielerorts hat man das Pumpen eingestellt, weil die Unternehmen nicht mehr in Betrieb sind. Nebenan, auf dem alten Hoeschgelände, habe es früher ein natürliches Wasserrückhaltebecken gegeben, erinnert sich Hendrik Berndsen.

Eine Wiese, die tiefer gelegen habe als das Wäldchen im Hoeschpark, habe häufig unter Wasser gestanden. Dann sei das Gelände angeschüttet worden und damit wurde der Hoeschpark zum tiefsten Punkt. Eine unterirdische Pumpe verhinderte deshalb seit vielen Jahren Überschwemmungen.

„Dazu kommt“, erklärt Berndsen und malt mit einem Stock die Grundstücksgrenzen zwischen dem alten Hoeschgelände und dem Park in den Sand vor der Werkstadt, „dass die Stadt, die dieses Gelände kaufen will, der heutigen Eigentümerin, der Firma Thyssen Krupp aufgelegt hat, neue Abwasserrohre einzubauen.“

Die alten Rohre, die noch unter dem Grundwasserverlauf gelegen hätten, seien porös gewesen und hätten somit auch als Drainage gedient. Grundwasser sei dort hineingelaufen. Die neuen Rohre nun seien aber dicht, nähmen kein Wasser mehr auf. Das Wasser suche sich nun einen anderen Weg und der ende im Hoeschpark, am tiefsten Punkt.

Vom ehemaligen Hoeschgelände fließt Wasser in den Pumpenschacht

Überschwemmung in Brügmanns Hölzchen im Hoeschpark ist beseitigt. Mitarbeiter von Wilo Pumpen installiert die neue Pumpe im Schacht

Permanent strömt Wasser vom Nachbargelände in den Schacht des Parks.

Zudem fließe noch durch ein anderes Rohr, das im Pumpenschacht ende, vom Nachbargrundstück Wasser.

Wo das aber herkomme, wisse man nicht. Eine Untersuchung des Wasser vor einigen Jahren hätte gezeigt, so Berndsen, dass dieses Wasser fast Trinkwasserqualität habe.

Ist der Schacht leer gepumpt, will man versuchen, die ungefähre Richtung dieses Rohrs auszumachen und es dann verschließen.

Wilo-Mitarbeiter waren ehrenamtlich in der Nordstadt im Einsatz

Überschwemmung in Brügmanns Hölzchen im Hoeschpark ist beseitigt. Der helle Streifen an den Bäumen zeigt wie hoch das Wasser gestanden hat

Der helle Streifen an den Bäumen zeigt wie hoch das Wasser gestanden hat

Nachdem die Nordstadtblogger über die Überschwemmung im Hoeschpark berichtet hatten, griffen auch andere Dortmunder Medien das Thema auf. Und zwei engagierte Mitarbeiter von der Firma Wilo schritten sofort zur Tat.

Andreas Flur und Marco Fersini kümmerten sich nicht nur um eine neue Pumpe, sondern sorgten auch dafür, dass Männer der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Andreas Flur Mitglied ist, die Kollegen der Berufsfeuerwehr im Hoeschpark unterstützten.

In der Nacht auf den Mittwoch legten die Feuerwehren, auch die Jugendfeuerwehr war dabei, eine Nachtschicht ein. Berndsen ist voll des Lobes ob des Einsatzes des Männer: „Was die an Zeit und Arbeitsleistung gebracht haben, ist nicht zu bezahlen.“

Da, wie beschrieben, auch nach dem Großeinsatz und nachdem das Wäldchen wieder trocken gelegt war, der Pumpenschacht immer wieder durch das Rohr vom Nachbargrundstück vollläuft, ist dort eine Ersatzpumpe im ständigen Einsatz, die nachts von einem privaten Wachdienst beaufsichtigt wird.

Das muss sein, so Berndsen, sonst würden Schläuche und Elektrokabel geklaut. Für heute morgen musste der Schacht trocken sein, um die neue Pumpe, die in 2,5 Meter Tiefe eingebaut wird, zu installieren. „Die ist fast baugleich mit der alten“, sagt Berndsen und zeigt auf die alte und die neue Pumpe. Kein Wunder: Hat doch das Dortmunder Unternehmen Wilo auch die alte Pumpe gebaut.

Die neue Pumpe schafft 160 Kubikmeter Wasser in der Stunde abzupumpen

Steigender Grundwasserspiegel sorgt in Brügmanns Hölzchen im Hoeschpark für Überflutung

Wasservögel haben die Stille der letzten Monate genossen

„Die kann Hölzstückchen zerbröseln, aber Stoff schafft sie nicht“, sagt er und wundert sich immer noch, wie die Hose dahin gelangen konnte.

Ein Auffanggitter schütze sie von oben, ein Schlammfang von unten. Die neue Pumpe könne 160 Kubikmeter Wasser in der Stunde abpumpen, die alte habe die Hälfte geschafft.

Doch mit dieser Leistung ist das Problem noch nicht gelöst. Denn der Kanal, in den das Wasser dann fließt, kann diese Menge nicht schaffen. Hier ist für die Stadt, der der Park gehört, noch einiges zu tun.

Dass das Wasser die Laubbäume nachhaltig geschädigt hat, glaubt Hendrik Berndsen nicht. Doch dass Hunde und Kinder den Nachwuchs der Wasservögel schädigen, hat er selbst gesehen.

„Im Hoeschpark gilt die Anleinpflicht für Hunde“, sagt er und erzählt von einem Jack Russel, der sich ein Wasserhuhn geschnappt hatte. „Ist aber nichts passiert.“

Wasservögel im Hoeschpark brauchen ihre Ruhe, um zu brüten

Überschwemmung in Brügmanns Hölzchen im Hoeschpark ist beseitigt. einzige Wasserfläche: Der Teich

Der Teich ist wieder die einzige Wasserfläche im Park

Eindrücklich bittet er die Hoeschpark-Besucher, die Nester der Wasservögel in Ruhe zu lassen. Die hätten die Stille der letzten Monate genossen, und sich unbehelligt mit der Familienplanung beschäftigen können.

Und das solle auch so bleiben. Eltern müssten ihre Kinder davon abhalten, die nun gut zu sehenden Nester zu zerstören und die Eier kaputt zu machen. Diese Aufforderung kommt auch nicht von ungefähr. Er hat in den vergangenen Tagen immer wieder gesehen, wie Kinder die Nester plünderten.

Während Berndsen und Schroeder noch mit der alten Pumpe beschäftigt sind, referiert Claudia Heckmann, Geschäftsführerin der Stadt-Gesellschaft Sportwelt, im Tennisverein vor den Mitgliedern des Hoeschpark-Vereins über den Wasserstand der Dinge.

Jetzt soll geprüft werden, so Heckmann, ob man noch eine zweite Pumpe als dauernden Ersatz installieren will. Auch den Vorschlag aus der Runde, ein oberirdisches Pumpenhäuschen zu bauen, will sie prüfen lassen.

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