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Dortmunder Jugendamt vor Ort: Beratungsmobil soll Armutsflüchtlingen in der Nordstadt helfen

Das Jugendamt Dortmund hat eine mobile Beratungsstelle für Armutsflüchtlinge eingerichtet.

Das Jugendamt Dortmund hat eine mobile Beratungsstelle für Armutsflüchtlinge eingerichtet.

Seit dem EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens im Jahr 2007 registrieren immer mehr deutsche Städte eine Zuwanderung von EU-Bürgerinnen und Bürgern.  Im Mai 2014 lag sie bei rund 5800. Im August 2014 sind 2.120 junge Menschen im Alter von 0  bis einschließlich 17 Jahren in Dortmund gemeldet, 1622 Kinder und Jugendliche leben davon allein in der Dortmunder Nordstadt. Hinzu kommen Familien und alleinerziehende Elternteile aus Ländern, in denen sie für sich und ihre Kinder keine Zukunft mehr sehen. Es gibt eine nicht uner­heb­liche Dunkelziffer.

Schwerpunkt liegt auf der Verhinderung der Kindswohlgefährdung

Das Jugendamt Dortmund hat eine mobile Beratungsstelle für Armutsflüchtlinge eingerichtet.

Das Beratungsmobil schließt eine Lücke zwischen Streetwork, Beratungsstellen und Ämtern.

Ein Schwerpunkt der Jugendhilfe liegt bei der Verhinderung von kindeswohlgefährdenden Situationen und der frühzeitigen ganzheitlichen Förderung von Kinder und Jugendlichen. Die Erwachsenen und Kinder leben in der Nordstadt häufig in überteuerten, heruntergekommen Wohnungen. Sie können sich sprachlich nicht oder nicht ausreichend verständigen und wissen nicht, wo sie kostenfreie Beratung und Unterstützung erhalten können.

Die Regelangebote der Stadt und der freien Träger reichen nicht aus, die schwierige Situation der Familien zu verbessern und sind den Menschen oft auch nicht bekannt.

Mehrere Projekte in der Nordstadt angestoßen

Das Jugenddezernat hat ein Konzept zum Kinderschutz und zur Integration von Kindern und Jugendlichen aus Armutsflüchtlingsfamilien entwickelt und Projektfördergelder über das Ministerium für Familien, Kinder, Jugend, Kultur und Sport beantragt.

Bewilligt wurden für eine Laufzeit von 36 Monaten, beginnend im Jahr 2014 folgende Projekte:

  • Aufsuchende mobile Elternberatung in der Dortmunder Nordstadt / Beratungsmobil
  • Einsatz von muttersprachlichen Sozialarbeiterinnen als Familienbegleiterinnen im Stadtbezirk Innenstadt-Nord
  • Einrichtung von drei Kinderstuben (gesonderter Projektantrag)
  • Die Gesamtförderung für das Beratungsmobil und die muttersprachlichen Familienbegleiterinnen beträgt 549.900 € für die Jahre 2014 – 2016.
  • Beratungsmobil – Aufsuchende mobile Elternberatung in der Dortmunder Nordstadt

Kostenlose Hilfen und Gesprächsangebote für Zuwanderer vor Ort

Das Jugendamt Dortmund hat eine mobile Beratungsstelle für Armutsflüchtlinge eingerichtet.

Simone Brezinski, Friedhelm Sohn, Klaus Burkholz, und Waltraud Bonekamp stellten das Angebot vor.

Für eine Verbesserung der Situation der Kinder und Jugendlichen und ihrer Eltern  ist es notwendig, dass ein Kontakt zwischen den betroffenen Familien und den Helfern zustande kommt, Beziehung aufgenommen und Ängste vor dem Jugendamt abgebaut werden.

Das Beratungsmobil ist ein kooperatives flexibles Hilfeangebot von Seiten der Stadt in Kooperation mit den freien Trägern im Dortmunder Norden. Es schließt eine Lücke zwischen Streetwork, Beratungsstellen und Ämtern und richtet sich in erster Linie an Kinder, Jugendliche und Eltern aus Armutsflüchtlingsfamilien aus Südosteuropa.

Die Bezirkssozialarbeiter der Jugendhilfe werden gemeinsam mit den Fachkräften der Träger von dem Beratungsmobil aus den Kontakt zu den Menschen aufnehmen. Das Beratungsmobil will Familien in der Nordstadt erreichen, die sich in einer Notlage befinden und Hilfe suchen, die aber zunächst nicht den Weg in eine der Beratungs- oder Anlaufstellen oder die Jugendhilfedienste gehen möchten. Grundsätzlich ist eine anonyme Beratung möglich.

Muttersprachliche Beschäftigte und Sprachmittler sind mit vor Ort

Um die Sprachbarrieren zu überwinden werden auch muttersprachlicheBeschäftigte oder Dolmetscher am Beratungsmobil anwesend sein. Sollte eine weiterreichende Hilfe bzw. Begleitung gewünscht sein, kann direkt eine Vermittlung an Familienbegleiterinnen erfolgen, die die Menschen zu der fachlich zuständigen Stelle begleitet und ihre Anliegen unterstützt.

Darüber hinaus können die Menschen vor Ort bei Bedarf mit notwendigen Hygieneartikeln, Windeln, Säuglingsnahrung sowie Schul- und Spielmaterial kostenlos versorgt werden.

Die Fahrtage werden anfangs dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr sein. Angefahren werden zunächst die Heroldwiese, der kleine Borsigplatz Richtung Dreifaltigkeitskirche, der Flensbuger Platz und die Wiese an der Borsigstraße. Das Fahrzeug wird dort jeweils alle zwei Wochen stehen. Die Orte werden bei Bedarf verändert.

Das mehrsprachige Info-Blatt als PDF zum Download: A5-Infoblatt

 

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