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Motto des Ostermarsch Rhein-Ruhr: „Fluchtursachen erkennen, zivile Lösungen für Konflikte schaffen“

Bereiteten mit den Ostermarsch Rhein/Ruhr vor: Gabi Brenner, Volker Töbel, Willi Hoffmeister, Joachim Schramm. Foto: Joachim vom Brocke

Bereiteten mit den Ostermarsch vor: Gabi Brenner, Volker Töbel, Willi Hoffmeister, Joachim Schramm. Foto: J.v. Brocke

Von Joachim vom Brocke

„Fluchtursachen erkennen, zivile Lösungen für Konflikte schaffen“ – unter diesem Leitthema steht der Ostermarsch Rhein/Ruhr, der am Ostersamstag am Kuhtor in Duisburg startet und Ostermontag im Kulturzentrum Wichern an der Stollenstraße in Dortmund endet.

Forderung nach einem strikten Waffenembargo

„Die pure Verzweiflung treibt Flüchtlinge in unser Land“, sagt Joachim Schramm. Für den Dortmunder Organisator sind nicht die Flüchtlinge Schuld an den Verhältnissen, vor denen sie fliehen: „Die Ursachen sind die fortgesetzten Kriege in Somalia, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien oder Diktaturen wie in Eritrea“.

Eine zentrale Forderung der Ostermarsch-Organisatoren: Zurücknahme aller Genehmigungen für Rüstungsexporte in den Nahen und Mittleren Osten und von der EU ein striktes allgemeines Waffenembargo. „Jede Waffe, die aus Deutschland geliefert wird, heizt kriegerische Auseinandersetzungen in der Region weiter an“, heißt es unter anderen im Aufruf.

Zur Lösung des Ukrainekonfliktes wird „eine vollständige Demilitarisierung aller Konfliktparteien unter gemeinsamer Kontrolle der Vereinten Nationen und der OSZE“ gefordert.

An drei Tagen 13 Auftakt-, Zwischen- und Abschlussveranstaltungen

Der Ostermarsch Rhein-Ruhr endet traditionell am Wichernhaus in der Dortmunder Nordstadt

Der Ostermarsch endet traditionell am Wichernhaus in der Nordstadt. Archivbild: Alex Völkel

Gefordert werden von der Bundesregierung Verhandlungen und andere zivile Konfliktlösungen sowie die Beendigung aller Bundeswehreinsätze im Ausland. Schließlich wird die Bundesregierung aufgefordert, gemäß dem Beschluss vom März 2010 den Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland zu veranlassen.

Zudem müsse gerade in NRW die Weiterverbreitung von Nuklearwaffentechnik verhindert und die Urananreicherungsanlage in Gronau sofort stillgelegt werden. Konkretisiert wird dies in der Forderung nach einem Umbau der Rüstungsproduktion in eine zivile Wirtschaft.

An den drei Ostertagen werden 13 Auftakt-, Zwischen- und Abschlussveranstaltungen den Weg säumen. Dabei treten Rednerinnen und Redner aus der Friedensbewegung, der Antifa-Bewegung, aus Kirchen, aus der Anti-Atombewegung und den Gewerkschaften auf.

In Düsseldorf spricht Alexander Neu (MdB/Die Linke), in Essen Petra Hinz (SPD/MdB), in Bochum Felix Oekentorp (Landessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen), in Dortmund Ulla Jelpke (MdB/Die Linke) und Horst Schmitthenner (IG Metall).

In Dortmund gibt es eine Erinnerung an Thomas „Schmuddel“ Schulz

Der Ostermarsch Rhein-Ruhr findet erneut an drei Tagen statt. Archivbild: Alex Völkel

Der Ostermarsch Rhein-Ruhr findet erneut an drei Tagen statt. Archivbild: Alex Völkel

Die dritte Etappe mit dem Endziel Dortmund startet Ostermontag um 11 Uhr in Bochum-Werne. Zuvor gibt es ab 10 Uhr in der Evangelischen Kirche einen Friedensgottesdienst. In Bochum-Werne ist Rainer Einenkel, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender von Opel Bochum, Auftaktredner.

Anschließend geht es weiter mit einem Zwischenstopp in Marten (gegen 13 Uhr). Nächstes Ziel ist Dortmund-Dorstfeld, wo gegen 14.15 Uhr Ulla Jelpke zum Thema Rechtsextremismus spricht.

In Dorstfeld rechnen die Organisatoren mit Konflikten aus der rechten Szene. In der Dortmunder City (Kampstraße/Freistuhl) erinnern die Teilnehmer des Ostermarsches gegen 15.15 Uhr an den Nazi-Mord an Thomas Schulz („Schmuddel“) an dieser Stelle im März 2005.

Ende mit Friedensfest am Kulturzentrum Wichern

Der Ostermarsch Rhein/Ruhr endet mit einem Friedensfest ab 16 Uhr am Kulturzentrum Wichern (Stollenstraße 36) in der Nordstadt. Dort spricht Horst Schmitthenner zum Hauptthema des Ostermarsches „Fluchtursachen erkennen, Kriege stoppen, zivile Lösungen schaffen“.

Außerdem dabei: Bernd Brack (Pro Asyl), microphone mafia (Hiphop gegen Rassismus und rechte Gewalt), Peter Rollke (Friedenslieder), Volker Töbel und Andreas Weissert (Gedichte). Durch das Programm führt Rainer Marquardt.

Mehr Informationen:

Die drei Etappen:

  • Ostersamstag 10.30 Uhr Auftakt in Duisburg, Abschluss von 15 bis 18 Uhr am Düsseldorfer Rathaus.
  • Ostersonntag Start um 9.30 Uhr am Willy-Brandt-Platz in Essen, Abschluss von 16.15 bis 18 Uhr am Bahnhof Bochum-Langendreer.
  • Ostermontag: 10 Uhr Start in Bochum (ev. Kirche Werne), Abschluss 16.15 bis 18.30 Uhr am Wichernhaus.
  • www.ostermarsch-ruhr.de

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