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Albertus-Magnus-Kirche: Staatsanwaltschaft will drei Besetzer mittels DNA-Spuren wegen versuchten Mordes überführen

Polizeieinsatz in der Albertus Magnus Kirche mit anschließender Räumung.

Fast eine Woche nach dem Vorfall ließ die Staatsanwaltschaft die Albertus Magnus Kirche als Tatort sichern.

Die Besetzung der Albertus-Magnus-Kirche durch die Gruppe „Avanti“ im August 2014 hat jetzt erst ein erstes juristisches Nachspiel. Der Prozess vor dem Amtsgericht gilt allerdings nicht den Besetzern, sondern Neonazis, die gegen die Besetzung demonstriert hatten. Doch auch gegen drei Besetzer laufen aktuell Ermittlungen – ihnen wirft die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vor, weil sie Gehwegplatten vom Kirchendach in Richtung von Polizisten geworfen hatten.

Staatsanwaltschaft will mit DNA-Spuren die Plattenwerfer überführen

Neonazis - Mitglieder und Unterstützer der Partei "Die Rechte" - demonstrierten in Dortmund.

Neonazis – Mitglieder und Unterstützer der Partei „Die Rechte“ – demonstrierten in der Nordstadt.

„Wir haben sehr viele DNA-Spuren gesichert, die noch ausgewertet werden“, bestätigte Staatsanwältin Sandra Lücke auf Nachfrage der Nordstadtblogger. Diese sollen die drei Beschuldigten mit den geworfenen Platten in Verbindung bringen. Allerdings können bis zum Abschluss der Beweisführung noch ein bis zwei Monate ins Land gehen.

Eine der beschuldigten Personen hatte die Polizei noch in der Kirche angetroffen, als die Staatsanwaltschaft fast eine Woche nach dem Vorfall eine Durchsuchung und Räumung der Kirche durch ein Großaufgebot der Polizei veranlasste.

Zwei weitere Personen wurden durch Zeugenaussagen – unter anderem nach der Veröffentlichung von Fahndungsfotos – ermittelt. Alle drei Beschuldigten machen bisher keine Aussage zum Vorwurf. Daher ist bisher fraglich, ob sich der Anfangsverdacht erhärten lässt.

Neonazi Andre P. muss sich für einen erneuten Angriff auf Polizisten verantworten

Der 24-jährige Neonazi Andre P. muss sich gleich wegen vier unterschiedlicher Verfahren vor Gericht verantworten.

Neonazi Andre P. steht erneut vor Gericht.

Klar ist bisher nur, dass sich ein Neonazi vor Gericht verantworten muss. Mitglieder der Partei „Die Rechte“ hatten am 23. August 2014 gegen die Besetzung der Kirche in der Nordstadt demonstriert.

Als sich die Neonazis mit der Polizei im Schlepptau der Kirche näherten, warfen Hausbesetzer die Gehwegplatten vom Dach. Andre P. hatte im Laufe der Kundgebung einen Polizisten attackiert, als dieser einen Kameraden des Beschuldigten kontrollieren wollte.

Andre P. ist vor Gericht kein Unbekannter: Wegen Angriffen während des „Rathaussturms“ und anderer Delikte wurde Andre P. zuletzt im Sommer 2015 zu mehreren Geldstrafen verurteilt – hier waren ebenfalls Polizisten und Journalisten das Ziel seiner Attacken. Auch zuvor kassierte der Neonazi bereits einige Strafen.

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