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5,3 Milliarden Euro teure Emscher-Renaturierung begann vor 25 Jahren: Neues Pumpwerk am Nettebachtal ist fertig

Das alte Pumpwerk Nettebachtal soll bald außer Dienst genommen und abgerissen werden. Fotos: Leopold Achilles

Von Leopold Achilles

Seit 1951 steht nun schon das Pumpwerk am Nettebachtal und erfüllt seinen Job zuverlässig. Auch 66 Jahre später läuft es noch – dennoch wird es bald von neuer Technik abgelöst. Wir haben uns das moderne neue sowie das alte Pumpwerk der Emschergenossenschaft am Nettebachtal angesehen.

Der Nettebach ist bereits teilweise vom Abwasser befreit – letzten Maßnahmen laufen

In unmittelbarer Nähe zum Schloß Westhusen hat die Emschergenossenschaft Ende 2016 das neue Pumpwerk am Nettebachtal fertiggestellt und in Betrieb genommen. Noch bis Juni wird die moderne Pumpanlage feinjustiert. Mit dieser neuen Anlage ist das langjährige Ziel, alle Emscher-Gewässer in Dortmund vom Abwasser zu befreien, fast erreicht.

Aktuell sind alle Läufe (inkl. der Emscher) bis knapp zwei Kilometer hinter der Kläranlage Dortmund-Deusen bereits abwasserfrei – erst über den Nettebach gelangt zurzeit noch Schmutzwasser in den zentralen Fluss des Ruhrgebietes. Und genau dort setzt das neue Pumpwerk an.

Bevor es aber das seit 1951 arbeitende Pumpwerk ablöst, dauert es noch etwas. Bis 2018 will die Emschergenossenschaft noch ein weiteres Gewässer in der Nähe – den Zechengraben – in einen Abwasserkanal umleiten. Erst dann wird das alte Gemäuer mit seinen großen Pumpen, voraussichtlich 2022, abgerissen.

Das Ziel: Alle Emscher-Gewässer in Dortmund vom Abwasser befreien 

Das neue Pumpwerk (links) mit dem bisherigen Abwasserzulauf (rechts) für das alte Pumpwerk

Aktuell teilen sich beide Pumpwerke die anfallenden Wassermassen: das alte Pumpwerk kümmert sich um das saubere Wasser aus dem Nettebach.

Die neuen Pumpen im augenscheinlich kleineren Pumpwerk, kümmern sich um die anfallenden Abwässer und deren Trennung.

Die Pumpenleistung des neuen „Schmutzwasserpumpwerks“ liegt bei maximal 285 Liter pro Sekunde – verglichen mit der Leistung von bis zu 5.800 Litern pro Sekunde im alten Bachwasserpumpwerk ist das bedeutend weniger.

In Zukunft wird das Mehr an Leistung aber auch nicht mehr nötig sein. Wenn das alte Pumpwerk gegen 2022 abgerissen wird und die dortige Umgebung renaturiert wurde, fließt der Bach von ganz alleine ohne Pumpwerk.

Letzte Maßnahme der ökologischen Verbesserung des Nettebachs im Jahr 2022 beendet

Die drei Pumpen des neuen Pumpwerks.

Die drei Pumpen des neuen Pumpwerks.

Der Abriss des bisherigen Pumpwerks erfolgt als letzte Maßnahme der ökologischen Verbesserung des Nettebachs, voraussichtlich im Jahr 2022. Danach soll das Gewässer dann ohne Pumpwerk und andere Hilfen fließen.

Mit dem Anschluss des Nettebach-Kanals an den großen Abwasserkanal Emscher, der über 51 Kilometer lang bis nach Dinslaken reicht und die Emscher als Schmutzwasserlauf ablöst, wird eine wichtige Voraussetzung geschaffen, alle Emscher-Gewässer in Dortmund vom Abwasser zu befreien.

Schon 1992 begann der Umbau der Emscher. Die Revitalisierung der einstigen „Köttelbecke“ Emscher soll rund 5,3 Milliarden Euro kosten. Ein Jahrhundertprojekt mit einer gesamten Dauer von mehr als 30 Jahren.

Alles, um die Spuren des Bergbaus und die dadurch resultierende Gefahr, dass die Landschaft vom Wasser geflutet wird, abzuwenden. Die Wiederbelebung der „Köttelbecke“ ist dabei für die Emschergenossenschaft die zweite wichtige Aufgabe.

 

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