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Soundwalk am Samstag rund um den Borsigplatz – Planerin lädt Bewohner zu einem akustischen Spaziergang ein

Ricarda Piel untersucht akkustische Reize im Borsigplatz-Viertel

Planerin Ricarda Piel hört genau hin

„Man kann wegschauen oder die Augen schließen, wenn man etwas nicht sehen will. Die Ohren nicht, wenn ein Geräusch nicht gefällt“ sagt Ricarda Piel, Studentin der Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund. Geräusch, im Englischen, Sound, „das klingt neutraler ist immer vorhanden, absolute Stille gibt es nicht.“

Junge Planerin möchte mit den Bewohner des Viertels „mal wieder genau hinzuhören“

Soundwalk durchs Borsigplatzviertel, Aktion von Studentin der Raumplanung Ricarda Piel

Soundwalk durchs Borsigplatzviertel, Route der klanglichen Bestandsaufnahme

Manche Geräusche empfinden wir als angenehm, andere sind störend. „Das Borsigplatzviertel hat eine hohe Bevölkerungsdichte, wenig Freiräume und ist laut. Lärm betrifft hier viele Menschen“, begründet sie die Wahl des östlichen Teils der Dortmunder Nordstadt als Objekt der Untersuchung für ihre Masterarbeit.

Sie möchte helfen die Qualität der Freiräume im Viertel zu verbessern indem sie klanglich aufgewertet werden. Dazu bedarf es eine Bestandsaufnahme der Geräuschsituation rund um den Borsigplatz. Die Bewohner des Quartiers lädt sie am Samstag, 21. Juni, zum Soundwalk ein. Was hören die Menschen, welche Klänge hören sie gerne, welche Geräusche stören sie, welche Klänge fehlen ihnen, bzw. würden die Menschen im Viertel öfter hören wollen, auf welche können sie verzichten? Diese Fragen will sie Samstag beantwortet wissen. Es geht auch darum „mal wieder genau hinzuhören“, sagt sie.

Untersuchung hat das Ziel die klangliche Situation und somit die Aufenthaltsqualität zu verbessern

Ricarda Piel untersucht akkustische Reize im Borsigplatz-Viertel. Erstaunlich die Ruhe in den Hinterhöfen

Erstaunlich ist die Ruhe in den Hinterhöfen, direkt am Platz

Der Soundwalk startet um 10 Uhr vor den Räumen von Borsig 11, Borsigplatz 9. Erste Station ist die Einmündung der Dreherstraße in die Schlosserstraße.

Diese Stelle wird als Ort mit unangenehmer Geräuschkulisse empfunden. Hier gilt es zu erfahren, was genau als störend empfunden wird. Weiter geht es in den ruhigen Innenhof direkt am Borsigplatz hinter der ehemaligen Polizeiwache. Frage: Welche Qualitäten haben diese Innenhöfe oder könnten sie haben? Der kleine Borsigplatz ist Station drei und steht für eine Geräuschsituation, die ambivalent wahrgenommen wird.

Station 4, der Hoeschpark ist ein Beispiel für einen als sehr ruhig wahrgenommenen Ort. „Hier möchte ich wissen, was die Bewohner genau als besonders positiv wahrnehmen“, erklärt die Planerin. Die Station 5, Brackeler Straße und der Borsigplatz, Station 6, wiederum stehen für Orte mit unangenehmer Geräuschkulisse.

Die Erkenntnisse zu den Stationen des Soundwalks konnte sie bei einer Befragung auf dem Hoeschparkfest sammeln. Positive Klänge und Schutz vor Lärm können auch an lauten Orten störende Geräusche in den Hintergrund treten lassen. „Mag man plätscherndes Wasser, so kann die Errichtung eines Brunnens oder von Soundinstallationen erheblich zur Verbesserung der akustischen Wahrnehmung eines Ortes und somit zum Wohlbefinden beitragen“, sieht sie vor allem auch die gesundheitlichen Aspekte ihrer Untersuchung. „Gemeinsam können wir die Aufenthaltsqualität in eurem Viertel verbessern“, appelliert sie an die Bewohner am Borsigplatz und hofft auf eine rege Teilnahme aller, die Interesse haben ihre Wohnumgebung klanglich zu verbessern.

Kontakt: Ricarda Piel,
E-mail: ricarda.piel@tu-dortmund.de

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