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SERIE (5) Konsumverein in Dortmund gegründet: Mehr Mitbestimmung und eine bessere soziale Stellung für Arbeiter

Die Zentrale des Konsum in Dortmund. Foto: NGG-Archiv

Die Zentrale des Konsum-Genossenschaft in Dortmund. Zeichnung: NGG-Archiv

Anlässlich des 150. Jahrestages der Gründung der ersten deutschlandweiten Gewerkschaft  – dem Allgemeinen Deutschen Zigarrenarbeiterverein – wird Nordstadtbogger.de in den nächsten Wochen aus der 165-jährigen Geschichte der Dortmunder Sektion berichten, aus der später die NGG entstanden ist.

Die Gründung der ersten Konsumgenossenschaft in Dortmund sollte ein kleiner Schritt zur Mitbestimmung in der Wirtschaft sein. 26 Arbeiter aus den Mietskasernen und Hinterhöfen im Norden Dortmunds gründeten am 13. Oktober 1913 den Allgemeinen Konsumverein zu Dortmund und Umgegend.

Konsumvereine sollten die soziale Stellung der Arbeiter verbessern

Es gab eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bäckerei und verschiedenen Konsumgenossenschaften.

Es gab eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bäckerei und den Konsumgenossenschaften.

„Sie wollten nicht steckenbleiben in dieser grauen Welt der Mietskasernen, sie wollten helfen, eine neue bessere Ordnung aufzubauen“, hieß es 1967 in der Festschrift zum 65jährigen Bestehen des Konsum.

Wollten die Arbeiter mit Hilfe der Gewerkschaften für ihre betrieblichen Belange kämpfen, so sollten die Konsumvereine ein Mittel sein, um ihre soziale Stellung außerhalb des Betriebes zu verbessern. Es war ein erster kleiner Schritt zur Mitbestimmung in der Wirtschaft.

Und die ersten Jahre waren vielversprechend: Die Zahl der Mitglieder stieg von 349 im Jahr 1902 auf 17.226 im Jahr 1913/14.

Unter ihnen zahlreiche Brauer, Bäcker und Böttcher. Die Genossenschaft begann mit einer Verkaufsstelle (Laden) und zwei Beschäftigten. Zwölf Jahre später waren es schon 57 Läden und 295 Beschäftigte.

Konsumverein arbeitete mit Einzelhändlern und Handwerkern zusammen

Der Dortmunder Konsumverein arbeitete mit Einzelhändlern und Handwerkern im Lieferantengeschäft zusammen. Er hatte mit acht Händlern, drei Metzgern, einem Bäcker und der Genossenschaftsbäckerei „Vorwärts“ Lieferantenverträge abgeschlossen.

Wie die Anzeige der Dortmunder Genossenschaftsbäckerei „Vorwärts“ zeigt, gab es eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bäckerei und verschiedenen Konsumgenossenschaften.

Der Text der Anzeige lässt keinen Zweifel am Anspruch der Genossenschaft, die Arbeitsverhältnisse zu verbessern: „Die Gründer der Genossenschaft gingen bei der Gründung speziell von dem Standpunkt aus, entgegen der Ansicht der Herren Bäckermeister, ohne 14- bis 16-stündige Arbeitszeit nicht bestehen zu können, zu beweisen, dass eine Bäckerei auch bei 10-stündiger Arbeitszeit existenzfähig ist.“

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