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Bundestagsfraktion der Linken lädt in Dortmund zur Diskussion ein: „NSU – Aufklärung unerwünscht?!“

Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubasik in seinem Kiosk in der Mallinckrodtstraße ermordet. Archivfoto: Alex Völkel

Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubasik in seinem Nordstadt-Kiosk vom NSU ermordet. Foto: Alex Völkel

In der Reihe „Fraktion vor Ort“ lädt die Bundestagsfraktion der Partei „Die Linke“ am Montag, 1. Juni, um 18 Uhr zur Diskussionsveranstaltung:  „NSU – Aufklärung unerwünscht?!“ ein. Sie findet im Wichernhaus, Stollenstraße 36, in der Nordstadt statt.

Interessantes und kompetent besetztes Podium im Wichernhaus

NSU-Gedenkstein in der Mallinckrodtstraße für Mehmet Kubasik.

NSU-Gedenkstein in der Mallinckrodtstraße für Mehmet Kubasik. Foto: Alex Völkel

Die Linke will mit mehreren Gesprächspartnern und dem Publikum über die schleppende Aufklärung der NSU-Morde diskutieren. Auf dem Podium sind Petra Pau, Andrea Röpke und Carsten Ilius. Die heimische Abgeordnete Ulla Jelpke moderiert.

  • Andrea Röpke ist Journalistin und eine der versiertesten Beobachterinnen der rechtsextremen Szene.
  • Carsten Ilius ist Rechtsanwalt und vertritt die als Nebenklägerin im Münchner NSU-Prozess auftretende Dortmunderin Elif Kubasik, deren Mann vom NSU ermordet wurde.
  • Petra Pau gehörte dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages an und setzt sich seit Jahren mit rechtsextremistischen Straftaten auseinander.

Scharfe Kritik an den Verwicklungen der Verfassungsschutzbehörden

Einweihung des Mahnmals

Das Dortmunder NSU-Mahnmal erinnert an die Opfer.

Jahrelang verübten Naziterroristen unter dem Label »NSU« in mehreren Bundesländern Mordanschläge. Die Aufarbeitung dieser Mordserie ist schon längst selbst zum Politikum geworden.

„Die polizeilichen Ermittlungen waren geprägt von rassistischen Denkmustern – so wurden die nicht deutschstämmigen Opfer und ihre Familien selber unter Täterverdacht gestellt“, heißt es in der Einladung der Partei „Die Linke“.

Die Verfassungsschutzbehörden seien tief in den Skandal verwickelt – ihre Verantwortung kam nur scheibchenweise ans Licht. Auffällig sei zudem, dass in letzter Zeit mehrere zum Teil sehr junge Zeugen – einschließlich ehemalige V-Leute – plötzlich verstarben.

„Wir wollen in der Veranstaltung die wichtigsten bislang bekannten Fakten zusammentragen und dabei die verschiedenen Perspektiven berücksichtigen: Die der Opfer, die des Münchner NSU-Prozesses und die der staatlichen Mitverantwortung“, heißt es von der Linkspartei weiter.

„Wir wollen fragen, inwiefern die notwendigen Konsequenzen aus dem NSU-Skandal gezogen wurden. Zudem wollen wir die Netzwerke zwischen NSU und Dortmunder Nazigruppen wie Combat 18 oder Oidoxie beleuchten.“

 

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